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Einige zukünftige Bewohner und Mitarbeitende haben mit Teamleiterin Nadja Müller (5.v.r.), Wohnbereichsleiter Klaus Jurczewski (5.v.l.) und PWS-Spezialist Norbert Hödebeck-Stuntebeck (2.v.r.) den Richtkranz ausgelotet.
Herne (AM). „Wir liegen gut in der Zeit. Der Winter hat uns bisher nicht gestört. Die ersten Fenster sind eingesetzt, bald können wir wetterunabhängig arbeiten. Alles läuft auf eine Fertigstellung im September 2009 hinaus", erklärte Diethelm Thielemann, Bauleiter und Architekt aus Recklinghausen, anlässlich des Richtfest für das neue Wohnhaus der Diakonischen Stiftung Wittekindshof am Emsring in Herne-Eichenforst. Mit vereinten Kräften haben einige der künftigen Bewohner und Mitarbeiter mit Bindfaden und Backstein den Richtkranz ausgelotet. Ihr Kommando galt Zimmermann Jörg Mittag von der Firma Kleemeier aus Löhne, der den Ríchtkranz direkt über dem Haupteinganz aufgestellt hat. Mit einem traditionellen Richtspruch hat er im Namen aller Handwerker für den bisher unfallfreien Bau gedankt und mit den Worten „Scherben bringen Glück" ein Schnapsglas am Rohbau zerbrechen lassen.
Die Gäste, darunter viele Nachbarn, Angehörige und die Sodinger Bezirksvorsteherin Henny Marquardt, nutzten die Chance, sich im Rohbau einen ersten Eindruck vom Wohnhaus für 24 Frauen und Männer mit Behinderungen zu verschaffen. Besonders spannend war der Rundgang für die acht Männer und Frauen aus der Wittekindshofer Wohngruppe für Menschen mit dem Prader-Willi-Syndrom (PWS) in der Herner Vinckestraße, die in den Emsring umziehen werden. Die jungen Erwachsenen leben mit einer genetisch bedingten Esssucht und herausforderndem Verhalten. Im Obergeschoss entstehen für sie zwölf Einzelzimmer und mehrere Gemeinschaftsräume. „Die Nachfrage ist sehr groß, aber noch sind nicht alle Plätze vergeben. Trotz Erweiterung der PWS-Wohngruppe haben wir eine Warteliste. Für die Einzelzimmer im Untergeschoss gibt es viele Interessenten aus Herne und aus dem Ruhrgebiet sowie von Menschen im Wittekindshof in Bad Oeynhausen oder Gronau, die in ihre alte Heimat zurückkehren wollen", berichtete Klaus Jurczewski, der als Wittekindshofer Wohnbereichsleiter für die Angebote in Herne verantwortlich ist.
Sowohl die PWS-Wohngruppe im Obergeschoss als auch das Erdgeschoss, in dem zwölf jüngere und ältere Erwachsene mit geistigen und verschiedenen mehrfachen Behinderungen wohnen können, kann variabel genutzt werden. „Durch einfaches Schließen von Zwischentüren können wir Wohnbereiche für vier, sechs oder acht und ein Appartement für zwei Personen schaffen, was nicht nur bei Paaren beliebt sein dürfte", erklärte Norbert Hödebeck-Stuntebeck, Projektleiter und Wittekindshofer PWS-Spezialist den Gästen des Richtfestes.
Nadja Müller, die Leiterin der PWS Wohngruppe, freut sich das sich schon während der Planungs- und Bauphase gute Beziehungen zu den Nachbarn in der Eichenforstsiedlung und den Kirchengemeinden entwickelt haben: „Die Menschen sind sehr offen, zeigen Interesse an unser Arbeit und den Menschen und haben uns schon in den Chor und die Gruppen der Gemeinde eingeladen", so die Heilerziehungspflegerin.
Die Baukosten belaufen sich auf rund 1,9 Millionen Euro. Sie werden finanziert mit Unterstützung der Stiftung Wohlfahrtspflege, der Aktion Mensch, der Stiftung Deutsche Behindertenhilfe und des Landes NRW sowie durch Eigenmittel der Diakonischen Stiftung Wittekindshof. Für die Gestaltung des großen Außen- und Gartenbereiches ist der Wittekindshof auf Spenden angewiesen.
Die Wochen bis zum Einzugs zählen nicht nur die Bewohnerinnen und Bewohner, sondern auch Heinz Siewert aus Dortmund-Westerfilde: „Unser Sohn lebt seit 40 Jahren im Wittekindshof in Bad Oeynhausen, wir besuchen ihn regelmäßig, aber wir werden älter und freuen uns, dass wir dann nur noch 16 Kilometer bis zum Emsring in Herne fahren müssen!"
Diakonische Stiftung Wittekindshof
Kontakt und Informationszentrum (KIZ)
Dorothee Blome
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Tel.: (0 23 23) 1 48 06 90