Die oberste Leitung verabschiedet Malu Fels.
Diakon Reiner Breder (links) und der Vorstand bestehend aus Pfarrer Prof. Dr. Dierk Starnitzke (Zweiter von rechts) und Marco Mohrmann (rechts) verabschieden die Geschäftsbereichsleiterin Malu Fels in der Begleitung ihres Ehemanns Martin Fels in den Ruhestand. Zum Abschied gibt es einen Golfschnupperkurs.
Ein Gruppe Menschen im goldenen Konfettiregen.
Zum Abschied ein Ständchen mit Knall und Konfetti: Fabian Hülsmann (vorne) rappt die umgedichteten Zeilen des Hits „MfG“ von den Fantastischen Vier, der Rest der Mitarbeiter singt den Chorus. Ab Ende werden die Konfettikanonen gezündet.

Verlässlich, konsequent und hartnäckig

Wittekindshof verabschiedet Geschäftsbereichsleiterin Malu Fels in den Ruhestand

Bad Oeynhausen (JP). Sie hat die therapeutischen Angebote sowie die Autismus-Ambulanz und die Interdisziplinäre Frühförderung der Diakonischen Stiftung Wittekindshof maßgeblich aufgebaut und weiterentwickelt: Malu Fels, langjährige Geschäftsbereichsleiterin ist nach 45 Jahren nun, am 31. Juli, in den Ruhestand gegangen. "All die Zeit bist Du eine engagierte und auf die Sache bezogene Mitstreiterin gewesen, eine verlässliche Leiterin, loyal und konsequent", sagte Diakon Reiner Breder, zuständiger Ressortleiter in seiner Rede zur offiziellen Abschiedsfeier.

1. März 1974: Die junge Gymnastiklehrerin Malu Fels tritt ihren Dienst in der Diakonischen Stiftung Wittekindshof an, damals noch im Freizeitwerk, einem übergreifendem Angebot für Frauen und Männer, mit Bildungs- und Freizeitangeboten. Der damalige Leiter des Freizeitwerk, Gerhard Senger, erinnert sich an die Berufsanfängerin: "Sie kämpfte um würdige Rahmenbedingungen - Keller, Flure oder Tagesräume waren häufig ihre Gymnastikhalle - zur Durchführung von Bewegungstherapien und Gymnastik. Ganz zu schweigen von der permanenten Überzeugungsarbeit, dass dies alles einen tiefen Sinn hatte." Aber Malu Fels habe nicht locker gelassen, diskutierte intensiv und hartnäckig. "Das ist ein Merkmal, dass sich durch Dein gesamtes Berufsleben zieht: Engagement für die Sache, Durchsetzungsfreude und immer die deutliche Botschaft, dass die Angebote, die du vertrittst, der Mittelpunkt sind", sagte Reiner Breder.

Sichtbare Spuren hinterlassen

Die Angebotspalette wird dank der Jubilarin stetig ausgebaut und verbessert. 1982 eröffnet das Therapiezentrum. Fels wird die Leitung übertragen. Sie hat immer neue Ideen, Anfang der 1990er Jahre setzt sie den Grundstein für die Interdisziplinäre Frühförderung, leistet Pionierarbeit, wie der Ressortleiter betont, 1995 übernimmt sie die Geschäftsbereichsleitung der Therapeutischen Dienste, neue Standorte für bestehende Angebote werden erschlossen, 2012 kommt die Autismus-Ambulanz als neues Angebot hinzu. "2014 - 40 Jahre im Dienst und noch nicht müde geworden. Das erste interdisziplinäre Familienzentrum in Bad Oeynhausen, das Spatzennest in Eidinghausen, hat im August seinen Betrieb aufgenommen. Das zweite Wittekindshofer Familienzentrum, die Sternschnuppe in Volmerdingsen, begleitest du mit gleicher Ruhe und Routine", setzt Breder weitere Schlaglichter auf die Karriere von Malu Fels. Zur Eröffnung werde es sicherlich ein Wiedersehen mit der Geschäftsbereichsleiterin geben, die "sichtbare Spuren im Wittekindshof hinterlassen und eine Art Kultstatus erlangt hat".

Angebote in den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke

Ihr verantworteter Arbeitsbereich umfasst heute Angebote in den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke, die in großen Teilen auf das Engagement von Malu Fels zurückzuführen sind: Physio-, Ergo- und Logopädie, die Interdisziplinäre Frühförderung (IFF), die Autismus-Ambulanz, den Bereich Sport/Reha-Sport, die individuelle Versorgung der Menschen mit Behinderung mit Pflegebetten, Rollstühlen und weiteren Hilfsmitteln, die beiden Familienzentren sowie den Sportverein SV DSW. "Sie haben ihre Ziele mit Konsequenz und Entschiedenheit verfolgt", lobte der Theologische Vorstand der Stiftung, Pfarrer Prof. Dr. Dierk Starnitzke in seiner Andacht. "Nach vielen Jahren des Hetzens, sollen die Zeiger der Uhr nun wohltuend still für Sie stehen."

In all diesen Jahren sei ihr stets viel Vertrauen entgegen gebracht worden, von Leitung und Mitarbeitenden: "Vertrauen muss aufgebaut werden, sich entwickeln. Man muss sich die Zeit geben, Inne zu halten, die Zeit haben, Vertrauen wachsen zu lassen", sagte Malu Fels in ihrer kurzen Ansprache. An ihre Kolleginnen und Kollegen richtete sie einen Appell: "Aber vergesst auch nicht das Querdenken und das Stellen unangenehmer Fragen, nur so kann man Neues entwickeln."

Abschied mit Konfetti

Das Thema Zeit griffen auch die Mitarbeitenden auf. In einem umgetexteten Lied der Fantastischen Vier brachten sie humorvoll die geläufigen Abkürzungen unter, die innerhalb der Stiftung genutzt werden. Fabian Hülsmann aus dem Wittekindshofer Sportbüro rappte mit dicker Goldbrille und schweren Goldketten erstaunlich professionell durch die Strophen, während den Chorus alle zusammen sangen: "MfG, mit freundlichen Grüßen; Die Welt liegt nun zu Füßen, denn du hörst auf, mit Schall und Rauch; Jetzt ein Leben voller Raum und Zeit; Vom 'Whof' bist Du nun befreit." Am Ende: Ein Knall. Es regnet Konfetti. Was für ein Abschied.