Die Knabenschule im Haus Morgenstern und die Mädchenschule im Gerahaus werden Mitte der 1920er Jahre reformiert.
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1887 bis 1914 Anfänge

Die Zeit von der Gründung vom Wittekindshof

Der Wittekindshof wurde vor langer Zeit gegründet.
Als der Wittekindshof gegründet wurde,

  • gab es keinen Fern-Seher
  • fast gar keine Autos
  • nur ganz wenige Telefone.

Computer, Handy und Internet gab es noch nicht.
Das war vor ungefähr 130 Jahren.
Menschen werden nicht so alt.
Wenn ein Mensch 100 Jahre alt wird,
ist er schon sehr alt.

In der Zeit gab es fast keine Hilfe
für Menschen mit geistiger Behinderung.
Manche Familien haben Angehörige mit Behinderung
versteckt im Stall bei den Tieren.
In ganz Deutsch-Land gab es nur wenige
Wohn-Häuser für Menschen mit Behinderung.

Herrmann Krekeler wollte
Menschen mit geistiger Behinderung helfen.

Die Anfänge vom Wittekindshof

Herrmann Krekeler war Pfarrer im Dorf Volmerdingsen.
Herrmann Krekeler hat Geld gesammelt.
Andere Pfarrer haben Herrmann Krekeler geholfen.
Herrmann Krekeler hat in Volmerdingsen
einen Bauern-Hof gekauft.

Der Bauern-Hof war das erste Haus vom Wittekindshof.
Später sind immer mehr Häuser dazu gekommen.
Durch die vielen Häuser ist in Volmerdingsen
das Wittekindshofer Gründungs-Gelände entstanden.

Auf dem Gründungs-Gelände heißt heute
eine Straße Pfarrer-Krekeler-Straße.
Die Straße erinnert an den Gründer vom Wittekindshof.

Als erstes ist ein 8-jähriger Junge
in den Wittekindshof eingezogen.
In den Wittekindshof kamen immer mehr
Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder.

Der Wittekindshof hat einen Arzt
und Lehrer eingestellt.

Geld für die Arbeit vom Wittekindshof

Der Wittekindshof brauchte viele Spenden.
Spenden sind Geschenke für die Arbeit.
Der Wittekindshof hat Geld geschenkt bekommen.
Die Bauern haben dem Wittekindshof
Kartoffeln, Eier und andere Lebens-Mittel geschenkt.

Langsam sind neue Gesetze entstanden.
Durch die Gesetze bekommt der Wittekindshof
Geld für seine Arbeit.
Trotzdem braucht der Wittekindshof
auch heute noch Spenden.

Über Leichte Sprache und Prüfer

Mit dem Kauf der Hofstätte Volmerdingsen Nummer 83 am 2. Mai 1887 beginnt die Geschichte der Einrichtung.
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1914 bis 1933 Erster Welt-Krieg und Auf-Bau

Der Wittekindshof im Krieg

Im Ersten Welt-Krieg ging es vielen Menschen schlecht.
Auch im Wittekindshof hatten die Menschen

  • zu wenig zu essen
  • und konnten nicht gut heizen.

Wegen Kälte und Hunger sind
viele Menschen gestorben – auch im Wittekindshof.

Mitarbeiter mussten den Wittekindshof verlassen
und als Soldaten kämpfen.
8 Mitarbeiter sind als Soldat gestorben.

Der Wittekindshof nach dem Krieg

Nach dem Krieg dauerte es noch lange
bis es den Menschen wieder besser ging.
Dann hat der Wittekindshof

  • den Schul-Unterricht verbessert
  • Arbeit für Menschen mit Behinderung verbessert
  • Haus Bethanien als Kranken-Haus gebaut.

Essen für die Menschen im Wittekindshof

Menschen mit Behinderung haben auch gearbeitet

  • im Stall
  • auf den Feldern
  • in den Gemüse-Gärten.

