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Empfang im Wittekindshof für den erweiterten Vorstand der Internationalen PWS-Organisation und weitere geladene PWS-Experten und Gäste.
Bad Oeynhausen/ Espelkamp/ Lübbecke/ Absberg/ Herne (AM). „Um die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen besser zu verstehen, ist der interdisziplinäre und internationale Austausch dringend erforderlich, den Sie in der vergangenen Woche in Herne und Bad Oeynhausen geführt haben", erklärte der Wittekindshofer Vorstandssprecher Pfarrer Dr. Dierk Starnitzke anlässlich eines Empfangs für den erweiterten Vorstand der Internationalen Prader-Willi-Syndrom-Vereiniging (IPWSO) auf dem Gründungsgelände der Diakonischen Stiftung in Bad Oeynhausen. Nach einer dreitägigen Fachtagung in Herne hatten sich Vertreter aus Taiwan, Neuseeland, den USA, Indien und sechs europäischen Ländern in der Kurstadt zur Jahrestagung getroffen. Zu ihnen gehörte auch der Bad Oeynhausener Diplom Psychologe Norbert Hödebeck-Stuntebeck, der seit über zehn Jahren Spezialangebote für Menschen mit dem Prader-Willi-Syndrom (PWS) im Wittekindshof aufbaut und weiterentwickelt. „Die Behinderung ist selten, der Unterstützungsbedarf aber sehr hoch durch die angeborene Esssucht, vielfältige medizinische Probleme, die Intelligenzminderung, einem ausgeprägten Egozentrismus und herausforderndem Verhalten", erklärte der Wittekindshofer PWS-Spezialist, der sich zusammen mit seinem Kollegen Dr. Hubert Soyer aus der bayerischen Stiftung-Regens-Wagner-Absberg für den weltweiten interdisziplinären Austausch zwischen professionellen Begleitern, Psychologen, Medizinern verschiedener Fachrichtungen und Eltern einsetzt. Sie haben deswegen bereits zum zweiten Mal zusammen mit der Internationalen PWS-Organisation in der letzten Woche in Herne eine PWS-Fachtagung für Basismitarbeitende aus Wohngruppen, Werkstätten, Beratung und Begleitung veranstaltet, an der auch ein Großteil der weltweit wenigen PWS-Experten aus Forschung und Lehre sowie hochspezialisierte Mediziner teilgenommen haben.
„PWS ist eine komplexe Behinderung. Betroffene fordern auf der einen Seite Mitwirkung und Selbstbestimmung, benötigen aber auf der anderen Seite konsequente Unterstützung in vielen Lebensbereichen", berichtete Norbert Hödebeck-Stuntebeck. „Viele Einzelheiten kennen wir auch von anderen Behinderungsformen und vieles, was wir im Zusammenhang mit PWS entwickeln, lässt sich auf andere Behinderungsformen übertragen. Die große Herausforderung besteht bei PWS in den Wechselwirkungen der syndromspezifischen Besonderheiten, die viele Familien, aber auch Wohngruppen überfordern", so Dr. Hubert Soyer. Die beiden deutschen Psychologen haben maßgeblich an der Entwicklung eines Ausbildungscurriculums mitgewirkt, um professionelle Begleiter von PWS-Betroffenen spezifisches Grundlagenwissen zu vermitteln und bewährte Praxismodelle vorzustellen. Diese beiden Elemente standen auch im Mittelpunkt der Herner Fachtagung, bei der Experten aus 18 Nationen zwischen Australien und Irland sowie Russland und Israel in Herne versammelt waren. Der Wittekindshofer Vorstandssprecher lobte die Chance der Professionalisierung und Weiterentwicklung der Unterstützungsangebote und die konkrete Förderung der Mitarbeitenden: „Sie haben sich als professionelle Begleiter in ihrer praktischen Arbeit für wissenschaftliche Reflexionen geöffnet und die wissenschaftliche Arbeit ist mit Alltagsfragen konfrontiert worden. So können interdisziplinäre Netzwerke entstehen, die auf dem Dialog und dem Austausch verschiedener Fachrichtungen und Unterstützungsangebote basieren und die professionelle Begleitung von Menschen mit PWS fördern," erklärte der Wittekindshofer Vorstandssprecher Professor Pfarrer Dr. Dierk Starnitzke.
Um den interdisziplinäre und internationale Fachaustausches auch beim Empfang im Wittekindshof fortzusetzen, waren auch der Direktor des Herz- und Diabeteszentrums Nordrhein-Westfalen, Professor, Dr. Dr. Diethelm Tschöpe und sein Mitarbeiter Dr. Michael Hauber eingeladen. Sie diskutierten direkt mit den PWS-Spezialisten über Diabeteserkrankung bei Menschen mit PWS. Vor einem Jahr haben das Herz- und Diabeteszentrums NRW und der Wittekindshof zu diesem Thema offiziell einen Kooperationsprojekt unterschreiben. Der Bad Oeynhausener Bürgermeister Klaus Mueller Zahlmann lobte beim Empfang die Entscheidung, sich zur Vorstandssitzung der Internationalen PWS-Organisation in Bad Oeynhausen zu treffen. Die Kurstadt habe durch den Wittekindshof eine sehr gute Adresse für Menschen mit Behinderungen. Bad Oeynhausen sei bekannt für ihre Kliniken und Rehabilitationsangebote und das Herz- und Diabeteszentrum NRW gehöre zu den weltweit führenden Einrichtungen.