Zwei Männer spielen am Kickertisch
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Das Diakonische Jahr bringt einem was

Die Sorge des erstes Tages, wie er auf die Menschen im Meyer-Spelbrink-Haus zugehen soll, war schnell gelöst: „Die Menschen sind auf mich zugekommen. Sie haben das für mich ge-löst“, erinnert sich Finn Adrian Englich an seinen ersten Tag im Bundesfreiwilligendienst, den er als Diakonisches Jahr im Wittekindshof in Lübbecke-Nettelstedt absolviert. Formal braucht er das Jahr, um sein Fachabitur abzuschließen.

Bundesfreiwilligendienst - nicht nur fürs Fachabi

Aber die Tätigkeit in dem Wohnhaus für Frauen und Männer mit geistiger und mehrfacher Behinderung ist für den jungen Mann aus Hille viel mehr als nur Pflichterfüllung. „Kontakte zu Menschen mit Behinderung hatte ich seit dem Kindergarten. Aber hier zu arbeiten ist etwas anderes. Hier bin ich manchmal eher in der Elternrolle. Die Bewohner fragen mich. Wir suchen gemeinsam nach Lösungen. Ich unterstütze da, wo sie etwas nicht selbst können“, berichtet Englich. Der junge Mann freut sich, dass er im Mitarbeiterteam ein vollwertiges Mitglied ist und nicht nur Praktikanten-Status hat. Eingesetzt ist er in vielen Alltagsbereichen hilft beim Einkaufen, übernimmt Fahrdienste und begleitet Freizeitaktivitäten.

Die Leute geben einem soviel zurück

„Pflege und Windelwechsel war natürlich am Anfang ungewohnt, aber das macht man ein paar Tage und dann geht das. Die Leute geben einem soviel zurück. Wir haben zusammen so schon viel Schönes erlebt. Da habe ich so alles gar nicht erwartet,“ erklärt Englich. Ihm gefällt die Authentizität, die er bei Frauen und Männern mit geistiger Behinderung erlebt. „Diese Menschen sind echt. Sie sind nicht so gespielt. Ich habe hier angefangen noch mal ganz anders über Normen und Werte nachzudenken. Das Diakonische Jahr bringt einem was, auch wenn man hinterher beruflich etwas anders macht.“

Vom Bufdi zum Diakonenschüler

Ende Juli endet der Bundesfreiwilligendienst für Finn Adrian Englich. Die Zusage für die Diakonenausbildung hat er schon in der Tasche. Er wird ein Jahr lang den diakonisch-theologischen Unterkurs besuchen, dann folgt die dreijährige Ausbildung als Heilerziehungs-pfleger, die Pädagogik und Pflege verbindet. Den Abschluss bilden der Oberkurs an der Dia-konenschule Wittekindshof und die Einsegnung als Diakon der Evangelischen Kirche von Westfalen. „Natürlich könnte ich auch studieren, aber ich bin nicht so der Schreibtisch-Typ.“

Es sind noch Plätze frei!

Im Wittekindshof sind noch Plätze frei für den Bundesfreiwilligendienst und das Diakonische Jahr. Auskünfte erteilt: Diakonin Nicole Schnepel, Freiwilligenzentrale Wittekindshof, Tele-fon: (05734) 61-24 63 oder freiwilligendiensteDYXV KEJIwittekindshofCZYW LFKJde