André Isbrandt (vorne), zuständige Bereichsleitung für das Wittekindshofer Kontakt- und Informationszentrum (KIZ) in Lübbecke, und sein Team Ramon Rose (von links), Christine Jordan, Ulrike Rüter, Sandra Michel, Peter Dürr, Margarete Bröcker, Stefan Pollex und Hans-Martin Schwarze laden ein zur Geburtstagswoche anlässlich des zehnjährigen Bestehens.

Begegnung, Bildung und Begleitung

Wittekindshofer Kontakt- und Informationszentrum feiert zehnjähriges Bestehen

Lübbecke (JP). Café, Treffpunkt, Anlauf- und Beratungsstelle oder einfach ein Ort, wo Menschen mit und ohne Behinderung ihre Freizeit verbringen können: Das Wittekindshofer Kontakt- und Informationszentrum (KIZ) in Lübbecke ist vieles und orientiert sich immer an den Bedürfnissen und Wünschen der Gäste. Zehn Jahre ist es her, dass das KIZ Am Markt 20 eröffnet wurde, das wird mit einer Festwoche mit unterschiedlichen Aktionen gefeiert.

"Das KIZ in Lübbecke war eines der ersten, das der Wittekindshof eröffnet hat. Mittlerweile gibt es zehn an unterschiedlichen Standorten im Kreis Minden-Lübbecke, Kreis Herford, Gronau und dem Ruhrgebiet", erinnert sich André Isbrandt, heutiger Bereichsleiter. Das KIZ sollte zunächst Anlaufstelle für Frauen und Männer mit Behinderung sein. "Wir wollten der Vereinsamung entgegenwirken. Schnell stand auch der inklusive Gedanke im Mittelpunkt. Damals unterstützte der Wittekindshof weniger als zehn Männer und Frauen mit Behinderung ambulant, die in einer eigenen Wohnung in Lübbecke lebten. Heute sind es fast 50. Das KIZ ist Begegnungsstätte für alle Menschen geworden. Ein Ort, an dem wir mit Rat und Tat zur Seite stehen, man sich an schlechten Tagen auch mal ausweinen kann oder neue Leute kennenlernt", sagt Isbrandt, der früher als Bereichsleitung für ambulante Wohnangebote zuständig war.

Bildung steht auf dem Programm

Beim KIZ-Programm setzen Isbrandt und das neunköpfige Team besonders auf Bildung: "Wir wollen Menschen dabei unterstützen, so selbstständig wie möglich zu leben und sie befähigen, die meisten Lebenssituationen eigenständig zu meistern. Darum bieten wir regelmäßig themen- und anlassbezogene Veranstaltungen an. Mitarbeitende bringen sich mit ihren Stärken ein und geben ihr Wissen weiter", sagt der Bereichsleiter. Auf dem Programm stehen etwa die Europawahl, Gesundheit/Ernährung, Glaube und Spiritualität, die Gefahren im Internet, bei Facebook, Instagram und Co. sowie Übungen mit der Feuerwehr, bei denen die KIZ-Räume auch schon mal komplett vernebelt werden, um so gut wie möglich den Ernstfall zu simulieren. "Und wer einfach nur die aktuellen Fußball-Bundesligabegegnungen oder das Spiel des TuS N-Lübbecke, zu dem wir ein freundschaftliches Verhältnis aufgebaut haben, verfolgen möchte, ist auch herzlich Willkommen." Um die Belange von Menschen mit Behinderung weiter voranzutreiben, arbeitet das KIZ mit Vereinen und anderen Institutionen zusammen wie dem TuS-Fanclub Red Devils, dem CVJM, dem sozialen Trainingskaufhaus einLaden aus Espelkamp und dem Behindertenbeirat der Stadt. Jedes Jahr eine beliebte Veranstaltung ist auch die Kneipennacht. "Da haben wir schon so manch einen Gast, der zunächst keine Vorstellung vom KIZ hatte, für uns gewinnen können", freut sich Isbrandt.

Festwoche zum Jubiläum

Wer das Wittekindshofer Kontakt- und Informationszentrum noch nicht kennt, hat zu den Öffnungszeiten immer die Möglichkeit, dort vorbeizuschauen. Zur Festwoche zum zehnjährigen Bestehen gibt es aber noch mehr Gründe: Von Dienstag, 4. Juni, bis Samstag, 8. Juni, wird jeden Tag eine besondere Aktion geboten: Glücksrad, ein fotografischer Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre und Kochaktionen. Am Samstag, 8. Juni, wird dann richtig gefeiert. Verschiedenen Mitmach-Aktionen und Musik beginnen um 15 Uhr. Um den Tag vorzubereiten, bleibt das KIZ vormittags geschlossen und es findet kein Marktcafé statt.