Ein Mann im Rollstuhl tippt auf einen Sprachcomputer direkt vor ihm. Unterstützt wird er dabei von einer Frau, die neben ihm sitzt.
Zusammen mit Annika Lange-Kniep, der Leiterin des Büros für Leichte Sprache, übt Bernd Nolteernsting das Kommunizieren mithilfe seines Talkers.
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Talkergruppen sind Thema in Leipzig

Weil viele Menschen mit Behinderung Schwierigkeiten damit haben, sich mithilfe von Lauten mitzuteilen, nutzen viele von ihnen Symbole, Gebärden oder Sprachcomputer. Aber der Einsatz eines solchen Computers, der auch Talker genannt wird, will gelernt sein und kann gerade zu Beginn noch eine echte Hürde darstellen. Betroffene und Angehörige können sich hierzu schon seit längerem vom Wittekindshofer Büro für Leichte Sprache beraten lassen. Daraus entstanden sind zwei Talker-Gruppen, bestehend aus Erwachsenen mit Behinderung, die gemeinsam das Kommunizieren mittels Sprachcomputer trainieren. Diese Talker-Gruppen und ihre Erfolge durften Annika Lange-Kniep und Kathrin Berger vom Büro für Leichte Sprache jetzt beim Kongress der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation in Leipzig vorstellen.

Gemeinsam kommunizieren lernen

Ein Sprachcomputer kann unterstützen, garantiert aber noch keine funktionierende Kommunikation. Erst durch die Interaktion mit anderen kommt Kommunikation zustande. Deshalb trainieren die Teilnehmer der Talker-Gruppen regelmäßig miteinander und lernen dadurch, ihr Gerät effektiv im Alltag einzusetzen. Annika Lange-Kniep und Katrin Berger erklärten den Kongressteilnehmern in Leipzig, wie die Gruppen-Mitglieder im Wittekindshof gemeinsam üben, und zum Beispiel mithilfe der Sprachcomputer am Kiosk Getränke bestellen, um sich darauf vorzubereiten, künftig auch in Cafés oder Restaurants Bestellungen aufgeben zu können oder morgens äußern zu können, was sie anziehen wollen.

Mehr als 1.000 Teilnehmende

Die Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation richtet alle zwei Jahre einen Kongress in Deutschland aus, Teilnehmer kommen auch aus der Schweiz und Österreich. In diesem Jahr hatten sich mehr als 1.000 angemeldet, um sich über Neuheiten zu informieren und sich zum Thema Unterstützte Kommunikation auszutauschen. Neben Fachkräften aus Kindertagesstätten, Förderschulen, Wohneinrichtungen und Universitäten waren auch Menschen mit Behinderung dabei, die mithilfe ihrer Sprachcomputer Vorträge hielten.