Ein junger Mann zieht eine Metallschale aus einer Warmhaltebox.
Heute gibt es Tortellini mit Soße und Salat zum Mittagsessen im Familienzentrum Wittekindshof-Grabkowskystraße. Mike Thebelt füllt das Essen aus der Warmhaltebox um und serviert es den Kindern am Tisch. Das ist nur eine von vielen Aufgaben, die der junge Gronauer im Familienzentrum hat. Sein Ziel ist ein sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplatz.
Ein junger Mann füllt Nudeln in einen Teller.

Auf dem Weg zum festen Arbeitsplatz

Mike Thebelt unterstützt seit einem Jahr das Team im Familienzentrum Grabkowskystraße

Gronau (JP). "Ich finde es schön, mit Kindern zu arbeiten. Das gefällt mir besser als in der Verteilerküche in der Werkstatt. Hier ist es abwechslungsreich und immer etwas los", sagt Mike Thebelt. Der 26-jährige Gronauer arbeitet nun seit einem Jahr auf einem ausgelagerten Werkstattplatz im neuen Familienzentrum Wittekindshof-Grabkowskystraße. Sein Ziel ist es, dauerhaft einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz zu erhalten.

Angefangen hat alles mit einem Praktikum nach der Eröffnung des Familienzentrums. Thebelt kam als Verstärkung, um das Team bei Haushaltsarbeiten zu entlasten. "Mike hat sich nach einer Eingewöhnungsphase gut entwickelt. Wir haben für ihn einen Aufgabenplan geschrieben, den er jeden Tag abarbeitet. Das gibt ihm Sicherheit und Struktur", sagt Julia Wolters, die Leiterin des Familienzentrum Wittekindshof-Grabkowskystraße.

Vielfältige Aufgaben

Zu Thebelts Aufgaben gehört zum Beispiel die Mittagsversorgung der Jungen und Mädchen, die das Familienzentrum besuchen. Der 26-Jährige füllt das Mittagessen für die Kinder, das aus der Wittekindshofer Großküche stammt, in Schalen um und deckt die Tische ein sowie anschließend wieder ab, er überprüft die Temperatur des Essens, macht die Wäsche, fegt die Flure, räumt die Spülmaschine ein oder putzt die Schuhschränke der Kinder, wenn es etwas ruhiger in der Kita ist. "Mike zeigt sich trotz seines Bedürfnisses nach Struktur auch sehr flexibel. Montags kommt er immer eher, um die Matratzen frisch zu beziehen, bevor die Kinder kommen. Auch wenn irgendwo Hilfe benötigt wird, springt Mike gerne ein. Er ist eine Stütze für das Team geworden. Wenn er frei hat oder krank ist, merken wir das sofort. Dann müssen wir die Aufgaben auffangen. Wir staunen immer, was er alles an einem Vormittag schafft", lobt Julia Wolters den jungen Mann. Perspektivisch möchte Thebelt auch weitere Aufgaben im FAZ übernehmen, "etwa Arbeiten im Garten", sagt der junge Mann.

Enge Begleitung, Schulungen und Praktika

Mike Thebelt nimmt am Projekt "Gronau inklusiver" teil, mit dem Ziel einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz zu finden. Seit Anfang des Jahres läuft das neue Projekt der Wittekindshofer Werkstätten Gronau zur Vermittlung auf den ersten Arbeitsmarkt. "Durch zwei ähnliche vorherige Projekte konnten vier Beschäftigte aus der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) heraus vermittelt werden und sind seitdem in Betrieben in Gronau tätig", berichtet Klaus Hogelucht-Schücker, Fachkraft für Übergangsförderung der Werkstatt. Er unterstützt die Projektteilnehmenden wie Mike Thebelt. Auch der Integrationsfachdienst (IFD) begleitet das Projekt und berät Teilnehmende und Betriebe bei der Gestaltung der möglichen Übergänge. Im Gronauer Bildungszentrum (GroBiZ) des Wittekindshofs finden Schulungen durch interne und externe Dozenten statt. Alle Teilnehmenden sollen Praktika in Betrieben oder Einrichtungen des allgemeinen Arbeitsmarktes absolvieren.

LWL fördert das Projekt

Für das neue Projekt wurden Fördermittel aus dem "LWL-Budget für Arbeit" beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) beantragt. Es läuft über zwei Jahre und soll elf Werkstattbeschäftigte in den Bereichen Alltagshelfer und Hausservice gezielt qualifizieren.