Schulleiter Andreas Becker-Brandt sitzt an seinem Schreibtisch.
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Regelungen für Förderschulen unklar

Während der Unterricht an den Grund- und weiterführenden Schulen langsam wieder aufgenommen wird, sind wichtige Regelungen für manche Förderschulen völlig unklar. "Eine für alle Beteiligten - Eltern, Betreuer und Lehrer - unbefriedigende Situation", berichtet Andreas Becker-Brandt, Leiter der Schule Wittekindshof, Förderschule für den Kreis Minden-Lübbecke. Der Schulbetrieb ruhe seit nunmehr neun Wochen.

Förderschulen mit den Förderschwerpunkten geistige Entwicklung und körperlich-motorische Entwicklung sind von den Corona-Lockerungen ausgenommen, teilte das Schulministerium mit. Schülerinnen und Schüler dieser Schulen benötigten oftmals "ergänzende pflegerische und therapeutische Angebote, die besonderen Hygienemaßnahmen unterliegen". Zudem bestünde die Sorge, dass die Förderschul-Kinder die grundlegenden Regeln des Infektionsschutzes nicht einhalten können.

Viele Fragen offen

"Wann und unter welchen Bedingungen Förderschulen mit den entsprechenden Förderschwerpunkten wieder öffnen können, bleibt noch unklar", sagt Becker-Brandt. Leider gehe das Ministerium in seinen zahlreichen Schreiben an die Schulen nicht darauf ein. "Wir sind ziemlich allein gelassen mit den Planungen", bemängelt der Schulleiter.

So müsse beispielsweise die sichere Beförderung der Kinder geklärt werden. Dürfen mehr Fahrzeuge eingesetzt oder größere, um den Sicherheitsabstand zu gewährleisten? Und werden die Kosten übernommen? Müssen Lehrkräfte und alle Schülerinnen und Schüler Mund-Nasen-Schutze tragen? "Zu viele Fragen sind noch offen", sagt Becker-Brandt.

Lehrer unterstützen

Bis die Schule Wittekindshof wieder ihre Türen öffnen darf, schaffen Becker-Brandt und seine Kollegen weiterhin Abhilfe: Neun Kinder besuchen derzeit die drei Notbetreuungsgruppen. "Mehrere Lehrkräfte unterstützen Schülerinnen und Schülern im Wittekindshofer Kinder- und Jugendbereich", berichtet er. Andere Lehrkräfte bringen "Lernpakete" mit Aufgabenheften und Arbeitsblättern in die Wohnhäuser oder zu den Kindern nach Hause und bieten Videokonferenzen an.

"Wir versuchen, so nah wie möglich an den Kindern dran zu bleiben, ihre Entwicklung zu fördern und ihnen zu zeigen, dass wir für sie da sind. Das ist nicht immer leicht und verlangt allen viel ab. Die Bereitschaft, diese schwierige Situation gemeinsam zu bewältigen ist groß und ich bin sehr dankbar, dass wir diese engagierten Lehrkräfte haben", betont Becker-Brandt.

Mehr lesen Sie in der Pressemitteilung "Zu viele Fragen sind noch offen".