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Die hellen und freundlich gestalteten Flure beim Gehtraining mit den beiden Mitarbeiterinnen des Therapeutischen Dienstes.
Bad Oeynhausen/ Bonn (AM). Das Wittekindshofer Wohnhaus am, Vorwerk in Bad Oeynhauen-Volmerdingsen wurde grundlegend saniert. Nach 18-monatiger Bauphase haben vor knapp einem Jahr die 58 Bewohnerinnen und Bewohner zusammen mit Mitarbeitenden, Angehörigen, Nachbarn und Freunden Einweihung gefeiert. Jetzt ist in der Diakonischen Stiftung Wittekindshof der offizielle Förderbescheid der Aktion Mensch eingegangen. Aus den Einnahmen der Aktion Mensch Lotterie fördert sie die rund 2,8 Millionen teure Wittekindshofer Sanierung mit 350.000 Euro.
„Wir hatten genau diese Summe beantragt und im Finanzplan einkalkuliert. Wir wissen, dass manchmal zwischen Antrag und Förderbescheid Jahre liegen können. Wenn wir es dann Schwarz auf Weiß haben, ist die Erleichterung groß. Die großartige Unterstützung durch Aktion Mensch ist ein ganz wesentlicher Posten in der Finanzierung vieler Um- und Neubauten", freut sich Vorstandssprecher Pfarrer Professor Dr. Dierk Starnitzke. Die übrigen Sanierungskosten wurden durch Wittekindshofer Eigenmittel, Spenden und einen Zinszuschuss der Stiftung Deutsche Behindertenhilfe finanziert.
Das 1981 gebaute Wohnhaus wurde in den Jahren 2008/2009 grundsaniert, weil es nicht mehr den heutigen Anforderungen der Behindertenhilfe entsprochen hat. „Statt Gemeinschaftsbäder für bis zu 16 Personen teilen sich heute zwei oder drei Bewohner ein Bad. Schon vor dem Frühstück können wir so viele Konflikte vermeiden. Sie gehörten früher zum Alltag gerade bei den Menschen, denen das Zusammenleben mit anderen Menschen ohnehin sehr schwer fällt", berichtet Geschäftsbereichsleiter Diakon André Weber.
In seinem Wohnbereich leben viele Menschen mit Autismus oder herausfordernden Verhalten. Für sie es wichtig, Rückzugsmöglichkeiten in der Wohngruppe, im eigenen Zimmer oder in einem mit Zaun gesicherten Gartenbereich zu haben.
„Nach dem Umbau sind zwei Bewohner aus dem Heilpädagogischen Intensivbereich in eine Regelwohngruppe umgezogen. Die guten räumlichen Rahmenbedingungen, die durch die Sanierung geschaffen wurden, haben ganz wesentlich dazu beigetragen, dass die Integration bisher positiv verlaufen ist. Sie hatten im Intensivbereich schon gelernt, Alltagsherausforderung mit weniger Aggressionen als früher zu bewältigen. Der Unzug in die neue Wohngruppe war eine Herausforderung, die beide bisher sehr gut bewältigt haben."
Bei der Sanierung wurde großer Wert auf Barrierefreiheit und ein behindertengerechtes Wohnumfeld gelegt. „Die Bewohner werden älter und viele Menschen haben neben der geistigen und psychischen Behinderung auch körperliche Einschränkungen. Ein heller freundlich gestalteter Flur mit Handläufen motiviert zum Laufen, auch wenn's schwer fällt", erklärt Diakon Weber, der sich freut, dass Mitarbeitende des Therapeutisches Dienstes auch vor Ort mit den Bewohnern beispielsweise Gehtraining machen.
Kostenintensiv war der Anbau von Balkonen für die Wohngruppen in den beiden Obergeschossen. Gut ein Jahr, nachdem die ersten Gruppen in ihre neuen Räumlichkeiten gezogen sind, kann der Geschäftsbereichsleiter auch dazu nur eine positive Bilanz ziehen: „Bei uns leben Menschen, die nicht ohne Begleitung das Haus verlassen können. Durch die Balkone können sie jetzt jederzeit an die frische Luft gehen. Die Möglichkeit wird viel genutzt, nicht nur bei schönstem Sonnenschein. Durch die Balkone konnte die Lebensqualität spürbar verbessert werden."
Außer des Umbaus der fünf Wohngruppen wurden durch die Sanierung mehrere Räume für Tagesstrukturierende Angebote im Erdgeschoss geschaffen. Hier können Menschen einen abwechslungsreichen Tagesablauf erleben, die aufgrund der Schwere ihrer Behinderung oder weil sie bereits das Rentenalter erreicht haben, nicht in der Werkstatt für behinderte Menschen arbeiten.