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"Ich werde Diakon, und Erzieher"

Häubchen und kirchliche Tracht? Fehlanzeige. Tattoos und hippe Kleidung. So sehen Diakone und Diakoninnen heute aus. Alte Klischees sind längst überholt. Das weiß auch Jean Pierre "Jonny" Reitmeier. Der 27-jährige Bad Oeynhausener ist Jugendreferent der evangelischen Kirchengemeinde Bergkirchen. Er absolviert eine Erzieher- plus Diakonenausbildung.

Mehr Nähe

Dabei ging er zunächst einen anderen Weg. Er fing eine Ausbildung zum Technischen Assistenten in der Informationstechnik an. "Das war mir aber nicht menschennah genug." Reitmeier engagierte sich bereits ehrenamtlich in seiner Kirchengemeinde.

Er absolvierte ein FSJ in einer Grundschule, machte ein Praktikum in der Gemeinde. Als er die Praxisstelle von der Kirchengemeinde Bergkirchen angeboten bekam, stand sein Entschluss fest: "Ich werde Diakon. Und Erzieher."

"Ich stehe zu meinem Glauben"

Auch wenn er dafür teilweise belächelt wurde und wird: "Ich stehe zu meinem Glauben. Er ist mir wichtig und ich möchte das weitergeben", betont Reitmeier. Dazu gehörten aber manchmal auch Zweifel. Damit sei niemand allein und dürfe sie auch aussprechen.

"Die Diakonenausbildung ist eine intensive Zeit, in der man viel über sich selbst lernt. An manchen Tagen habe ich mich gefragt, was ich hier eigentlich mache. Andere machen Work-and-Travel-Trips, um sich selbst kennen und verstehen zu lernen. Aber im Unterkurs habe ich so viel über mich gelernt, das geht auf keiner Weltreise", sagt Reitmeier. Er sei im einjährigen Unterkurs gewachsen. Am meisten in diesen Phasen des Zweifelns.

Besonderer Vibe

Im Kurs stehe man sich sehr nahe. "Es schwingt ein gewisser Vibe mit, das spüre auch ich als jemand, der nicht beim Wittekindshof arbeitet", versucht Reitmeier die besondere Gemeinschaft der Brüder- und Schwesternschaft, in die die beiden Auszubildenden zu Beginn ihrer Einsegnung aufgenommen wurden, in Worte zu fassen. "Die Gemeinschaft ist das Sahnehäubchen zu dem an sich schon erfüllendem sozialen Beruf."

Weitere Informationen zur Diakonenausbildung im Wittekindshof gibt es bei Diakonin Nicole Schnepel, Telefon (05734) 61-24 63, E-Mail: nicole.schnepelDYXV KEJIwittekindshofCZYW LFKJde.