Sucht und BehinderungUmgang mit der Erkrankung lernen

Sucht und Drogenmissbrauch von Menschen mit geistiger Behinderung führen an Grenzen. Die Zusammenarbeit von Behindertenhilfe, Fachärzten und Suchtkliniken ist notwendig, aber führt nicht immer zum Ziel. Bewährte Methoden der Suchttherapie überfordern viele Menschen mit Intelligenzminderung.

Die Diakonische Stiftung Wittekindshof unterstützt Menschen mit geistiger Behinderung und Suchterkrankung oder Drogenmissbrauch im vertrauten Lebensumfeld. Wenn die Folgen der Suchterkrankung und des Alkoholmissbrauchs ein nicht mehr erträgliches Ausmaß annehmen, sind spezialisierte Angebote nötig.

Abstinenz- und entwicklungsorientiertes Wohnangebot

Schwere Lebenskrisen, selbst- und fremdverletzendes Verhalten oder Konflikte mit dem Strafgesetz als Konsumfolgen können eine Heilpädagogische Intensivbetreuung erforderlich machen. Im Rahmen eines abstinenz- und entwicklungsorientierten Wohnangebotes wird ein neuer Umgang mit dem Suchtmittel und der Erkrankung eingeübt. Verschiedene Wohnformen von der Wohngruppe mit Möglichkeit zur geschlossenen Unterbringung bis zum eigenen Appartement schaffen Motivations- und Entwicklungsanreize.

Belastbare wertschätzende Beziehungen und Absprachen

Die leichte Verfügbarkeit macht Alkohol zum Suchtmittel Nummer Eins. Vereinzelt geht es auch um illegale Drogen oder nicht stoffgebundene Süchte wie Computer- und Spielsucht. Die Wittekindshofer Mitarbeitenden bieten eine belastbare wertschätzende Beziehung und ein verlässliches Krisenmanagement an. Die Beziehung basiert auf Absprachen, die gemeinsam mit den Betroffenen erarbeitet werden.

Die enge Alltagsbegleitung umfasst sämtliche Lebensbereiche und erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Therapie- und Tagesstrukturierenden Angeboten, den Wittekindshofer Werkstätten oder anderen Arbeitsplätzen sowie im Freizeitbereich. Verbindlich ist die Teilnahme an der wöchentlichen multiprofessionell geleiteten Sucht- und Kompetenzgruppe. Die tiergestützte Arbeit mit Lamas oder die Musikband sind für viele attraktiv und tragen dazu bei, das Selbstwertgefühl zu stärken. Es sind Angebote, die sich an einen weiteren Personenkreis richten, der auf ähnlich intensive Begleitung angewiesen ist.

Fachaustausch: Behindertenhilfe und Suchthilfe

Der Wittekindshof beteiligt sich am Fachaustausch zwischen Behindertenhilfe und Suchthilfe. Zusammen mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe hat er die Tagungsdokumentation „Normal berauscht? Geistige Behinderung und Sucht/Substanzmissbrauch" (PDF 1,7MB) herausgegeben.

Kontakt

Willi KühlPsychologe

Psychologisch-Pädagogischer Fachdienst Ressort 3

Heckenrosenweg 1
32549 Bad Oeynhausen