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Bad Oeynhausen (AM). Der leitende Arzt der Diakonischen Stiftung Wittekindshof, Dr. Detlef Krüger, feiert am heutigen Mittwoch, 1. September, sein 25-jähriges Dienstjubiläum. Der Facharzt für Innere Medizin, ist einer von sechs Ärztinnen und Ärzten, die die medizinische Versorgung der Wittekindshofer Bewohner in Bad Oeynhausen-Volmerdingsen, aber auch an verschiedenen anderen Standorten in den Kreisen Minden-Lübbecke und Herford sicherstellen.
Schwerpunktmäßig betreut er Frauen und Männer mit geistiger Behinderung und hohem Pflegebedarf, von denen einige wenige Personen auf eine maschinelle Beatmung angewiesen sind oder im Wachkoma leben. Der mit seiner Familie in Wulferdingsen lebende Arzt übernimmt aber auch regelmäßig den Bereitschaftsdienst am Wochenende und in der Nacht. „Ich sehe im Alltag viele seltene Syndrome und Behinderungsformen, die viele Kollegen nur aus den Lehrbüchern kennen. Häufig vorkommende Krankheiten, verlaufen bei Menschen mit Behinderung manchmal in außergewöhnlicher Form", berichtet der Mediziner.
Er ist aktives Mitglied in der Bundesarbeitsgemeinschaft Ärzte für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Im Alltag greift er regelmäßig zum Telefon, um sich bei besonderen Herausforderungen auch mit Fachkollegen aus der Region und ausgewiesenen Spezialisten zu beraten. „Mit den Jahren hat sich ein echter Austausch entwickelt, auch ich werde von Kollegen in Praxen oder Kliniken um Rat gefragt", so Detlef Krüger.
Der Jubilar freut sich, dass in den Niederlanden vor wenigen Jahren der erste Lehrstuhl für Behindertenmedizin entstanden ist und hofft, dass das Beispiel in Deutschland Schule macht. „Menschen mit Behinderung haben auch ganz gewöhnlichen Schnupfen, Husten oder einen entzündeten Blinddarm. Aber das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen ist bei Menschen mit starker geistiger Behinderung deutlich niedriger, während sie z. B. deutlich häufiger Speiseröhrenentzündungen haben als die Normalbevölkerung.
Daran muss ich bei Untersuchungen denken, denn gerade diese Menschen können mir oft genauso wenig wie kleine Kinder sagen, was ihnen weh tut oder welche Beschwerden sie haben", erklärt der Wittekindshofer Arzt, dem die Zusammenarbeit mit den Wohngruppenmitarbeitenden und Angehörigen sehr wichtig ist, da sie oft die ersten sind, die körperliche Veränderungen oder Verhaltensauffälligkeiten wahrnehmen, die vielleicht auf eine Erkrankung zurückzuführen sind.
„Bei Kindern untersucht man gelegentlich zuerst den Teddy. Auf Menschen mit geistiger Behinderung muss man manchmal in ähnlicher Weise zu gehen, damit Vertrauen entsteht. Dann kann man den Patienten motivieren. Ansonsten kann jede Untersuchung scheitern, weil der Patient seine Jacke nicht aufmachen oder sich seinen Bauch nicht abtasten lassen möchte", erklärt der Wittekindshofer Arzt.
Im Alltag hilft es ihm bis heute, dass er vor seinem Medizinstudium in Essen eine Krankenpflegeausbildung absolviert und für die besonderen Belange von Menschen mit Behinderung während meines Zivildienstes im Theodor Fliedner Werk in Mülheim a.d. Ruhr „geimpft" wurde, wie er es selbst beschreibt. Losgelassen haben ihn diese Menschen auch nicht während seiner Assistenzarztzeit am Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum oder im Marienkrankenhaus Ratingen, wo er zuletzt als Oberarzt tätig war, bevor er 1993 in die Diakonische Stiftung Wittekindshof gekommen ist.