Eine Frau steht vor einem Haus und lächelt.
Drei Personen stehen in einem Flur.

Goldenes Kronenkreuz für Gudrun Deppermann

Bad Oeynhausen-Volmerdingsen/Bünde (KP). "Gudrun Deppermanns Handeln war stets durch den diakonischen Gedanken geprägt — Ihre Kolleginnen und Kollegen gaben mir mit: Gudruns Herz ist größer als sie selbst", erklärte Jan Meyer, der als Geschäftsbereichsleiter für stationäre Wohnangebote im Kreis Minden-Lübbecke verantwortlich ist. Er hat im Namen des Diakonischen Werkes Rheinland-Westfalen-Lippe Gudrun Deppermann das Goldene Kronenkreuz der Diakonie verliehen.

Langjährige Mitarbeit im Nachtdienst

Zu ihrem Abschied in den Ruhestand waren ihre langjährigen Kolleginnen und Kollegen des Hauses Tabea zusammen gekommen. Sie hatten Gudrun Deppermann gemeinsam mit dem stellvertretenden Bereichsleiter, Klaus Dengler, für die Auszeichnung vorgeschlagen. Die gelernte Damenmäntel-Näherin bewarb sich Mitte der 1980er Jahre auf eine Stelle im Nachtdienst im Marienheim, in dem erwachsene Menschen mit Behinderung und sehr unterschiedlichem Unterstützungsbedarf leben. Gudrun Deppermann arbeitete fast 20 Jahre im Nachtdienst, bis sie in den Tagdienst und damit in das Haus Tabea wechselte. In diesem wohnen Frauen und Männer mit geistiger und mehrfacher Behinderung, die teilweise auf zusätzliche Unterstützung aufgrund von Pflegebedarf, herausforderndem Verhalten oder Autismus-Spektrum-Störungen angewiesen sind. "Vor zwanzig Jahren habe ich dich kennengelernt, Gudrun", sagte Klaus Dengler. "Du hast deine Arbeit immer super gemacht und deine Entscheidung, in den Tagdienst zu wechseln, nie revidiert. Auch während einer Erkrankung hast du immer deine Frau gestanden."

Einsatz über die Arbeit hinaus

Das Goldene Kronenkreuz der Diakonie wird im Namen von Ulrich Lilie, dem Präsidenten der Diakonie Deutschland in Berlin verliehen als Ausdruck des Dankes und der Wertschätzung für die Treue und den Einsatz in Diakonie und Kirche im Dienst am Nächsten. "Sie waren nicht nur im Nacht- oder Tagdienst für die Menschen da, die Sie begleitet haben. Auch in ihrer Freizeit haben Sie sich für Sie eingesetzt", berichtete Jan Meyer. Als "Mutter der Gruppe" bezeichnen ihre ehemaligen Kolleginnen und Kollegen Gudrun Deppermann. Nach Dienstschluss nahm sie oftmals Kleidung, die geändert werden musste, mit und passte sie für die Bewohner des Hauses Tabea an. "Das ist sicher eine Kleinigkeit für eine gelernte Näherin - aber keine Selbstverständlichkeit", lobte Jan Meyer.

Motivtorte zum Abschied

"Ich habe hier all die Jahre gern gearbeitet und sage Danke", fasste die Bünderin zusammen. Ihre neugewonnene Freizeit als Rentnerin genießt sie mit ihrem Ehemann. Gemeinsam fahren sie mit dem Fahrrad und verbringen Zeit mit den beiden Enkelkindern. Während sie sich in ihrer Dienstzeit darum bemühte, allen Menschen, die im Haus Tabea leben, schöne Geburtstagsfeiern auszurichten, Kuchen backte, durfte sie sich zu ihrer Abschiedsfeier von ihren Kolleginnen und Kollegen verwöhnen lassen. Diese hatten für die Feier sogar eine Motivtorte mitgebracht und zeigten der "Mutter der Gruppe" so ihre Verbundenheit und Dank.