So hatte der Wittekindshof eigenes

  • Fleisch
  • Eier
  • Getreide
  • Kartoffeln
  • Gemüse.

Zum Wittekindshof sind
immer mehr Menschen gekommen.
Für die Menschen brauchte der Wittekindshof
mehr zu essen.

Der Wittekindshof hat
Schloss Ulenburg in Löhne gekauft.
Zum Schloss gehörten

  • viele Felder
  • ein Bauern-Hof
  • Wald.

Der Wittekindshof konnte mehr
Getreide und Kartoffeln pflanzen und ernten.
Der Wittekindshof hat mehr Fleisch und Milch
von den Tieren auf dem Bauern-Hof bekommen.

So hatten die Menschen im Wittekindshof
wieder mehr zu essen.

Über Leichte Sprache und Prüfer

Bis zum Ende der Monarchie wird Kaisers Geburtstag auch im Wittekindshof patriotisch gefeiert.
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1933 bis 1945 Macht-Ergreifung und Tod

Adolf Hitler und National-Sozialisten

1933 kam Adolf Hitler an die Macht in Deutsch-Land.
Viele Menschen unterstützten Adolf Hitler.
Die Menschen, die Adolf Hitler unterstützten,
heißen National-Sozialisten oder Nazis.
Hitler wollte, dass überall Nazis herrschen.
Auch im Wittekindshof sollten Nazis herrschen. 

Operationen und Töten

Hitler hat ein Gesetz gemacht,
dass Frauen und Männer mit Behinderung
operiert werden müssen,
damit sie keine Kinder bekommen.

Im Kranken-Haus vom Wittekindshof in Haus Bethanien
wurden viele Frauen und Männer operiert,
damit sie keine Kinder bekommen.

Adolf Hitler hat

  • den Zweiten Welt-Krieg angefangen.
  • gegen viele Länder Krieg geführt.
  • sehr sehr viele Menschen getötet.

Adolf Hitler hat Menschen töten lassen,

  • weil sie krank oder behindert waren.
  • weil sie Juden waren.

Juden glauben an Gott, aber nicht an Jesus.
Juden sind das geliebte Volk von Gott.

Auch im Wittekindshof haben Juden gelebt.
Erst haben die Nazis die Juden abgeholt und getötet.

Dann haben die Nazis fast 1.000 Bewohner abgeholt.
Das waren fast alle Bewohner.
Die Bewohner wurden in grauen Bussen
von einem Ort zu anderen gefahren.

Die Nazis töteten 400 Menschen
mit Behinderung aus dem Wittekindshof.
Die Nazis haben auch aus anderen Einrichtungen
viele Menschen abgeholt und getötet.
Die Nazis wollten alle Menschen mit Behinderung töten.

Der Wittekindshof im Zweiten Welt-Krieg

Im Wittekindshof durften nur ganz wenige Bewohner
zum Arbeiten bleiben.

Die Nazis haben befohlen,
die Häuser vom Wittekindshof
als Kranken-Haus für
verletzte Soldaten zu nutzen.

Über Leichte Sprache und Prüfer

"Der Aufzug der Häuser" ist Teil eines Theaterstücks zum 50-jährigen Bestehen der Einrichtung 1937.
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1945 bis 1975 Wieder-Aufbau und Neu-Entwicklung

Als der Krieg zu Ende war,
waren überall in Bad Oeynhausen Soldaten aus England.
Die Soldaten aus England haben
den Wittekindshof als Kranken-Haus genutzt.

Menschen mit Behinderung durften nur
in zwei Häusern vom Wittekindshof wohnen

  • in Haus Friedenshöhe in Volmerdingsen
  • in Schloss Ulenburg in Löhne.

Nach mehreren Jahren haben die Soldaten aus England
Bad Oeynhausen und den Wittekindshof verlassen.

Viele Häuser waren kaputt.
Der Wittekindshof musste alles reparieren
und neu aufbauen.

