Eine Frau hält lächelnd ein tütchen mit Schrauben in die Höhe.
Ein Mann packt Schrauben in eine Tüte.
Eine Frau sortiert Schrauben.
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"Homeoffice" bietet weiterhin Teilhabe am Arbeitsleben

Zahlreiche Kästen mit Schrauben stehen auf den Tischen im Wittekindshofer Wohnhaus am Glatzer Garten in Espelkamp. In dem Aufenthaltsraum herrscht gute Stimmung, während Marco Kinder und Natascha Birkholz kleine Schrauben in Tütchen verpacken. Und auch im Nachbargebäude, dem Wohnhaus am Hirschberger Weg, ist Katharina Quambusch fleißig.

Normalerweise sind Marco Kinder, Natascha Birkholz und Katharina Quambusch in den Wittekindshofer Werkstätten tätig. Für diese besteht aufgrund der Corona-Pandemie bis zum 6. Mai ein Betretungsverbot. "Wir sind dabei Konzepte zu erarbeiten, um zumindest einem Teil der Mitarbeitenden mit Behinderung die Rückkehr an den Arbeitsplatz zu ermöglichen", berichtet Bernd Wlotkowski, zuständiger Geschäftsbereichsleiter für die Kreise Herford und Minden-Lübbecke.

Für Industriekunden da

Und bis dahin setzen die Verantwortlichen auf "Homeoffice"-Lösungen: "Eigentlich ist uns die Trennung der Lebensbereiche wichtig. Jetzt haben wir aber Arbeitsmaterialien in die Wohnhäuser transportiert. Dadurch können wir Aufträge, für die keine Maschinen benötigt werden, für unsere Industriekunden erledigen, aber vor allem auch Teilhabe am Arbeitsleben und sinnvolle Beschäftigung schaffen. Für einige ist das das beste Mittel, um Krisen zu vermeiden", sagt Bernd Wlotkowski.

Die Arbeit trage erheblich zur Lebensqualität und sinnvollen Strukturierung des Alltags bei. Nötig sie eine verantwortungsvolle Balance zwischen Teilhabe am Arbeitsleben und Infektionsschutz.

"Flexibilität, Einsatzbereitschaft und Kreativität"

Einen weiteren Ausgleich schaffen stiftungsweit rund 300 Mitarbeitende aus Werkstätten, Therapie und Tagesstruktur, die jetzt in den Wohnbereichen tätig sind.

"Die Einarbeitungsphase war eine besondere Herausforderung, weil sich die Mitarbeitenden untereinander oft nur flüchtig kannten, die Arbeitsabläufe an die neue Situation angepasst und gleichzeitig den neuen Kollegen erklärt werden mussten", sagt Diakon Burkhard Hielscher, der für die Wohnangebote im Altkreis Lübbecke verantwortlich ist.

"Ich erlebe dabei große Flexibilität, Einsatzbereitschaft und Kreativität, weil alle gemeinsam das Beste aus der Situation machen und den Alltag mit den uns anvertrauten Menschen so abwechslungsreich wie möglich gestalten wollen."