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Über den großen Schlüssel von Ingo Hoff (4.v.l.) freuen sich (v.l.): Ressortleiterin Irene Stenzig, Domenic, Kevin, Frank, Melina, Vorstandssprecher Starnitzke Teamleiterin Heike Genz und Heiko.
Gronau/ Kreis Borken (AM). „Schlüssel sind etwas Spannendes. Man kann neue Räume und neue Wege öffnen, aber auch etwas beschützen", erklärte Geschäftsführer Ingo Hoff anlässlich der Einweihung des neuen Wittekindshofer Wohnhauses für 24 Kinder und Jugendliche mit Behinderung in Gronau. Er hatte mit seinem Team den Neubau geplant und während der rund einjährigen Bauzeit die Bauleitung übernommen. Mitgebracht hatte er einen überdimensionalen Schlüssel, den er an die Leitung der Diakonischen Stiftung Wittekindshof und an die jungen Bewohner überreicht hat, von denen viele seit dem Umzug in das neue Haus einen eigenen Zimmer- und Briefkastenschlüssel haben. Das zweite Geschenk war noch nicht sichtbar, aber die rund 100 Gäste im Festzelt applaudierten spontan für die Schaukel, die die Firma Hoff und Partner zusammen mit anderen am Bau beteiligten Firmen spenden wird. Damit war der erste Wunsch der Kinder und Jugendlichen bereits in Erfüllung gegangen, den sie an ihrem bunten Wunschkarussell aufgehängt hatten. Zur Umsetzung anderer Wünsche sind auch die jungen Menschen gefragt, die im Neubau selbständiger werden möchten, um später in eine eigene Wohnung umziehen oder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten zu können. Unterstützung erhalten sie dabei im Trainingswohnbereich, aber auch in den vier Wohngruppen für jeweils vier Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.
Die Wittekindshofer Ressortleiterin Irene Stenzig betonte, dass durch den Heilpädagogischen Intensivbereich erstmals auch in Gronau Kindern und Jugendlichen mit besonders hohem Betreuungsbedarf Wohnmöglichkeiten angeboten werden können. Damit solle der Anspruch umgesetzt werden, allen ein Leben in Würde und größtmöglicher Selbstbestimmung zu ermöglichen. Der Landtagsabgeordnete Bernhard Tenhumberg lobte die Zielsetzung, dass die Kinder und Jugendlichen Sicherheit, Zuwendung und Geborgenheit erfahren sollen als wichtige Voraussetzungen, damit erwachsen und selbstständig werden gut gelingen könnten.
Mahnende Worte erhob Vorstandssprecher Pfarrer Professor Dr. Dierk Starnitzke, der aufgrund der leeren öffentlichen Kassen befürchtet, dass Angebote wie im Neubau zukünftig nicht mehr geschaffen werden könnten, obwohl sie bitter nötig seien: „Die Politik muss für Gerechtigkeit sorgen, sie muss die Starken stärker belasten, damit die Schwachen besser unterstützt werden können. Es darf nicht sein, dass die Reichen sich immer weiter bereichern, die öffentlichen Haushalte handlungsunfähig werden und die Schwächsten in unserer Gesellschaft darunter leiden müssen."
Der Gronauer Stadtbaurat Frank Vetter lobte die zeitgemäße Architektur des zweigeschossigen barrierefreien Wohnhauses, in dem moderne Materialien vorsichtig und selbstbewusst eingesetzt worden seien. Mit dem Neubau und seinen übrigen Angeboten bereichere der Wittekindshof die Angebote der Stadt ungemein.
Weitere Berichte von der Einweihung: Pressemitteilung vom 2. Juli und Nachricht vom 5. Juli 2010.