Ein Portrait von Pfarrer Horst Ziemann.
Pfarrer Horst Ziemann ist verstorben.

Unermüdlicher Seelsorger und Botschafter des Wittekindshofes

Pfarrer i.R. Horst Ziemann im Alter von 88 Jahren verstorben

Bad Oeynhausen (AM). Im Alter von 88 Jahren ist Pfarrer Horst Ziemann verstorben. Seit seinem Ruhestand lebte er in Bad Oeynhausen-Eidinghausen. Davor war er von 1981 bis 1995 Pfarrer der Diakonischen Brüder- und Schwesternschaft Wittekindshof und wurde 1982 als Mitglied der Anstaltsleitung berufen. Damit trug er auf oberster Leitungsebene Verantwortung für die Stiftung Wittekindshof und leitete zusammen mit dem Rat die Brüder- und Schwesternschaft, deren Mitgliederzahl sich während der Amtszeit Ziemanns von 500 auf 1.000 Mitarbeitende verdoppelt hat.

Verantwortung für Weiterbildung und Auszubildende

Verbunden mit der Funktion als Brüderpfarrer war die Verantwortung und Koordination der gesamten Aus-, Fort- und Weiterbildung. Zusammen mit der Personalleitung führte Ziemann die Einstellungsgespräche für die Wittekindshofer Mitarbeitenden, aber unterrichtete auch selbst in der Diakonenschule, in der Fachschule für Sozialpädagogik und in der Krankenpflegeschule und war Vorgesetzter aller Auszubildenden.

Gleichzeitig hat er regelmäßig Gottesdienste auf dem Gründungsgelände in Volmerdingsen und in den damaligen Wittekindshofer Zweigeinrichtungen vor allem in Espelkamp-Benkhausen und Löhne-Ulenburg gehalten. Auch in seinem Ruhestand hat er auf Wunsch weiterhin Trauungen, Beerdigungen, Taufen und viele Gottesdienste und Andachten gestaltet.

Bundesweit vertrat Ziemann den Wittekindshof in verschiedenen Leitungsgremien. 1990 wurde er Vorsitzender der Ausbildungsleiter der Diakonenschulen und 1993 Vorsitzender der Konferenz der Bruderhäuser der Evangelischen Kirchen der Union.

Auch im Ruhestand Kontakt gepflegt

Nachhaltig geprägt hat Horst Ziemann den Wittekindshof spirituell. Er war ein unermüdlicher Seelsorger, der sich für Mitarbeitende auf allen Hierarchieebenen Zeit zum Gespräch, für Besuche und Begleitung in Freud und Leid genommen hat. Weggefährten beschreiben ihn übereinstimmend als "sehr freundlichen, den Menschen zugewandten, mitfühlenden Pfarrer, der vorgelebt hat, wie Glauben und Alltagsleben verbunden werden können". Auch im Ruhestand pflegte er bis zuletzt Kontakte zu den Mitgliedern der Brüder- und Schwesternschaft durch Besuche und Briefe und war ein engagierter Botschafter des Wittekindshofes. In vielen Vorträgen berichtete von seinen Erfahrungen in der Diakonie und vor allem mit Menschen mit Behinderung.

Horst Ziemann wurde in Stettin geboren, hat in Soltau Abitur gemacht und 1951 bis 1956 in Bethel, Göttingen und Münster Theologie studiert. Die praktische Ausbildung als Pfarrer absolvierte er als Vikar in Gelsenkirchen und 1957/58 in der Kirchengemeinde Mahnen in Löhne. Bevor er 1981 als Brüderpfarrer nach Ostwestfalen zurückgekehrt ist, war der Vater von zwei Kindern Hilfsprediger in Nachrodt und 1960-1981 Pfarrer in Waltrop sowie nebenamtlich Jugendpfarrer des Kirchenkreises Recklinghausen und Vorsitzender der Konferenz Jugendarbeit in der westfälischen Landeskirche.