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Mit viel Spaß dabei sind (v.l.): Laura Ax, Antje, Dominic, Matthias, Nadine, Dorothea Elges, Jana, Chris-Dorian und Nadine.
Bünde (AM). Solange Musik zu hören ist, ist Matthias in Bewegung. Sein Freistil-Repertoire scheint unerschöpflich zu sein. Er hat immer neue Ideen, wie er Musik in Bewegung umsetzen und andere mit seiner Begeisterung anstecken kann. Antje fasziniert das und sie weicht ihrem Mitbewohner kaum von der Seite. Bei so einem Energiebündel fühlen sich andere mit etwas Abstand wohler. Doch auch sie kommen auf ihre Kosten, lassen sich von Tanzlehrerin Laura Ax inspirieren und probieren Tanzschritte aus, lassen mit ihren Armen Windmühlenflügel drehen und denken sich eine Namens- und Frühlingsbewegung aus. Der angehenden Sozialpädagogin gelingt es im Wittekindshofer Wohnhaus am Dustholz in Bünde immer wieder, die ganz verschiedenen tanzbegeisterten Jugendlichen zu gemeinsamen Choreographien zusammen zu bringen. Deswegen können in der TanzZeit plötzlich auch viele kleine Springbrunnen fließen, ohne dass der Boden im Gemeinschaftsraum nass wird - abgesehen vom Schweiß der Tänzer.
Genau um diese körperliche Betätigung geht es Diakonin Dorothea Elges, die die TanzZeit im Haus am Dustholz ins Leben gerufen hat. „Die Jugendlichen, die es besonders nötig haben, können wir mit herkömmlicher Gymnastik oder Sport nur schwer zur Bewegung motivieren. Tanzen ist für sie etwas ganz anderes. Da steht der Spaß im Vordergrund und die Beweggung kommt von ganz alleine." Dass diese Rechnung aufgeht, zeigt sich in der TanzZeit nicht nur am Schweiß, sondern auch wenn eine der Jugendlichen zwischendurch um Unterstützung bittet: „Doro, hilfst Du mir? Ich schaff das nicht alleine mit beiden Händen über den Kopf." Ganz bewusst wechselt Laura Ax während der TanzZeit zwischen schnellen Rhythmen und ruhigen Phasen ab. Körpererfahrung, freies Bewegen im Raum, Kreativität und Vorstellungsvermögen, um zum Beispiel einen Springbrunnen oder Windmühlenflügel darzustellen, werden kombiniert: „Es geht nicht darum, Bewegungen zu korrigieren, jeder tanzt hier nach seinem Vermögen, bekommt neue Anregungen und soll Spaß haben", betont Laura Ax, die neben ihrem Studium in Münster eine Ausbildung in integrativer Tanzpädagogik absolviert.
Ins Haus am Dustholz ist sie durch ihre Freundin Dorothea Elges gekommen, die in dem Wohnhaus für 24 Kinder und Jugendliche mit Behinderungen arbeitet. „Wir kennen uns von früher, aus der CVJM-Arbeit in Bünde. Als wir uns neulich getroffen habe, hat sie von ihrer Ausbildung und ich von unserer Idee einer Tanzgruppe gesprochen. Wir haben uns spontan zur Zusammenarbeit entschlossen, die auch bei Teamleiter Jan Meyer im Haus am Dustholz und bei Wohnbereichsleiter Bernd Samson auf große Zustimmung getroffen ist" berichtet die Diakonin. Laura Ax leitet verschiedene Tanzgruppen, weil integrative Tanzpädagogik bei jeder Stilart vom HipHop bis zum Walzer eingesetzt werden kann. Von der Arbeit mit den behinderten Jugendlichen ist sie begeistert: „Sie sind toll und haben soviel Freude am Tanz." Das ist für sie Ansporn genug, immer wieder auf's Neue Bewegungsformen zu suchen und zu entdecken, die trotz Rollstuhl oder anderer körperlicher Einschränkungen möglich sind.
Die TanzZeit im Haus am Dustholz war eigentlich ein Angebot für Jugendliche, aber auch die Jüngeren sind schon vorbei gekommen, weil sie Musik im Haus gehört haben. Besonders freut sich Dorothea Elges, dass mittlerweile auch Gäste aus der Nachbarschaft dabei sind: „Die Jugendlichen kennen sich aus der Schule und fahren teilweise im gleichen Schulbus. Noch ist etwas Platz, so dass auch andere Tanzbegeisterte gerne dazu kommen können", so Dorothea Elges. Die TanzZeit im Haus am Dustholz ist zunächst mit Ausnahme von Pfingsten bis zu den Sommerferien an jedem Montag ab 17 Uhr geplant. Die Teilnahme ist kostenlos. Mitgebracht werden sollen Stoppersocken oder Gymnastikschuhe und bequeme Kleidung.
Diakonische Stiftung Wittekindshof
Haus am Dustholz
Kloppenburgstraße 33
32257 Bünde-Ennigloh
Tel.: (0 52 23) 6 53 19-0