Ein Jungeund eine Mädchen im Rollstuhl spielen miteinander und klatschen in die Hände.in dieHände
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Weltkindertag 2016: Ein zweites Zuhause im Wittekindshof

„Kindern ein Zuhause geben“ ist das Motto des diesjährigen Weltkindertages am 20. September. In den Wittekindshofer Wohnhäusern leben rund 250 Säuglinge, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Die einen können nicht mehr bei ihren Eltern leben, für die anderen ist es ein zweites Zuhause.

Zuhause geben ist Ziel und Anspruch

„Kindern ein Zuhause zu geben ist ein hohes Ziel und unser Anspruch. Aber wir wollen keine Konkurrenz zum Elternhaus aufbauen und wissen, dass wir Mama und Papa auch mit den besten pädagogischen Konzepten und engagierten, einfühlsamen Mitarbeitenden nicht ersetzen können“, erklärt Diakon Michael Nagelschmidt, der als Geschäftsbereichsleiter für den Kinder- und Jugendbereich in Bad Oeynhausen und Bünde verantwortlich ist. „Nur die Kinder selbst können entscheiden, ob der Wittekindshof für sie ein Zuhause ist. Unser Ziel ist es, den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Ort anzubieten, an dem sie sich wohlfühlen, sicher sind und sich gut entwickeln können“, betont der Geschäftsbereichsleiter, der mit seinem Team auch Westfälischen Pflegefamilien sucht und unterstützt, um Kindern eine Alternative zu Wohngruppen zu bieten, wenn sie nicht bei ihren leiblichen Eltern leben können.

Eltern, die alles für ihr Kind tun

Die Gründe, warum Kinder und Jugendliche überhaupt in einem der Wittekindshofer Wohnhäuser leben sind ganz unterschiedlich. „Einige Familien planen den Schritt langfristig, gestalten durch Kurzzeitwohnen fließende Übergänge, damit das Kind aus eigenem Erleben weiß: ‚Mama und Papa denken an mich und haben mich lieb, auch wenn ich im Wittekindshof bin‘“, berichtet Diakon Dietmar Gornik, der alles rund um die Aufnahmen und Umzüge koordiniert und deswegen viel Kontakt zu Eltern hat. Ausschlaggebend für den Umzug sind weite Schulwege, der hohe Aufwand rund um Therapie und Förderung oder die Sorge um Geschwisterkinder, Partnerschaft oder Ehe, die vernachlässigt werden:

Perspektiven eröffnen

In den meisten Fällen melden sich Mütter bei Gornik oder direkt im Wohnhaus am Dustholz in Bünde, wenn sie keine Perspektive mehr für ihr Kind und sich selbst sehen. Außerdem melden sich Kliniken oder Jugendämtern wegen Kindeswohlgefährdung. „Es gibt die Kinder, die in Krisen in die Klinik kommen, aber dann nicht mehr nach Hause können. Säuglinge mit schwerster Behinderung müssen sich manchmal erst über Jahre stabilisieren, bevor sich die Eltern die Pflege zu Hause zutrauen“, erklärt Gornik.

„Ein zweites Zuhause, wo er sich wohl fühlt.“

Gornik freut sich, wenn er Eltern wieder trifft, die er manchmal über einen längeren Zeitraum während des Aufnahmeprozesses begleitet hat. Das was ihm eine junge Mutter vor kurzem berichtet hat, hat er in Variationen schon oft gehört: „Wir können die Zeit mit unserem Kind jetzt wieder genießen. Die Überlastung ist vorbei. Wir freuen uns  auf seine Besuche zuhause. Aber er sagt jetzt auch, dass er sonntags zurück nach Hause in den Wittekindshof zu seinen Freunden und zur Schule will. Erst hat das wehgetan, aber wir haben verstanden, er hat jetzt ein zweites Zuhause, wo er sich auch wohl fühlt.“

Mehr Informationen zum Thema erhalten Sie in der Pressemitteilung.