Immer mehr Menschen kamen in den Wittekindshof.
Überall war es eng.
Viele Menschen mussten in einem Raum zusammen schlafen.
Es gab wenige Mitarbeiter.
Die Mitarbeiter hatten keine gute Aus-Bildung.
Die Mitarbeiter waren überfordert.

Menschen mit Behinderung haben viel Schlimmes erlebt

  • Schläge und Beleidigungen
  • Gewalt und Leid.

Neue Häuser und Aus-Bildung

Das Leben im Wittekindshof wurde besser durch

  • neue Häuser
  • Aus-Bildung der Mitarbeiter.

Einige Mitarbeiter haben
die Brüder-Schaft gegründet.
Erst war die Brüder-Schaft
nur eine Gemeinschaft für Männer.
Heute ist die Gemeinschaft
für Frauen und Männer.

Die Gemeinschaft heißt heute
Brüder- und Schwestern-Schaft.

Der Gemeinschaft war von Anfang an
Aus-Bildung wichtig.
Die Gemeinschaft bildete Diakone aus.

Der Wittekindshof hat

  • in Volmerdingsen 10 neue Häuser gebaut
  • das Annaheim in Gronau gekauft
  • Schloss Benkhausen in Espelkamp gekauft.

Der Wittekindshof hat gegründet

  • das Berufs-Kolleg für die Aus-Bildung von Mitarbeitern
  • das Berufs-Bildungs-Werk für Menschen mit Behinderung.

Frauen und Männer im Wittekindshof

Erst haben Frauen und Männer
getrennt im Wittekindshof gelebt.

Im Freizeit-Werk konnten Frauen und Männer
zum ersten Mal ihre Frei-Zeit gemeinsam gestalten.
Frauen und Männer fuhren zusammen
nach Cuxhaven zum Zelten.
Später hat der Wittekindshof
in Cuxhaven ein Ferien-Haus gekauft.

Im Wittekindshof haben viele Kinder gelebt.
Sie sollten wie in einer großen Familie leben.
Deswegen hat der Wittekindshof das Schüler-Dorf gebaut.
In den 6 Häusern lebten immer 2 Gruppen mit 12 Schülern.
Im Schüler-Dorf lebten Mädchen und Jungen zusammen.

Langsam durften auch in den anderen Häusern
Männer und Frauen zusammen in einer Gruppe leben.

Therapie-Zentrum

Im Haus Kinder-Heimat haben Kinder und Jugendliche
mit Schwer-Behinderung gelebt.
Der Wittekindshof hat für diese Kinder und Jugendlichen
das Therapie-Zentrum gebaut.

Später konnten auch Erwachsene ins
Therapie-Zentrum gehen.

Zweig-Einrichtungen

In Schloss Benkhausen in Espelkamp
haben viele Menschen mit Behinderung gelebt.
Der Platz reichte nicht.

Einige Männer sind nach Lübbecke-Nettelstedt gezogen.
In Nettelstedt hat der Wittekindshof
das Meyer-Spelbrink-Haus und Haus Fernsicht gekauft.
Die beiden Häuser sind mitten im Dorf.

Damit hatte der Wittekindshof 4 Zweig-Einrichtungen

  • Ulenburg in Löhne
  • Gronau
  • Benkhausen in Espelkamp
  • Nettelstedt in Lübbecke.

Neue Angebote

Dann hat eine neue Zeit angefangen.
Frauen und Männer mit Behinderung
haben das Gelände vom Wittekindshof verlassen
und sind in kleine Wohnungen gezogen.

Die ersten Wohnungen hatten den Namen
Innen-Wohn-Gruppen.

Die Erste Wohn-Gruppe für Menschen
mit dem seltenen Prader-Willi-Syndrom
ist in Espelkamp-Benkhausen entstanden.
Das war das erste Spezial-Angebot
für Menschen, die besondere Unterstützung brauchen.

