Ein junger Mann sitzt am Steuer eines Bullis und guckt in den Außenspiegel.
  • Meldung

Sicheres Verhalten im Straßenverkehr lernen

Was es heißt, im toten Winkel zu stehen, haben jetzt Beschäftigte der Wittekindshofer Werkstatt an der Sonnenbrede gelernt. Sie haben an einem Verkehrssicherheitstraining teilgenommen, das gemeinsam mit der Polizei Minden-Lübbecke angeboten wurde.

"Das Sicherheitstraining ist ein arbeitsbegleitendes Bildungsangebot der Werkstatt, das wir bereits mehrfach durchgeführt haben. Wir wollen Männern und Frauen so zu mehr Eigenständigkeit verhelfen, in dem sie kleine Erledigungen hier im Ortsteil alleine machen können, aber auch sich grundsätzlich sicherer im Straßenverkehr bewegen", erklärt Mitarbeiter Marcus Möller.

Erst die Theorie, dann die Praxis

Polizeioberkommissar Stephan Spanke und sein Kollege Michael Langer sind dafür mehrere Tage in die Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) gekommen. "Zunächst stand ein Gehwegtraining auf dem Programm: Wie überquere ich sicher die Straße an einer Ampel? Was ist eine Verkehrsinsel? Und welche Gefahren lauern zum Beispiel auf dem Weg zur Sparkasse? Erst haben wir die Theorie besprochen und uns dann alles in der Praxis angesehen, was natürlich deutlich spannender war und gut aufgenommen wurde", berichtet der Verkehrssicherheitsbeauftragte der Polizei Minden-Lübbecke, Stephan Spanke.

Im toten Winkel ist niemand zu sehen

Am letzten Tag des berufsbegleitenden Bildungsangebotes wurde dann der tote Winkel erklärt. "Die Beschäftigten mit Behinderung haben keinen Führerschein und keine Vorstellung, was der tote Winkel ist", erklärt Spanke. Darum haben die beiden Polizeikommissare auf dem Parkplatz der Werkstatt einen Bulli abgestellt und an der rechten Seite mit Flatterband den Bereich abgesperrt, der im toten Winkel liegt. "Jetzt guck mal in den Außenspiegel", sagt Michael Langer zu Nico-Egon Andres. Dieser hält die Hände am Lenkrad und blickt nach rechts in den Spiegel. "Siehst du die Leute, die da am Auto stehen?" "Nein. Da ist keiner", sagt Andres prompt. Von außen sieht das ganz anders aus. Andres' Kollegen stehen direkt am Bulli. "Wenn du also an einem Auto vorbeigehst oder mit dem Rad vorbeifährst, gibt es einen Bereich, in dem der Fahrer dich nicht sehen kann. Das ist gefährlich. Deswegen niemals rechts an einem Auto vorbeifahren", führt Langer aus.

Zum Abschluss des Verkehrssicherheitstrainings erhalten alle Teilnehmenden eine Urkunde.