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Die Kunst ist eine Vermittlerin
des Unaussprechlichen.
J.W.v. Goethe
Therapie ist Kunst.
U. Baer
Kunsttherapie wird als wissenschaftlich fundierte therapeutische Behandlungsform in vielen Bereichen des Gesundheitswesens und der Behindertenhilfe angeboten. Im Wittekindshof ist die Kunsttherapie organisatorisch dem Fachdienst zugeordnet und wird im Rahmen des Stationär Unterstützten Wohnens angeboten. Nach Absprache mit den Mitarbeitenden aus dem pädagogisch-psychologischen und medizinisch-therapeutischen Bereich wird sie häufig von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Anspruch genommen, die durch andere Therapieformen nicht unbedingt ansprechbar sind. Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit dem psychologischen Dienst, der Austausch mit Angehörigen, Sorgeberechtigten und den Mitarbeitenden der Wohngruppen sind elementar für einen erfolgreichen Therapieverlauf.
Im kunsttherapeutischen Setting wird ein geschützter Raum geschaffen, in dem, wie im Kunstatelier, Auseinandersetzung mit künstlerischen Medien ermöglicht wird. Im Unterschied zur künstlerisch-pädagogischen Gestaltung steht jedoch der kunsttherapeutische Prozess im Mittelpunkt und nicht etwa das künstlerische Ergebnis. Schöpferisches Tun im Rahmen einer psychotherapeutischen Beziehung bildet die Basis für präventiv wirksame, heilende und entwicklungsfördernde Prozesse.
Für das Angebot Kunsttherapie sollte eine Indikation vorliegen, aus der sich Therapie- bzw. Entwicklungsziele formulieren lassen. Ein Therapiebedarf besteht, wenn neben einer Intelligenzminderung psychische Störungen (z.B. Angststörungen, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen, Essstörungen) und/oder Entwicklungsstörungen (z.B. frühkindlicher Autismus, Kommunikations- und Verhaltensstörungen) vorliegen. Ob tatsächlich eine Indikation vorliegt, wird ganz konkret im Einzelfall während der dafür vorgesehenen probatorischen Sitzungen geklärt.
Grundsätzlich besteht ein hoher Bedarf an psychotherapeutischer Begleitung. Menschen mit geistiger Behinderung verfügen über weniger Schutzmechanismen und Bewältigungsstrategien als Menschen ohne geistige Behinderung und entwickeln aus diesem Grund häufiger entsprechende Störungsbilder.
Charakteristisch für kunsttherapeutische Methoden ist der erlebnisorientierte und spielerische Einsatz von bildnerischem Gestalten (zweidimensionales Gestalten z.B. Malen, Zeichnen, Collagen, etc.), Bildhauerei (Stein- oder Holzbearbeitung) und Plastizieren (Gestalten mit Ton, Pappmaché, etc.).
Neben dem freien künstlerischen Gestalten werden auch spezifische kunsttherapeutische Methoden eingesetzt, wie z.B. Geführtes Zeichnen, Arbeiten im Tonfeld, Ausdrucksmalen, Maskenbau, katathymes Bilderleben und Märchenarbeit. Die Auswahl erfolgt individuell nach Bedürfnis, Fähigkeiten und Verfassung des Klienten.
Welche Methode auch gewählt wird, stets schafft sich der bildnerisch gestaltende Mensch ein Gegenüber, mit dem er in Beziehung treten oder sich identifizieren kann.
Auf Grundlage einer vertrauensvollen therapeutischen Beziehung und im Umgang mit Materialien und Medien der bildenden Kunst können innere Vorgänge und Befindlichkeiten auch nonverbal Ausdruck finden.
Spielerische Auseinandersetzung mit kreativen Medien fördert den Sinn für Realität, stärkt die Kommunikationsfähigkeit und das Selbstwertgefühl. Etwas zu erschaffen vermittelt das Gefühl der Selbstwirksamkeit, macht stolz, zufrieden und offen für neue Erfahrungen.
Durch das Wiederholen von Aktivitäten, in denen sich Klienten positiv erleben, können alternative Verhaltensweisen entwickelt und Handlungsspielräume erweitert werden.
Kunsttherapie wird nicht von den Krankenkassen bezahlt und kann deswegen nicht auf Rezept verordnet werden. Zur Finanzierung von Materialien, sowie für den Unterhalt der Räume ist der Wittekindshof auf Spenden angewiesen.
Spendenkonto: 12 22 00
Stadtsparkasse Bad Oeynhausen
BLZ: 490 512 85
Stichwort: Kunsttherapie
Diakonische Stiftung Wittekindshof
Karin Doll
Tanja Danne
Dr. Klevinghaus-Str. 17
32549 Bad Oeynhausen
Tel.: (0 57 34) 61-22 55