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Sie sind hier: Startseite › Presse und Materialien › Pressemitteilungen › Wittekindshofer Kalender bietet Auftakt für 125-jähriges Jubiläum
Bad Oeynhausen (AM). „Was bisher geschah..." ist der Titel des Wittekindshofer Kalenders, der mit 13 Fotocollagen aus historischem und aktuellem Fotos sowie einem Text auf der Rückseite erschienen ist. „Der Kalender stimmt uns auf das Jahr ein, in dem die Diakonische Stiftung Wittekindshof ihr 125-jähriges Bestehen feiern kann", erklärte Vorstandssprecher Pfarrer Professor Dr. Dierk Starnitzke.
Er kündigte an, dass Dr. Ulrike Winkler und Professor Hans-Walter Schmuhl zum 125-jährigen Jahresfest am 3. Juni eine geschichtliche Studie mit grundlegenden Informationen zur Entwicklung der Stiftung seit ihrer Gründung und den Lebenswelten von Menschen mit Behinderungen vorlegen werden.
„Der Kalender bietet mit Fotos aus über einhundert Jahren einen ersten Einblick. Alle Fragen können wir nicht klären, die sich aus den Bildern ergeben. Aber beispielsweise der schöne Eselkarren und das knallrote PS-starke Trike, die auf dem Kalenderblatt für Mai zu sehen sind, sprechen Bände. Eine Rundfahrt war damals und ist heute ein besonderes Erlebnis. Mode, Menschen und Motoren haben sich verändert", so Starnitzke.
Einen klaren Kontrast bieten auch das historische Foto von der Schälküche, in der mindestens zwölf Männer gemeinsam eimerweise Kartoffeln geschält haben, und das Foto von Götz von Broich. Er steht am Herd und kocht für seine Mitbewohner. Im Text auf der Rückseite erinnert Redakteur Klaus Schuhmacher daran, dass heute Kochen und alles was damit verbunden ist im Sinne der Unterstützung von Selbständigkeit zentrale Bedeutung in der pädagogischen Arbeit in den Wittekindshofer Wohnhäusern, Schulen und in der Erwachsenenbildung hat. Während des ersten Weltkrieges war demgegenüber die Sorge der damaligen Anstaltsleitung groß, wie die Menschen überhaupt satt werden sollten.
Sichtbar werden im Kalender aber auch Kontinuitäten. Die Anfänge der Flechterei gehen nach Darstellung des Wittekindshofer Archivars Michael Spehr auf das Jahr 1889 zurück. Damals haben sehbehinderte Bewohner, die nicht in der Landwirtschaft arbeiten konnten, Matten geflochten. Schon auf den Bildern aus dem Fotoalbum von 1927, von denen einige im Kalender zu sehen sind, sind Menschen erkennbar, die Stühle flechten. Das alte Handwerk beherrschen auch heute noch Frauen und Männer in den Wittekindshofer Werkstätten. Erst vor wenigen Monaten sind sie in die neu umgebaute Betriebsstätte Sonnenbrede umgezogen sind.
Der Kalender bietet aber auch ein Wiedersehen mit der damals oft „als größtes Frauenmalerei der Welt" gelobten Innenausmalung der Wittekindshofer Erlöserkirche, die Ida Caroline Ströver zwischen 1930 und 1934 geschaffen hatte. Archivar Michael Spehr betont, dass die Menschen in der Kirchenausmalung individuelle Gesichter hatten, für die damals Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch Mitarbeitende Modell gestanden hatten.
Bestelladresse:
Der Wittekindshofer Jubiläumskalender mit jeweils 12 historischen und aktuellen Fotos sowie Kurztexten auf den Rückseiten ist im Werkstattladen (Sonnenbrede 18, 32549 Bad Oeynhausen) erhältlich oder kann für 10 Euro plus Porto bestellt werden unter: