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Sie sind hier: Startseite › Standorte › Kreis Minden-Lübbecke › Espelkamp - Benkhausen › Geschichte Wittekindshof Benkhausen
Das Rittergut Benkhausen entstand 1510 durch Erbteilung. Das Herrenhaus wurde in seiner heutigen Gestalt 1657 bis 1663 gebaut. Das Gut wurde 1945 von den Engländern beschlagnahmt, als Hauptquartier der Britischen Rheinarmee und ab 1952 auch als Kommando der englischen Marine eingerichtet. Baron Alhard-Berthold von dem Bussche-Münch hatte aus finanziellen Gründen das Anwesen 1962 dem Wittekindshof verkauft. Er lebte zu diesem Zeitpunkt im neu erbauten Landhaus im Park und verstarb 1971.
Entwicklung der Wohnangebote
Der Wittekindshof wollte in Benkhausen angesichts der beengten Lebensverhältnisse auf dem Gründungsgelände in Bad Oeynhausen-Volmerdingsen neue Wohnmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen schaffen. Die ersten Bewohner haben selbst mit angefasst, um die stark renovierungsbedürftigen Gebäude herzurichten. Anfänglich sind sie jeden Tag mit einem Bulli aus Volmerdingsen gekommen, um in Benkhausen tagsüber zu arbeiten. Ende 1963 konnten die ersten sechs Männer ins Brückenhaus einziehen. Wenig später folgten 50 weitere, für die direkt am Schlosshof das Maidenheim provisorisch hergerichtet worden war. Als letztes Gebäude räumten die Engländer 1964 das Schloss. Es wurde ebenfalls für Wohnzwecke renoviert. Zeitweise lebten in Benkhausen über 160 Menschen mit Behinderungen.
Zur Entlastung der beengten Wohnverhältnisse wurde 1993 das Meyer-Spelbrink-Haus in Lübbecke-Nettelstedt mit zwei Nebengebäuden erworben. Weitere Entlastung schufen die drei Neubauten im Park, die 1996 nach modernen Maßstäben der Behindertenhilfe gebaut wurden. Durch Auflagen der Heimaufsicht und der Brandschau musste das Maidenheim als Wohnhaus für Menschen mit Behinderungen aufgegeben werden. Als Ersatz wurde in Rahden das Haus Aleida für 24 Frauen und Männer mit Behinderungen gebaut. Aus den gleichen Gründen kann auch Schloss Benkhausen langfristig nicht mehr als Wohnhaus für Menschen mit Behinderungen genutzt werden.
Entwicklung der Arbeitsangebote
In den 60er Jahren wurden die ersten alten Stallungen umgebaut, um Arbeitsmöglichkeiten für behinderte Menschen zu schaffen. Ein dringend notwendiger Neubau konnte 1984 mit Unterstützung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung in Betrieb genommen und 1993 um einen Pausenbereich erweitert werden. Da die alten Stallungen für die florierende Metallverarbeitung zu klein geworden waren, mieteten die Wittekindshofer Werkstätten im Jahr 2005 die erste Produktionshalle im Gründer- und Anwendungszentrum (Betriebsstätte GAZ) im Espelkamper Industriegebiet an. Die Erfahrungen mit den Arbeitsmöglichkeiten in unmittelbarer Nachbarschaft des ersten Arbeitsmarktes waren so positiv, dass binnen eines Jahres eine zweite Produktionshalle folgte, um weitere Werkstattteile aus Benkhausen zu verlagern. Die freigewordenen Flächen wurden 2007 als Arbeitsbereich für Menschen mit schwerer Mehrfachbehinderung umgebaut.
Heute wohnen 65 Frauen und Männer mit Behinderung in den Wittekindshofer Wohnhäusern in Espelkamp-Benkhausen. In der Betriebsstätte Benkhausen der Wittekindshofer Werkstätten arbeiten rund 140 Frauen und Männer mit Behinderung.