Eine Frau im Rollstuhl sitzt vor einem Computer. Sie lacht.
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Alternative Ansprechpartner zum BTHG: Die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EuTB)

Damit Menschen mit Behinderung und deren Angehörige bei den Veränderungen durch das Bundesteilhabegesetz (BTHG) nicht auf sich allein gestellt sind, wurden Anlaufstellen eingerichtet, die beratend und unterstützend tätig sind. Neben dem Zentralen Sozialdienst des Wittekindshofes, der in Ostwestfalen, im Ruhrgebiet und im Münsterland seine Arbeit aufgenommen hat, gibt es neue Ansprechpartner in allen Kreisen: die sogenannten Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatungen (EuTB).

Das neue Gesetz soll Menschen mit Behinderung eine stärkere Teilhabe und Selbstbestimmung garantieren. Das ist gerade zu Beginn noch mit viele Fragen und Sorgen auf Seiten der Betroffenen verbunden. Wer ist künftig dafür zuständig, den Unterstützungsbedarf zu prüfen und durchzusetzen, und worum müssen sich Menschen mit Behinderung, Angehörige und Betreuer nun selbst kümmern? Fragen die auch Merle Naue, Mitarbeiterin im Büro für Leichte Sprache sich gestellt hat: "Ich will vielleicht bald von Zuhause ausziehen und habe eine umfassende Beratung gesucht." Bereits im Februar 2019 hatte Naue gemeinsam mit ihrer Mutter einen Termin in der EuTB in Minden. "Ich war begeistert von der umfassenden Beratung.", zieht Naue Bilanz. "Die Beraterin ist auf all meine Fragen eingegangen und hat mich auch zu Assistenzleistungen sehr gut beraten."

Die kostenfreie Beratung in den EuTB erfolgt meist von Betroffenen für Betroffene. Viele der Beraterinnen und Berater sind selbst Menschen mit Behinderung und können somit ihre eigenen Erfahrungen weitergeben. Die EuTB sind eine wichtige Neuerung des BTHGs und werden vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) finanziert. Sie beraten zu allen Fragen rund um das Thema Teilhabe auch am Arbeitsleben. Auf der Internetseite www.teilhabeberatung.de finden Betroffene alle Informationen und auch die nächstgelegene Beratungsstelle. Die EuTBs haben auf Ihrer Seite viele hilfreiche Materialien, aber auch einen kurzen Film, der ihre Arbeit konkret vorstellt.

"Wir hatten erste intensive Gespräche mit den Verantwortlichen der EuTB aus Minden und Herford. Diese waren sehr positiv.", sagt Sabine Thater vom Zentralen Sozialdienst des Wittekindshofes. Sie hätten den Beraterinnen und Beratern einen Einblick in die unterstützenden Leistungen des Wittekindshofes gegeben, aber selbst auch ein besseres Verständnis für deren Bedarfe und Fragen gewonnen.