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Der Trauerzug wurde von mehr als 15 Pfarrerinnen und Pfarrern aus dem Kirchenkreis Vlotho angeführt.
Bad Oeynhausen/ Berlin (AM). Über 400 Trauergäste haben in einem Gottesdienst in der Erlöserkirche der Diakonischen Stiftung Wittekindshof in Bad Oeynhausen-Volmerdingsen Abschied genommen von Pfarrer i.R. Erich Eltzner, der am 12. Dezember nach langer schwerer Krankheit gestorben war. Er war 18 Jahre Vorsteher des Wittekindshofes und stand von 1987 bis 2002 an der Spitzes des Bundesverbandes Evangelische Behindertenhilfe (BeB) und eines Vorgängerverbandes. In einem langen Trauerzug, der von mehr als 15 Pfarrerinnen und Pfarrern im Talar aus dem Kirchenkreis Vlotho angeführt wurde, haben Familienangehörige, Freunde, Kollegen und Weggefährten aus Diakonie, Politik, Kirche und Gesellschaft, die aus Westfalen und dem gesamten Bundesgebiet angereist waren, Erich Eltzner auf seinem letzten Weg begleitet. Zu den Trauergästen gehörten auch Mitglieder des Vorstandes der von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel, der Evangelischen Stiftung Volmarstein, des Ludwig-Steil-Hofes, der Wittekindshofer Partnereinrichtung in Neinstedt und verschiedener ortskirchlicher Diakonischen Werke sowie sein direkter Nachfolger im Wittekindshof Pfarrer i.R. Horst Ritter und der amtierende Vorstandssprecher Pfarrer Professor Dr. Dierk Starnitzke. Sechs Mitglieder der Diakonischen Brüder- und Schwesternschaft Wittekindshof haben den Sarg ihres Vorstehers und Mitbruders getragen. Am Grab hat der Posaunenchor Wittekindshof unterstützt von Bläsern aus den Gemeinden Altstadt und Volmerdingsen geblasen, der ebenso wie der Kirchenchor Volmerdingsen-Wittekindshof den Trauergottesdienst musikalisch zusammen mit Conny Stern an der Orgel gestaltet hat. Beigesetzt wurde Erich Eltzner auf dem Wittekindshofer Friedhof gegenüber dem Grab von Pfarrer Hermann Krekeler (1841-1898), dem Gründer der Einrichtung, und neben den Gräbern weiterer Anstaltsleiter.
Die Predigt im Trauergottesdienst hat auf Wunsch der Familie Pfarrer Bernd Kollmetz gehalten, der als Seelsorger in den Johanniter Ordenshäusern in Bad Oeynhausen und als Dozent an der Diakonenschule Wittekindshof tätig ist. Früher hat er zusammen mit Pfarrer Erich Eltzner im Prüfungsausschuss für das Diakonenexamen gearbeitet und ihn in den letzten Jahren auch während seiner schweren Erkrankung begleitet. „Er war ein einfühlsamer Zuhörer, gab einem sofort das Gefühl kein Fremder zu sein und ein kritischer Begleiter des Geistes unserer Zeit, dem man am nächsten in seinen Andachten sein konnte", erklärt Pfarrer Kollmetz über seinen Amtsbruder, der ihm zu einem guten Freund geworden sei.
Vorstandssprecher Pfarrer Professor Dr. Dierk Starnitzke bezeichnete seinen Amtsvorgänger als „eine der prägenden Persönlichkeiten der deutschen evangelischen Diakonie", die viele Kontakte zu den Entscheidungsträgern in Politik, Kirche und Diakonie gepflegt und dabei auch immer eine klare ethische Position vertreten habe. „Pfarrer Eltzner wollte die Unterstützung von Menschen mit Behinderung in unserem Lande und besonders in der Diakonie verbessern. Er hat auch konzeptionell bereits vor vielen Jahren in weit beachteten Reden Gedanken formuliert, die der damaligen Arbeit der Behindertenhilfe die Richtung für die nächsten Jahre gewiesen haben", so Vorstandssprecher Starnitzke.
Der Vorsitzende des Bundesverbandes evangelische Behindertenhilfe e.V., Michael Conty, überbrachte nach der Beisetzung bei einem gemeinsamen Kaffeetrinken die Anteil nehmenden Grüße des Fachverbandes, des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland und des Diakonischen Rates, in denen Pfarrer Elltzner viele Jahre aktiv mitgewirkt hat. Michael Conty erinnert an Pfarrer Eltzner, der als Seelsorger, Sozialpolitiker, Wegbegleiter und Wegbereiter einen ganz spezifischen Beitrag für den Bau einer gerechteren und menschlicheren Welt geleistet habe. Er bezeichnete seinen Vorgänger und BeB-Ehrenvorsitzenden als „überzeugten und überzeugenden Diakoniker". Zeit seines Lebens galt sein sozialpolitisches Engagement Menschen mit Behinderung. Schon früh nach der Wahl als Vorsitzender des damaligen „Verbandes evangelischer Einrichtungen für geistig und seelisch Behinderte e.V. (VEEGSB)" habe er sich weitsichtig für den Aufbau einer Geschäftsstelle eingesetzt, um die ehrenamtliche Fachverbandsarbeit durch hauptamtliche Mitarbeiter professionell zu unterstützen. „Erich Eltzner hat klar erkannt, dass die evangelische Lobby für Menschen mit Behinderung und psychischer Erkrankung konzentriert und gemeinsam auftreten muss, um wirksam zu sein", erklärte Michael Conti. Er verwies darauf, dass sich Erich Eltzner in diesem Sinn nach der Wende 1990/91 zunächst für die Fusion mit dem Ostverband und anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Fachverbandes 1997 für den Zusammenschluss mit dem Körperbehindertenverband eingesetzt habe. Pfarrer Eltzner war der erste Vorsitzende des aus diesem Fusionsprozess entstandenen Bundesverband evangelische Behindertenhilfe (BeB). Das Amt hatte er auch in den ersten Jahren seines Ruhestands inne, bevor ihn Klaus-Dieter Kottnik abgelöst hat, der heutige Präsident des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland. Michael Conty erinnert daran, dass Erich Eltzner in Anerkennung seiner großen Verdienste um den Verband und die diakonische Behindertenhilfe 2002 als BeB-Ehrenvorsitzender ernannt wurde und es sich auch trotz seiner schweren Erkrankung auch in den letzten Jahren nicht habe nehmen lassen, größere Tagungen und jede Mitgliederversammlung mit persönlichen Grüßen und einer Besinnung zu bereichern.