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Geld ausgeben kann jeder. Es richtig einzuteilen, lernt Marcel Herzog mit Unterstützung von Birgit Theissing.
Gronau (AM). „Ich mache alles alleine. Das ist schwer, aber gut für später. Dann will ich eine eigene Wohnung haben", erklärt Marcel Herzog, der im Trainingswohnbereich im neuen Wohnhaus der Diakonischen Stiftung Wittekindshof an der Königstraße in Gronau wohnt. Wäsche waschen und Bügeln ist für den 19-Jährigen kein Problem. Durch die Schülerfirma der Johannesschule hat er schon viel Routine. Auch im Hagemannhaus, einem älteren Wittekindshofer Wohnhaus, in dem Marcel Herzog und einige seiner Mitbewohner vorher gewohnt haben, war Mitarbeit gefragt: „Wir mussten unsere Zimmer aufräumen, putzen und wischen. Aber jetzt ist es besser, weil wir nur zu Viert sind. Hier lernt man mehr", freut sich Kirsten Heistermann. Sie ist mit knapp 21 Jahren die Älteste im Haus. Der Jüngste ist zurzeit acht Jahre alt.
Der Trainingswohnbereich ist Älteren vorbehalten, die sich weiter verselbständigen wollen und weitgehend alle Aufgaben übernehmen, die im Haushalt anfallen. „Ich kann Hawai-Toast machen, Nudeln kochen und Brot backen. Aber Kochen ist schwierig. Birgit hat gute Ideen, auch was man mit den Resten im Kühlschrank machen kann", freut sich Eileen Köning über Birgit Theissing, die als Hauswirtschafterin im Trainingswohnbereich arbeitet. Sie unterstützt die vier Bewohner da, wo es noch nicht alleine klappt oder zumindest eine Erinnerung nötig ist. Ein ganz wichtiges Feld ist der Umgang mit Geld. „Wir schreiben auf, was wir zum Frühstück, Abendessen und zum Kochen brauchen. Beim Einkaufen müssen auf das Datum achten, die Preise vergleichen und aufpassen, dass es nicht so teuer ist", erklärt Kirsten Heistermann und wird sofort von ihren Mitbewohnern ermahnt, den Kassenzettel nicht zu vergessen, da der Einkauf sonst nicht abgerechnet werden kann und vom Taschengeld abgezogen werden muss.
Anders als in anderen Wohngruppen in dem Wittekindshofer Neubau sind im Trainingswohnbereich nicht immer Mitarbeiter anwesend. „Aufstehen und Frühstück machen wir alleine, da kommt nur kurz jemand von der Nachbargruppe vorbei und guckt ob alles in Ordnung ist. Und auch nachts sind wir alleine, aber wir haben alle einen Notrufschalter in unseren Zimmern, im Bad und auf dem Flur. Für den Notfall ist gesorgt, aber vieles können wir auch schon alleine", so Eileen Köning.