Eine Schülerin und ein Schüler zeigen drei Männern, wie die Tablets mit Lern-Apps funktionieren.
Die Schülerin Tanja Zöllner und Schüler Sebastian Wefer (rechts) zeigen Schulleiter Andreas Becker-Brandt (links) und Lothar Kottmeier sowie Hans-Dieter Brüggemann von der Martin C. Schröder-Stiftung, wie die Tablets mit den Lern-Apps funktionieren. Seit vielen Jahren unterstützt die Stiftung die Arbeit der Schule Wittekindshof: Dieses Mal werden durch die Zuwendungen Software und Luftreinigungsgeräte angeschafft.
Eine junge Frau zeigt einem älteren Herrn wie er das Tablet mit Lern-Apps bedient.
Dass auch die Förderung schwerstmehrfachbehinderter Mitschülerinnen und -schüler durch niedrigschwellige Lern-Apps möglich ist, präsentiert Schülerin Katja Zöllner dem Stiftungsmitglied Lothar Kottmeier.
Ein junger Mann zeigt einem älteren Herrn wie das Tablet mit Lern-Apps funktioniert.
Schülersprecher Sebastian Wefer von der Schule Wittekindshof beantwortet die Fragen von Hans-Dieter Brüggemann. Hier zeigt er, wie mit einer Mathe-App umzugehen ist.

"Förderung und individuelle Entwicklung ermöglichen"

Martin C. Schröder-Stiftung unterstützt Digitalisierung an der Schule Wittekindshof

Bad Oeynhausen/Kreis Minden-Lübbecke (JP). "Welche App ist das?", fragt Hans-Dieter Brüggemann und guckt auf das Tablet von Sebastian Wefer. "Hier, die. Du musst da tippen und dann kommt schon die Aufgabe", sagt der junge Mann und deutet auf die obere rechte Ecke des Displays. Brüggemann tippt und es öffnet sich eine Mathe-App, die an der Förderschule Wittekindshof zum Einsatz kommt, um neben digitalen Kompetenzen auch Kulturtechniken wie Rechnen und Schreiben zu vermitteln.

Schülersprecher Sebastian Wefer und seine Mitschülerin Katja Zöllner geben dem Vorstandsvorsitzenden und Geschäftsführer der Martin C. Schröder-Stiftung, Hans-Dieter Brüggemann, und seinem Vorstandskollegen Lothar Kottmeier einen Einblick, was mit den Tablets alles möglich ist und wie sie zum Einsatz kommen. "Das ist eine App für Schülerinnen und Schüler, die schwerer behindert sind. Da müssen keine Aufgaben gelöst werden. Man wischt über das Display", erklärt die 20-jährige Katja Zöllner.

Software wird nicht vom Land finanziert

"Tablets mit den unterschiedlichen Apps und vielfältigen Lernprogrammen können bei einem Großteil unserer Schülerinnen und Schüler zum Einsatz kommen", führt Schulleiter Andreas Becker-Brandt aus, der Brüggemann und Kottmeier in die Schule Wittekindshof, der Förderschule der Diakonischen Stiftung Wittekindshof für den Kreis Minden-Lübbecke mit Förderschwerpunkt geistige sowie die körperliche und motorische Entwicklung, eingeladen hat. "Mit der finanziellen Unterstützung Ihrer Stiftung ist es uns möglich, weitere 36 neue Tablets mit der benötigten Software auszustatten und so die Digitalisierung im Rahmen des coronabedingt notwendigen Distanzunterrichtes auszuweiten", erklärt der Schulleiter. Das Land NRW stelle zwar Mittel für die Anschaffung der Schüler-Endgeräte zur Verfügung, aber die erforderlichen Software-Kosten für die Lern-Apps und Programme für Unterstützte Kommunikation müssten die jeweiligen Schulen selbst übernehmen.

"Förderung junger Menschen ist enorm wichtig"

Die beiden Vertreter der Martin C. Schröder-Stiftung sind ganz angetan und probieren sich selbst an den Tablets aus: "Die Förderung junger Menschen mit Behinderung ist in diesen Zeiten, in denen Unterricht nicht wie gewohnt stattfinden kann, enorm wichtig. Wenn ich sehe, was hier mit unserer Unterstützung möglich gemacht werden kann, bin ich stolz, dass wir unseren Beitrag dazu leisten können", sagt Hans-Dieter Brüggemann, ehemaliger Rektor der Schule am Weserbogen. Seit vielen Jahren unterstützt die Martin C. Schröder-Stiftung die Arbeit der Schule Wittekindshof: Freizeiten und Tagesausflüge, dringend benötigte, aber nicht refinanzierte Reittherapien, das Klassenhunde-Projekt und auch die Gartengruppe. "Leider konnten in diesem Jahr aufgrund der Pandemie keine Klassenfahrten stattfinden. Das Geld, das dafür folglich nicht zum Einsatz kam, würden wir gerne in Luftreinigungsgeräte investieren", erklärte Becker-Brandt.

Luftreinigungsgeräte, da erkrankte Schüler vor Luftzug geschützt werden müssen

Denn insbesondere in den gebildeten Lerngruppen, in denen schwerstmehrfachbehinderte Kinder und Jugendliche unterrichtet und zwischenzeitlich zur körperlichen Entspannung gelagert werden müssen , könne nicht so intensiv gelüftet werden. "Die Jungen und Mädchen sind teilweise sehr anfällig für Lungenentzündungen. Erkältungen und Infekte müssen daher dringend vermieden werden. So oft und viel wie gelüftet werden muss und wird, können die Lehrkräfte und Integrationshelferinnen und -helfer die Kinder gar nicht entsprechend einkleiden und vor Luftzug schützen. Luftreinigungsgeräte sind da die perfekte Alternative", sagt Becker-Brandt.

"Die schaffen Sie bitte unbedingt an", sagt Brüggemann. "Jetzt ist es wichtig, die Gesundheit aller im Blick zu behalten. Denn der Unterricht und die individuelle Entwicklung dürfen durch Krankheitszeiten nicht zu kurz kommen. Die Kinder und Jugendlichen benötigen die entsprechende Förderung und den Austausch in der Schule." Das bestätigen Sebastian Wefer und Katja Zöllner mit ausschweifendem Nicken.

Die Schule Wittekindshof

Die Schule Wittekindshof ist die Förderschule der Diakonischen Stiftung Wittekindshof für den Kreis Minden-Lübbecke mit Förderschwerpunkt geistige sowie die körperliche und motorische Entwicklung. Sie besuchen 183 Kinder und Jugendliche mit geistiger, körperlicher und mehrfacher Behinderung im Alter von 6 bis 25 Jahren. Für jede Schülerin und jeden Schüler werden individuelle Lern- und Förderpläne aufgestellt. Die Bandbreite reicht von der Wahrnehmungsförderung bis zum Erlernen von Lesen, Schreiben und Rechnen auf verschiedenen Niveaus. Schwerpunkte bilden die Förderung der Selbstständigkeit und Kommunikation, das Erlernen alltagspraktischer Fähigkeiten sowie die Vorbereitung auf das Erwachsenen- und Berufsleben.