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Wittekindshof öffnet sich

Seit dem Verfassen des Masterplan 2012 als Baustein der Gesamtstrategie arbeitet die Diakonische Stiftung Wittekindshof daran, sich von einer diakonischen Komplexeinrichtung (ehemalige Anstalt) hin zu einem regional tätigen Förderer der Inklusion zu entwickeln. Dabei steht insbesondere die Öffnung des bislang zweckgebundenen Gründungsgeländes in Volmerdingsen im Fokus. "Um das Gelände zu einem lebendigen Bestandteil des Ortsteils Volmerdingsen zu entwickeln und somit ein Quartier zu bilden, in dem Inklusion gelebt wird, wollen wir nun die Zweckbindung als 'Siedlungsgebiet für das Gesundheitswesen' aufheben", erklärt Marco Mohrmann, kaufmännischer Vorstand des Wittekindshofs.

Aktueller Anlass

Aktuellen Anlass bietet zudem die dafür maßgebliche landes- und regionalplanerische Vorgabe, der Regionalplan NRW, der neu aufgestellt werden muss. Kommunen wie die Stadt Bad Oeynhausen liefern der Planungsbehörde auf Landesebene Entwicklungsvorstellungen. Die Kommunen sind wiederum auf Unterstützung der Grundstückseigentümer angewiesen.

"Der Wittekindshof soll kein rein auf sich selbst bezogenes Anstaltsgelände mehr sein. Wir wollen Teil des Ortes und der Stadt werden, so dass unser Gründungsgelände auch für Menschen aus der Region attraktiv und offen wird", erklärt Pfarrer Prof. Dr. Dierk Starnitzke, theologischer Vorstand der Stiftung. Mit der Aufhebung der Zweckbindung werde nämlich eine differenzierte Zweckbestimmung des Geländes ermöglicht. Es soll ein möglichst breites Spektrum unterschiedlicher Nutzungen entstehen, um eine Mischung zwischen Menschen mit und ohne Behinderung zu fördern. "Die einen wohnen und arbeiten hier, die anderen kommen zum Wittekindshof, um einen Arztbesuch wahrzunehmen oder sich in der Praxis für Physiotherapie behandeln zu lassen", veranschaulicht Mohrmann. Zudem seien Wohnbauflächen möglich. "Privater, vielleicht auch sozialer Wohnraum kann entstehen. Die Lage hier am Südhang des Wiehengebirges ist einmalig, nah am Wald gelegen mit einer herrlichen Aussicht. Ich kann mir vorstellen, dass es unter anderen für viele Familien, die nach einem geeigneten Baugrundstück suchen, eine attraktive Lage ist", sagt Starnitzke. Hinzu komme die gerade erfolgte Öffnung der Nordumgehung, die für Nutzer und Bewohner des Gründungsgeländes innerhalb von 5 Minuten die Zufahrt zur Autobahn ermögliche.

Veränderte Anforderungen

Im Laufe der Jahre haben sich das Gründungsgelände und seine Nutzung verändert. "Im Jahr 2000 haben noch rund 1.500 Menschen mit Behinderung auf dem Gründungsgelände hier in Volmerdingsen gewohnt. Heute sind es weniger als 690 Menschen in den Wittekindshofer Wohnhäusern - wir streben 500 Plätze an", erklärt Starnitzke. Im Zuge der Dezentralisierung, der Erschließung neuer Standorte wie beispielsweise in Hamm und Herne, seien viele stationäre Wohnplätze in Bad Oeynhausen abgebaut und in anderen Städten Westfalens aufgebaut worden. Fast 700 Menschen würden zudem in ihrer eigenen Wohnung ambulant vom Wittekindshof unterstützt. "Somit haben wir auch dem Wunsch- und Wahlrecht unserer Klienten Rechnung getragen. Mittlerweile halten wir an 100 Standorten in 16 Kommunen in Nordrhein-Westfalen Angebote für Menschen mit und ohne Behinderung vor. Die Anforderungen an das Gründungsgelände haben sich gewandelt. Es wird auch zukünftig ein angemessener Wohn- und Lebensort für Menschen sein, die auf umfassende Infrastruktur mit hochspezialisierten Angeboten angewiesen sind. Aber wir dürfen ihnen hier Inklusion nicht vorenthalten. Deswegen müssen wir das Gelände für alle Anspruchsgruppen attraktiv gestalten. Die Aufhebung der Zweckbindung ermöglicht genau das", betont der theologische Vorstand.