Begleitet wird das Angebot von der Wittekindshofer Mitarbeiterin Diakonin Miriam Marten. „Einige Menschen, die wir unterstützen, haben den Wunsch geäußert, lesen und schreiben zu können oder ihre Fähigkeiten darin zu verbessern. Deshalb sind wir sehr froh über Philipps Ehrenamt“, sagt die gelernte Erzieherin.
Dass der Kurs in einer kleinen Gruppe stattfindet, sei dabei ein großer Vorteil. So könne auf die einzelnen Teilnehmenden besonders gut eingegangen werden. Das bestätigt auch Julian Tiemann. Der Bünder wird vom Wittekindshof unterstützt und wollte schon lange lesen und schreiben lernen. Im Kurs habe er einen Rahmen gefunden, der für ihn passt. „Mir macht der Kurs Spaß, weil wir in einer kleinen Gruppe sind und ich mich dann besser konzentrieren kann“, sagt er. Dass Wörter aus seinem eigenen Leben im Mittelpunkt stehen, motiviere ihn zusätzlich.
Teilhabe an Kommunikation
„Teilhabe an der alltäglichen Kommunikation in Wort und Schrift haben, ist auch Partizipation“, sagt Philipp Schlüter. Genau darin liegt für ihn der Kern des Kurses. „Wichtig ist zuerst die Frage: Welche Wörter möchtet ihr überhaupt schreiben können?“, erklärt der Literaturwissenschaftler. Gelernt werden keine abstrakten Beispielwörter, sondern Begriffe, die für die Männer und Frauen unmittelbar wichtig sind, etwa Lebensmittel für den Einkauf, die eigenen Namen, die Namen von Mitarbeitenden oder Wörter, die am Bahnhof Orientierung geben. So verbindet der Kurs Lesen und Schreiben mit konkreten Situationen aus dem täglichen Leben und stärkt damit zugleich Selbstbestimmung und Teilhabe.