Drei Mauer stehen hinter einer Mauer, in die eine Zeitkapsel eingelassen wird.
Grundstein für die neue Förderschule: Landrat Dr. Kai Zwicker (von links), Wittekindshofer Vorstandssprecher Pfarrer Prof. Dr. Dierk Starnitzke und Bürgermeister Rainer Doetkotte legen die Zeitkapsel in das vorgesehene Loch und mauern sie anschließend zu.
Drei Menschen stehen an einem Rednerpult.
Ein Stück Kreide als Symbol kommt in die Zeitkapsel, die in den Grundstein eingemauert wird: "In der Hoffnung, dass die Kreidezeit nun bald endet", erklärt Lehrerin Monika Fabian (von links), während Schülervertreterin Dilara Radink die Kreide in die Kapsel legt, die die Wittekindshofer Architektin Heike Lau bereit hält.

Beton für 53 Einfamilienhäuser

Grundstein für die neue Wittekindshofer Johannesschule gelegt

Gronau (JP). 2900 Kubikmeter Beton werden an der neuen Johannesschule der Diakonischen Stiftung Wittekindshof verbaut. "Das entspricht etwa 53 Einfamilienhäusern", führte der zuständige Ressortleiter Diakon Reiner Breder bei der offiziellen Grundsteinlegung für die Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige sowie körperliche und motorische Entwicklung aus. Mit dem Kellerbau sowie zwei der insgesamt vier Bauabschnitte des Untergeschosses ist begonnen worden. Alles läuft nach Zeitplan.

"In den letzten Jahrzehnten gab es viele Themen, die der Wittekindshof mit dem Kreis Borken zu beraten hatte. Und dort gab es immer ein offenes Ohr für Anliegen, in denen es um Bildung für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen ging. Wir ständen heute nicht hier, wenn der Kreis Borken sich dieses Projektes nicht angenommen hätte", betonte Diakon Breder in seiner Begrüßung.

Neue Klassen- und Fachräume

Wie wichtig der Neubau der Förderschule sei, führte Schulleiter Jörg Hunschede aus: "Wir haben lange mit großen Mängeln an räumlichen Möglichkeiten und Ausstattung arbeiten müssen. Nun entsteht hier endlich das, was wir uns lange erhofft haben: neue Klassen- und Fachräume und ein Lehrerzimmer. Uns ist bewusst, dass diese neuen Wände nicht von alleine eine bessere Förderung oder einen besseren Unterricht bedeuten. Aber die neuen Räume werden viele Lernangebote ermöglichen, die bisher aufgrund zu hoher Hürden nicht stattfinden konnten." Das Kollegium sowie die Schülerschaft freuten sich auf die neue Johannesschule und alle beobachteten den Baufortschritt jeden Tag interessiert.

Das führte zu einer kreativen Idee: "Wie bunt eine Förderschule aussehen kann, wird deutlich bei unserem Schul-Malwettbewerb, den wir zur Grundsteinlegung ausgeschrieben haben." Das Siegerbild legten die Schülervertretung Dilara Radink und Walter Schmidt mit in die Zeitkapsel. Ebenso die Grundsteinurkunde, die Schmidt gemeinsam mit Breder verlas, sowie allerlei Symbole – etwa ein Stück Kreide, "in der Hoffnung, dass die Kreidezeit nun bald vorbei ist", sagte Lehrerin Monika Fabian, und etwas Glitzer: „Glitzer geht immer!“

Stadtwappen in der Zeitkapsel

Gronaus Bürgermeister Rainer Doetkotte legte spontan noch einen Anstecker mit dem Gronauer Stadtwappen in die Grundsteinrolle: "Ich bin mit dem Wittekindshof groß geworden. Mein Elternhaus steht unweit entfernt. Ich freue mich, dass der Wittekindshof hier im Ort nun weiter wächst." Landrat Dr. Kai Zwicker bedankte sich ebenfalls für das Engagement aller Beteiligten: "Die Johannesschule erfüllt einen wichtigen Zweck im Norden des Kreises Borken und ist dem Kreis eine Menge wert, daher unterstützen wir den Neubau finanziell."

Dass es aber nicht nur auf materielle Grundlagen, wie den festen Untergrund und das benötigte Geld ankommt, betonte der Wittekindshofer Vorstandssprecher Pfarrer Prof. Dr. Dierk Starnitzke: "‘Einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus‘, heißt es im ersten Korintherbrief des Paulus‘. Was also zählt, sind die ideellen Grundlagen, ohne diese wird der Bau keinen Bestand haben."

Hartnäckigkeit zahlt sich aus

Einen kurzen Einblick in die Planungsphase gab Diplom-Ingenieur und Architekt Bernd Niehoff vom Gronauer Familienunternehmen HOFF und Partner, das die neue Johannesschule geplant hat. "2017 gab es erste Entwürfe, die ich mit der ehemaligen Schulleiterin Jutta Thier-Mechelhoff entwickelt hatte. 2018 folgte die Bauvoranfrage bei der Stadt Gronau, die schnell positiv entschieden wurde. Und heute stehen wir hier nun schon zur Grundsteinlegung."

Auch Thier-Mechelhoff war als Ehrengast neben Vertretern aus Politik, Verwaltung und Elternvertretung zur Grundsteinlegung gekommen. Sie hatte über Jahre hinweg diverse Planungen zur Johannesschule begleitet: "Jetzt hier zu stehen und erleben zu können, dass unsere Träume und Pläne, aller Einsatz und unsere Hartnäckigkeit nun fassbare und erlebbare Realität werden, macht meine Freude wiederum unfassbar." 

Seit Mai 2020 baut der Wittekindshof in unmittelbarer Nachbarschaft zu Wittekindshofer Wohnhäusern für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie der jetzigen Johannesschule, die auch zukünftig für die drei Vorstufenklasse genutzt wird, ein neues Schulgebäude für 160 Schülerinnen und Schüler. Im Februar 2022 sollen die 16 lichtdurchflutete Klassenzimmer jeweils verbunden mit eigenem Gruppenraum, außerdem Ruhe-, Therapie-, Werk- und Arbeitsräume sowie zwei Lehrküchen und ein großes Forum, das flexibel als Mensa und Veranstaltungsraum genutzt werden kann, fertig gestellt sein. Zwei Innenhöfe werden als Pausenhof und grünes Klassenzimmer mit Sinnesgarten, Hochbeeten und Klangzelt gestaltet. Das barrierefreie Gebäude erhält teilweise ein Obergeschoss, wo Lehrerzimmer und Arbeitsplätze für die Lehrkräfte, Sekretärinnen und weitere Angestellte zu finden sein werden. Zusätzlich wird in Kooperation mit der Stadt Gronau eine Dreifach-Sporthalle in der Nähe gebaut, die zusammen von der neuen städtischen Grundschule und der Förderschule genutzt werden soll. Der Schul-Neubau, für den ein zweistelliger Millionenbetrag investiert wird, wurde durch das Gronauer Familienunternehmen HOFF und Partner geplant.