Einige Kinder und Erwachsene tragen bunte Warnwesten und stehen zusammen auf der Bühne
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Inklusives Bühnenprojekt bezieht Zuschauer mit ein

Fünf Monate lang haben Kinder und Erwachsene mit und ohne Behinderung gemeinsam geprobt, um ein ungewöhnliches Projekt auf die Bühne zu bringen."Grenzenlos - Minden, meine Stadt" lautete der Titel ihrer Aufführung, die in der Mensa der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule (KTG) gleich zweimal zu sehen war. Gemeinsam gingen die Darsteller der Frage nach, was Heimat ist: Ein Ort, eine Gruppe von Menschen, oder doch eher ein Gefühl?  Beteiligt waren Schüler der Eine-Welt-Grundschule, der KTG sowie Männer und Frauen der Diakonischen Stiftung Wittekindshof. Der Ansatz ihrer Aufführung, die von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung gefördert, und vom KIZ Café Klee organisiert wurde: Ein generationsübergreifendes und inklusives Bühnenprojekt, das auch Zuschauer miteinbezog.

Heimat und Freiheit - keine Selbstverständlichkeiten

Unter der Leitung des Theaterpädagogen Canip Gündogdu und Musicaldarstellerin Alina Meinold nahmen die Darsteller ihr Thema aus verschiedenen Perspektiven unter die Lupe. Den Anfang machten Schüler der KTG, die Gedanken dazu vorlasen, was Heimat alles sein kann. "Das ist da, wo meine allerliebsten Menschen sind", oder "Heimat ist der Geruch von frisch gebackenen Keksen", war da zu hören. Doch es gab noch weitere Definitionen. Zum Beispiel die, dass Heimat vor allem deshalb wichtig sei, weil man zurückkehren könne, wenn man nicht wisse, wohin. Dass so ein Rückzugsort allerdings nicht selbstverständlich ist, zeigten die Darsteller mithilfe einer Umfrage, bei der gleich mehrere Zuschauer erklärten, dass sie zwar eine Heimat hätten, aber nicht dahin zurückkehren könnten. Stille im Saal. Eine Reaktion, die ein weiteres Themenfeld einläutete: Grenzen. Auch die, erfuhren die Zuschauer, können überall sein, sich verändern, weiten und wieder verschwinden. Doch die Darsteller zeigten auch, dass Grenzen nicht zwingend unüberwindbar sind. Etwa, wenn es um Generationskonflikte oder Vorurteile geht.