Eine Frau bringt die aus Holz gebastelte Futterbar für Vögel und Eichhörnchen an einem Zaun an.
Futterbaren aus Holz entstehen für Tiere
Eine Frau und ein Mann befüllen Blumenkästen mit Pflanzen.
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Kollegiale Lösungen in Corona-Zeiten

Eine kreative und kollegiale Lösung in Zeiten von Corona: Mitarbeitende der Lebenshilfe haben in den vergangenen Wochen im Wittekindshofer Wohnhaus Vöhde in Hamm-Rhynern unterstützt.

"Die Lebenshilfe und der Wittekindshof sind auf diese Weise einer Forderung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe nachgekommen, kreative, trägerübergreifende Lösungen zu finden, um auch ohne Werkstattbesuch einen abwechslungsreichen Tagesablauf und sinnvolle Beschäftigung und Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen", sagt Diakon André Weber, stellvertretender Ressortleier für die Angebote der Diakonischen Stiftung Wittekindshof in Hamm, Herne, Oberhausen und den Kreis Warendorf.

Im März trat der Erlass des Landesministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales in Kraft, unter anderem Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) zu schließen. Nun stehen erste Lockerungen an: Werkstätten sollen wieder öffnen und Besuche in Pflegeeinrichtungen wieder gestattet werden. "Wir arbeiten derzeit an den Konzepten, um Besuche in unseren Wohnhäusern und -angeboten in einem sicheren Umfeld wieder zu ermöglichen", sagt Weber.

Futterbar gebaut

"Bis dahin ist es weiterhin wichtig, feste Strukturen zu bieten", weiß Nicole Nickel. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Sandra Standen ist Nickel normalerweise in der Lebenshilfe-Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Hamm tätig. Während ihrer regulären Arbeitszeiten sind Nickel und Standen nun im Wittekindshofer Wohnhaus an der Vöhde anzutreffen und unterstützen dort Menschen, die normalerweise in der Lebenshilfe-Einrichtung ihrer Arbeit nachgehen würden. "Wir können so unseren Betreuungsauftrag weiterleisten. Dadurch, dass wir die Menschen bereits kennen, ist der Umgang miteinander aber schon vertraut", sagt Nicole Nickel.

An den bestehenden Strukturen im 2019 eingeweihten Wohnhaus ändere sich aber nichts, betont Nicole Nickel. "Wir versuchen, den Alltag so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten." Gemeinsam mit den Bewohnern haben Nickel und Standen etwa Futterstellen aus Holz für Eichhörnchen und Vögel gebaut. "Quasi eine Futterbar für die Tiere", sagt Nickel.

Bereits vertraut

Das Wohnhaus in Rhynern ist das erste Wittekindshofer Wohnangebot in Hamm für Erwachsene. Es richtet sich vor allem an Frauen und Männer mit hohem Unterstützungsbedarf. Zusätzlich befinden sich in dem Neubau Räume für Tagesstrukturierende Angebote (TSA). Die TSA können auch Menschen mit Behinderung aus Hamm und Umgebung besuchen, die nicht in einer Werkstatt arbeiten oder bereits das Rentenalter erreicht haben.

Nicole Nickel ist mit den Räumlichkeiten bereits bestens vertraut. Neben ihrer Tätigkeit bei Lebenshilfe ist sie zusätzlich als Minijobberin für den Wittekindshof im Einsatz. "Ich hab die Vöhde als Mitarbeiterin miteröffnet. Daher kenne ich die Menschen schon ganz gut", sagt sie. Auch nach dem Arbeitsplatzwechsel zur Lebenshilfe sei sie der Einrichtung verbunden geblieben und arbeitet dort an den Wochenenden. "Und helfende Hände werden ja immer gebraucht."