Ein Mann sitzt an einem Tisch und bedient einen Sprachcomputer
Auf dem Display eines Sprachcomputers sind verschiedene Symbole zu sehen.
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Talkergruppen für Inklusionspreis nominiert

Die Wittekindshofer Talkergruppen sind für den Inklusionspreis des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) nominiert. Seit drei Jahren treffen sich auf dem Gründungsgelände in Volmerdingsen Männer und Frauen, die digitale Kommunikationshilfen - so genannte Talker - als Alternative zur Sprache nutzen. Darunter auch Marcel Diekmann.

Er arbeitet in den Wittekindshofer Werkstätten an der Sonnenbrede und nimmt seit 2017 regelmäßig an einer der beiden Talkergruppen teil, die ein Bildungsangebot der Werkstatt sind. Dort trifft er Freunde und Arbeitskollegen, die ebenfalls mit einem Computer kommunizieren, tauscht sich mit ihnen aus und übt, den Talker in immer mehr Alltagssituationen einzusetzen.

Sprachbarrieren abbauen

"Komplexe elektronische Kommunikationshilfen kommen bei Kindern bereits in der Schule zum Einsatz. Erwachsenen hingegen werden seltener mit Sprachcomputern ausgestattet und beim Einsatz weniger begleitet", erklärt Annika Lange-Kniep vom Wittekindshofer Büro für Leichte Sprache. "Wir wollen gemeinsam Sprachbarrieren abbauen. Die Talker sollen den Frauen und Männern zu mehr Selbstständigkeit verhelfen, Selbstwirksamkeit erlebbar machen und somit das Selbstvertrauen der Nutzer steigern", erklärt die Diakonin.

Die Gruppen, die sich coronabedingt derzeit noch nicht wieder treffen können, werden von zwei geschulten Mitarbeitenden begleitet, die für die Treffen ebenfalls Sprachcomputer nutzen. Nach einer Begrüßung und kurzen Smalltalk über das Befinden und der Auswahl eines Getränkes folgte eine Aktivität, bei der die Teilnehmenden ins Gespräch kommen. Das kann gemeinsames Waffelbacken, eine Bastelaktion oder ein Spiel mit Alltagssituationen sein. Auch bestellt die Gruppe mal Pizza, fertigt eine Wetteruhr an oder erzählt sich Witze.

In der Endrunde

Insgesamt 114 Projekte und Initiativen haben sich für den Inklusionspreis beworben, der Wittekindshof ist einer von 25 Teilnehmenden, die es in die Endrunde geschafft haben. Wann der Preis von Sozialminister Karl-Josef Laumann verliehen wird, steht laut Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales noch nicht final fest.

Bereits 2018 war das Wittekindshofer Büro für Leichte Sprache für den Inklusionspreis nominiert. Dieser wird alle zwei Jahre vergeben. Bewerben konnten sich Vereine, Initiativen, Netzwerke, Selbsthilfegruppen, Kirchen, freie und öffentliche Träger, Unternehmen, Verbände, Bildungseinrichtungen, Kindergärten und Schulklassen, die sich das Thema Inklusion auf ihre Fahnen geschrieben haben.