Mitarbeiter Harald Garbrecht schneidet Plastikstreifen von einer großen Rolle.
Die einfachen Schutzvisiere bestehen aus einer Plastikfront und einem Schaumstoffpolster an der Stirn. Mitarbeiter Harald Garbrecht schneidet zunächst grobe Stücke aus dem festen Plastik.
Mitarbeiter Harald Garbrecht schneidet die Plastikstücke mit einer Schablone in Visierform.
Nach dem er grobe Stücke aus einer Plastikbahn für die Visiere geschnitten hat, legt Mitarbeiter Harald Garbrecht die Teile in eine Form, um die Ecke abzurunden.
Mitarbeiter Cord Lemkemeier schneidet mit einem Cuttermesser Streifen aus Schaumstoff zurecht.
Cord Lemkemeier, stellvertretende Bereichsleitung der Wittekindshofer Betriebsstätte Benkhausen, schneidet Schaumstoff für die Schutzvisiere zurecht.

Vorsorge für den Corona-Katastrophenfall

Wittekindshof fertigt Visiere für Herz- und Diabeteszentrum

Espelkamp/Bad Oeynhausen (JP). Schnelle, kollegiale Hilfe leisten die Wittekindshofer Werkstätten für das Herz- und Diabeteszentrum NRW Bad Oeynhausen (HDZ): Wittekindshofer Mitarbeitende fertigen in der Betriebsstätte Benkhausen derzeit 700 Visiere an, die das HDZ für den Katastrophenfall vorsorglich bestellt hat, sollte es in der Corona-Pandemie zu einer maximalen Auslastung der Intensivkapazitäten kommen und der Vorrat an vorhandener Schutzkleidung aus gehen.

"Diese Anfrage hat uns in den Wittekindshofer Werkstätten kurzfristig erreicht und wir haben sofort zugesichert, den Auftrag zu erledigen. In Zeiten einer solchen Krise müssen wir zusammenstehen, soziale Verantwortung tragen und unkomplizierte, schnelle Hilfe leisten", sagt Bernd Wlotkowski, Wittekindshofer Geschäftsbereichsleiter und unter anderem zuständig für die Werkstätten in Benkhausen und dem Gründer- und Anwendungszentrum (GAZ) in Espelkamp.

Mitarbeiter fertigen Visiere an

In den Wittekindshofer Werkstätten wird derzeit eine Notbetreuung für Menschen mit Behinderung angeboten, die anderweitig nicht begleitet werden können. Die meisten Mitarbeitenden sind in den Wohnbereichen tätig und ermöglichen auch ohne Werkstattbesuch einen abwechslungsreichen Tagesablauf und sinnvolle Beschäftigung und Teilhabe am Arbeitsleben. Soweit möglich, haben Gruppenleitungen Materialien für Auftragsarbeiten in die Wohnbereiche transportiert. So können Menschen mit Behinderung auch weiterhin in Heimarbeit Aufträge von Industrie- und Handwerk bearbeiten. "In diesem Fall haben allerdings Mitarbeitende ohne Behinderung den Auftrag erledigt, da derzeit in der Notbetreuung nur wenige Werkstattmitarbeitende in verschiedenen Abteilungen tätig sind, um andere Terminaufträge zu erledigen. Dass ist notwendig, damit den Wittekindshofer Werkstätten keine wertvollen Aufträge verloren gehen", erklärt Wlotkowski. Nur so könne Menschen mit Behinderung nach Aufhebung des Betretungsverbots wieder eine große Auswahl an Arbeitsplätzen angeboten und Teilhabe am Arbeitsleben ermöglicht werden.

Schnelle Serienproduktion

Drei Mitarbeitende aus dem Team von Gruppenleiter Matthias Tiburski, unter ihnen Harald Garbrecht, schneiden derzeit in der Betriebsstätte Benkhausen die vordere Visierseite aus durchsichtigem Plastik sowie Schaumstoff für die Stirnbefestigung zurecht. "Wir haben uns zunächst Schablonen angefertigt, um dann schnell in die Serienproduktion zu kommen", berichtet Cord Lemkemeier, stellvertretende Berei­chsleitung in Benkhausen. Grundsätzlich sei dies eine Arbeit, die unter normalen Umständen auch gut von Menschen mit Behinderung übernommen werden könnte. "Die Werkstätten für behinderte Menschen sind zuverlässiger Zulieferer für Industrie und Handwerk. Wir liefern nicht nur in der Corona-Pandemie 'just in time'", betont Bernd Wlotkowski.