Über Leichte Sprache und Prüfer

Im Haus Vorwerk in Volmerdingsen werden um 1970 Haarspangen sortiert und verpackt.
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2000 bis heute Öffnung Aus-Bau und neue Stand-Orte

Neue Städte und ambulantes Wohnen

Der Wittekindshof will Menschen mit Behinderung
da unterstützen, wo sie wohnen.
Deswegen hat der Wittekindshof
in verschiedenen Städten

  • viele neue Häuser gebaut
  • und Wohnungen gemietet.

Jetzt können Menschen mit Behinderung
mitten in der Stadt wohnen.

Gleichzeitig fördert der Wittekindshof
das Ambulant Unterstützte Wohnen, kurz AUW.
Jetzt können Menschen mit Behinderung
in ihrer eigenen Wohnung leben.

Viele Menschen mit Behinderung ziehen um.
Jetzt leben viel weniger Menschen mit Behinderung

  • auf dem Gründungs-Gelände
  • in Benkhausen
  • in Ulenburg.

Der Wittekindshof hat in vielen Orten
viele neue Angebote aufgebaut.

Früher hatte der Wittekindshof 5 Adressen,
heute hat der Wittekindshof über 100 Adressen.

Als Treff-Punkt für Menschen mit und ohne Behinderung
hat der Wittekindshof 10 KIZe eröffnet.
KIZ heißt Kontakt- und Informations-Zentrum.
Zum KIZ gehört meistens ein Café.

Öffnung der Angebote

Der Wittekindshof öffnet die Angebote,
die früher nur Bewohner nutzen konnten.
Jetzt können alle Schüler mit Behinderung
aus Bad Oeynhausen und Umgebung
die Schule Wittekindshof besuchen.

Menschen mit und ohne Behinderung
nutzen das Therapie-Zentrum vom Wittekindshof.

In den Wittekindshofer Werkstätten arbeiten jetzt auch
Menschen, die nicht im Wittekindshof wohnen.

Inklusion und Behinderten-Rechts-Konvention

Wichtig für den Wittekindshof ist das Zusammen-Leben
von Menschen mit und ohne Behinderung.
Das heißt Inklusion.

Inklusion ist ein wichtiges Thema
in der Behinderten-Rechts-Konvention.
Die Behinderten-Rechts-Konvention

  • ist so etwas ähnliches wie ein Gesetz
  • gilt auch in Deutsch-Land
  • ist auch für den Wittekindshof wichtig.

Zur Förderung der Inklusion hat der Wittekindshof
Familien-Zentren gegründet.
Zu einem Familien-Zentrum Wittekindshof gehört

  • eine Kinder-Tages-Stätte, kurz Kita
    Eine Kita hatte früher den Namen Kinder-Garten.
  • Früh-Förderung für kleine Kinder,
    die sich langsam entwickeln oder eine Behinderung haben.

Im Familien-Zentrum treffen sich
Menschen mit und ohne Behinderung.

Aus-Blick

Die Mitarbeiter vom Wittekindshof haben
im Handlungs-Leitenden Bild aufgeschrieben,
was für die Arbeit im Wittekindshof wichtig ist.

Die wichtigsten Gedanken aus dem
Handlungs-Leitenden Bild stehen im Leit-Bild.

Die Chefs vom Wittekindshof haben
gemeinsam überlegt

  • Welche Ziele hat der Wittekindshof in den nächsten Jahren?
  • Welche Ziele hat jeder einzelne Bereich?
  • Wie können wir die Ziele erreichen?

Die Gedanken zu diesen Fragen sind
in einem Text zusammen gefasst.
Der Text heißt Strategie.
Eine Strategie ist eine Planung
mit Zielen für die Zukunft.

Durch die Strategie weiß der Wittekindshof,
was er in den nächsten Jahren tun will
für Menschen, die Hilfe brauchen.

Über Leichte Sprache und Prüfer

Hannelore Kraft besucht beim Tatkraft-Tag 2015 den Wittekindshof.