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Neues Lager und (v.l.:) Reiner Breder, Ulrich Hagemeier (Wittekindshofer Werkstätten), Peter Rode (VR Bauregie), Architekt Rainer Messmann, Pfarrer Dierk Starnitzke, Volker Englert (Hettich), Architekt Hans Jäger und Bürgermeister Mueller-Zahlmann.
Bad Oeynhausen/ Kirchlengern (ks) Mit der feierlichen Eröffnung eines neuen Hochregallagers am Donnerstag, 8. Oktober 2009, an der Sonnenbrede in Bad Oeynhausen-Volmerdingsen, haben die Wittekindshofer Werkstätten ein wichtiges Etappenziel bei der Sicherung ihrer Zukunftsfähigkeit erreicht. Mit dem neuen Logistikgebäude, in das die Diakonische Stiftung Wittekindshof rund 1,6 Million Euro aus Eigenmitteln investiert, wurden die Voraussetzungen für eine moderne, kundengerechte Lagerhaltung geschaffen. Flexibilität und hohe Verlässlichkeit bei der Umsetzung der Kundenwünsche sind Grundlagen für langfristige Kooperationen zwischen der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen und ihren oft international agierenden Partnern aus Industrie und Handwerk.
Volker Englert, der die Zusammenarbeit mit den Wittekindshofer Werkstätten für die Hettich-Gruppe seit über zehn Jahren verantwortet, fasste stellvertretend für andere Geschäftspartner die Entwicklung der letzten Jahre zusammen: „Die Wittekindshofer Werkstätten sind aus Sicht der industriellen Auftraggeber professioneller geworden. Heute unterscheiden sich die Geschäftbeziehungen nicht mehr von denen mit Dienstleistern, die ohne eine betreuerische Aufgabenstellung am freien Markt agieren." Dabei verwies der Logistikexperte auf die durchgängige Zertifizierung, auf hohe Arbeitssicherheit und Qualitätsmanagement, aber auch auf die gestiegene Bereitschaft, den Kundenwünschen entsprechend zu investieren. Trotz dieser enormen Anstrengungen sei es immer wieder beeindruckend, das Engagement der Betreuer und der Werkstattleitung zu erleben, um die Mitarbeitenden an die Arbeit heranzuführen, sie zu begeistern und das Arbeitsergebnis abzusichern.
Das all diese Bemühungen eng mit der Errichtung des Hochregallagers in Verbindung stehen, betonte Ulrich Hagemeier, der als Geschäftsbereichsleiter der Wittekindshofer Werkstätten für den noch bis 2011 andauernden Gesamtumbau verantwortlich ist. Hagemeier unterstrich, dass die Trennung der Verkehrswege für Waren und Personen eine gravierende Qualitätsverbesserung bedeutet. Grundlegende Veränderungsanforderungen und ein neues Raumnutzungskonzept hätten aber auch einen Gesamtumbau des 1975 eröffneten Werkstattgebäudes erforderlich gemacht. Mit insgesamt 600 Personen ist die Betriebsstätte Sonnenbrede die größte der Wittekindshofer Werkstätten. Im Rahmen seiner Ausführungen dankte Hagemeier für das vielfältige Engagement, das nicht nur die am Bau beteiligten Unternehmen gezeigt hätten, sondern etwa auch die Nachbarschaft, mit der Bereitschaft Unannehmlichkeiten aus der Bautätigkeit klaglos zu akzeptieren.
Architekt Hans Jäger, vom Hamelner Büro BJM Architekten, zeigte sich dankbar darüber, dass die rund 6 Monate andauernde Bauzeit unfallfrei, schnell und umsichtig vonstatten gegangen sei. Ein solcher Neubau am Bestand, „also am lebendigen Leibe", wie Jäger es nannte, sei immer eine besondere Herausforderung. Entstanden sei ein Unikat: modern, gut gedämmt und mit hervorragender Haustechnik ausgestattet.
In kurzen Ansprachen hatten Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann und Vorstandsspecher Pfarrer Professor Dr. Dierk Starnitzke auf die grundsätzliche Bedeutung von Arbeit im Leben von Menschen und für die Gesellschaft hingewiesen. Der Wittekindshofer Vorstandssprecher hob dabei hervor, das Verständnis des Begriffes Arbeit nicht auf eine womöglich gut bezahlte Erwerbstätigkeit zu beschränken. Die Schlussfolgerung, dass Arbeit, die niedrig bezahlt sei, nicht viel Wert sein könne, wies Starnitzke entschieden zurück: Hausarbeit oder ehrenamtliche Arbeit hätten ebenso ihren persönlichen und gesellschaftlichen Wert wie die Arbeit von Menschen mit Behinderungen.