Eine Außenansicht der Förderschule Wittekindshof.
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Unterricht an Förderschulen beginnt wieder

"Vom normalen Schulbetrieb sind wir noch sehr weit entfernt", sagt Jörg Hunschede, Leiter der Johannesschule in Gronau. Seit dem 25. Mai können Schülerinnen und Schüler dort wieder den Unterricht besuchen, nachdem das Ministerium für Schule und Bildung NRW die Öffnung der Förderschulen mit den Förderschwerpunkten geistige Entwicklung sowie körperliche und motorische Entwicklung beschlossen hatte.

Interne und externe Schülerinnen und Schüler werden separat von einander beschult sowie zusätzlich untereinander separiert, um ein Infektionsrisiko möglichst gering zu halten. "Wir arbeiten mit einem rollierendem System, so dass jeder Schüler und jede Schülerinnen an jedem fünften Schultag den Unterricht besuchen kann. Für die weiteren Tage bekommen die Jungen und Mädchen Lernpakete mit nach Hause. In Summe heißt das, dass Jeder und Jede fünf bis maximal sechs Tage in der Johannesschule sein wird, ehe die Sommerferien starten", sagt Jörg Hunschede. Dazu werde weiterhin eine Notfalbetreuung für Kinder und Jugendliche angeboten, deren Eltern in systemrelevanten Bereichen tätig sind.

"Wir haben die Lerngruppen zudem so aufgeteilt, dass Jungen und Mädchen, die Wittekindshofer Wohnangebote nutzen, entsprechend ihres Wohnumfeldes beschult werden, sprich so, wie sie in den Häusern zusammenleben", berichtet Hunschede weiter. Zudem werde jeder Gruppe ein eigener Bereich auf dem Schulhof für die Pausengestaltung zugewiesen, um einen Kontakt zu anderen Lerneinheiten zu vermeiden.

Hoher Infektionsschutz

An der Schule Wittekindshof in Bad Oeynhausen-Volmerdingsen wird der Unterricht für Schülerinnen und Schüler, die Zuhause leben, am Mittwoch, 3. Juni, fortgesetzt. Mädchen und Jungen, die in den Wittekindshofer Wohnhäusern auf dem Gründungsgelände leben, werden am Montag, 8. Juni, wieder zur Schule gehen können. 

Nachdem der Unterricht an den Grund- und weiterführenden Schulen wieder aufgenommen wurde, waren zunächst wichtige Regelungen für Förderschulen mit den Förderschwerpunkten geistige Entwicklung sowie körperliche und motorische Entwicklung völlig unklar. "Eine für alle Beteiligten  Eltern, Betreuer und Lehrer  unbefriedigende Situation", berichtete Andreas Becker-Brandt, Leiter der Schule Wittekindshof, Förderschule für den Kreis Minden-Lübbecke. Er freue sich, dass der Unterricht  natürlich mit einem extrem hohen Infektionsschutz  nun anlaufen könne.

Kleine Lerngruppen

Auch in Volmerdingsen werden Interne und externe Schülerinnen und Schüler separat von einander unterrichtet. Die externen Schülerinnen und Schüler werden in zwei Gruppen aufgeteilt und in einem rollierendem System beschult: Gruppe A kommt montags und mittwochs in die Schule, Gruppe B dienstags und donnerstags. "In einer Gruppe sind jeweils drei bis fünf Schülerinnen und Schüler", berichtet Becker-Brandt.

"Für alle Lerngruppen gibt es eine feste Zuordnung der Lehrkräfte, damit auch dort keine Durchmischung stattfinden kann", betont Becker-Brandt. Auch die Pausen werden getrennt verbracht. "Die vielen unklaren Fragen zur Öffnung der Förderschulen mit den Förderschwerpunkten geistige Entwicklung sowie körperliche und motorische Entwicklung sind nun alle seitens des Schulministeriums geklärt worden und wir können einen sehr hohen Standard beim Infektionsschutz vorhalten", betont der Schulleiter.

"Unser Konzept zur Wiederaufnahme des Unterrichts ist eine Testphase, wir probieren aus und sehen, wo wir eventuell noch nachbessern oder neu denken müssen. Dennoch glaube ich nicht, dass dies für unsere Schulform eine dauerhafte Lösung ist, um Schüler und Schülerinnen ihren Bedürfnissen entsprechend fördern zu können", fügt Jörg Hunschede hinzu. Für viele Kinder und Jugendliche seien Strukturen und Routinen, wie etwa der regelmäßige Schulbesuch, wichtige Stützen im Alltag, die Fortschritte und Erfolge in der Entwicklung begünstigen.