Ein Mann steht auf einem Stuhl und macht Übungen für den Rücken vor.
Ein Mann steht auf einem Stuhl, er ist von hinten zu sehen. Vor ihm stehen Menschen, die die Übungen mit gestreckten Armen nachmachen.
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Wege aus der Stressfalle

Die Digitalisierung eröffnet auch im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) moderne Möglichkeiten. Die Diakonische Stiftung Wittekindshof geht in der Gesundheitsförderung daher neue Wege: Alle 3200 Mitarbeitende der Stiftung erhalten jeweils ein halbes Jahr lang einen digitalen Zugang zum Programm "Wege aus der Stressfalle". Zur Kick-Off-Veranstaltung in Bünde kam ein Team aus Herford zunächst aber noch in den analogen Genuss des Konzept-Entwicklers.

"Beim Thema Stress haben wir häufig Mitarbeitende vor Augen, die nicht mehr abschalten können, aus privaten oder dienstlichen Gründen. Sie setzen sich unter Druck und dem Stress weiter aus. Dank der Unterstützung der BKK GILDEMEISTER SEIDENSTICKER in Höhe von 20.000 Euro ist es dem Wittekindshof möglich, den Umgang mit Stress zeitgemäß aufbereitet und in einem neuen Format anzubieten. Digitalisierung in der Gesundheitsförderung ist spannend und zeitgemäß. Die Mitarbeitenden entscheiden selbst, wann sie dieses Angebot annehmen. Sie und ihre individuellen Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt", betont Sabine Kathmann, Geschäftsbereichsleitung Personalmanagement im Wittekindshof.

"Wir sind Affen im Anzug"

Durchtrainiert, in einem engen, weißen Hemd steht Michael Hilgert, Master-Trainer, Diplom-Sportlehrer und Geschäftsführer der FYB-Academy aus dem Saarland, vor den Wittekindshofer Mitarbeitenden der Tagesstrukturierenden Angebote an der Clarenstraße in Herford. "Wir sind Affen im Anzug und machen manchmal seltsame Dinge. Das menschliche Gehirn hat sich nicht verändert, muss aber mehr Reize vertragen als noch zur Steinzeit", beginnt Hilgert provokant. Er berichtet vom Stress evolutionär betrachtet, im Allgemeinen, warum sich der Stress eines einzelnen auf das gesamte Team auswirkt, warum wir Menschen ihn benötigen und warum die Reduktion von Stress, etwa durch Sport, auch Spaß machen kann.

Körper baut 90 Prozent des Stresse von allein ab - beim Rest braucht er Hilfe

"90 Prozent des Stresses baut der Körper alleine ab, die restlichen zehn Prozent sind es, die uns Probleme bereiten. Wir konzentrieren uns auf diese zehn Prozent. Und die müssen wir abbauen", führt der mit dem saarländischen Gesundheitspreis ausgezeichnete Trainer aus. Bewegung spiele dabei eine wichtige Rolle. 10.000 Schritte am Tag gehen wird von Experten empfohlen. Keine Neuigkeit. Doch Hilgert hat eine Methode entwickelt, die in wenigen Minuten 60.000 Schritte ersetzt, "Back Power" nennt er sie: "So, wir stehen nun alle auf und machen ein paar Übungen. Arme zur Seite und los geht's!" Hilgert springt auf einen Stuhl und wird zum Fitnesstrainer: "Daumen hoch und wir drücken die Armen nach hinten. Noch fünf, noch vier, ..." Alle Anwesenden werden von seiner kraftvollen Art mitgerissen. Jeder macht mit. Im Anzug, im Kleid, in Jeans und T-Shirt. Hilgert selbst kommt auch ins Schwitzen.