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Lübbecke (AM). Bei der Einweihung des neuen Wittekindshofer Kontakt- und Informationszentrums (KIZ) in Lübbecke hat Circus Krönchen mit seinem Reeperbahnn-Klassiker die weit über hundert Gäste schunkelnd in Bewegung gebracht. Bürgermeisterin Susanne Lindemann und der Wittekindshofer Vorstandssprecher Pfarrer Professor Dr. Dierk Starnitzke haben ihr fußballerisches Talent wie beim Torwandschießen eingesetzt und bekamen von zwei Wittekindshofer Bewohnern Unterstützung. Die Torwand war flexibel und bestand aus zwei 10-Liter Eimern. Mit ihnen fingen die beiden Bewohner die Bälle und konnten Schwächen in der Zielgenauigkeit ausgleichen, so dass beide Prominente Volltreffer landeten. Der unterhaltsame Programmpunkt kann programmatisch für die neue Wittekindshofer Einrichtung am Marktplatz in Lübbecke verstanden werden. Sie soll Bewegung in die von gegenseitiger Unterstützung geprägte Begegnung und das selbstverständliche Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderungen bringen. So flexibel wie die Torwand sollen die Angebote des KIZ Wittekindshof an die Bedürfnisse der Gäste angepasst werden. Und Unterstützung und Beratung sollen Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen erhalten. Diese inhaltliche Ausrichtung wurden in den Grußworten mehrfach gelobt.
Vorstandssprecher Pfarrer Professor Dr. Dierk Starnitzke erinnerte an die fünf Grundwerte der Diakonischen Stiftung Wittekindshof: Fachlichkeit, Zuverlässigkeit, Liebe, Vielfalt und als wichtigstes die Teilhabe. Sie könnten schon biblisch begründet werden, weil Jesus in Worten und Taten sich immer wieder dafür eingesetzt habe, Menschen zusammen zu führen und Benachteiligte anzunehmen und aufzunehmen. „Im KIZ Lübbecke möchten wir die Möglichkeit bieten, dass Menschen mit und ohne Behinderungen sich treffen, dass sie ohne die Gefahr der Ausgrenzung zwanglos miteinander zusammen sein und den respektvollen Umgang miteinander einüben können und dass dies dann auch in die Gesellschaft ausstrahlt," erklärte der Vorstandssprecher. Eine Wirkung weit über die neuen Räumlichkeiten am Markt hinaus strebt auch Uwe Thünemann an, der als Ressortleiter für die Wittekindshofer Wohnangebote und die Kontakt- und Informationszentren in Ostwestfalen verantwortlich ist. Neben den Kontakten zur allgemeinen Bevölkerung soll durch das neue KIZ die Zusammenarbeit mit den anderen Trägern der Behindertenhilfe ausgeweitet werden zu einem Netzwerk vielfältiger, zuverlässiger und einander ergänzender Unterstützungsangebote für Menschen mit Behinderungen.
Bürgermeisterin Susanne Lindemann betonte, dass das KIZ Wittekindshof ein wichtiger Baustein sei, der bisher in Lübbecke und in der Region gefehlt habe. Sie ist überzeugt, dass das Konzept der fachlichen Unterstützung und der Freizeitangebote wirksam sei gegen Vereinsamungstendenzen und damit den Weg für Menschen mit Behinderungen ebne für ein selbständiges Leben. Auch mit Blick auf das geplante Lübecker „Bündnis für Familien" erklärte die Bürgermeisterin: „Das KIZ Wittekindshof gehört einfach dazu!"
Superintendent Dr. Rolf Becker lobte in seinem Grußwort die äußerst zentrale Lage und die Tatsache, dass die Türen des neuen KIZ Wittekindshof für jedermann geöffnet seien, unabhängig davon, ob er ansonsten Angebote der Diakonischen Stiftung in Anspruche nehme. „Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft ist ein Bürger- und Menschenrecht, für das sich die Kirche und Ihre Diakonie einsetzt und damit Verantwortung übernimmt," so der Superintendent. In seinen Augen ist das KIZ Wittekindshof eine gute Hilfe, um die unsichtbaren Mauer zu überwinden und abzubauen, die es zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen gibt. Als Dauerkarteninhaber des TUS N Lübbecke freut er sich über den Plan, die Auswärtsspiele im KIZ Wittekindshof auf Großleinwand zu übertragen. Die Lizenz dafür hatte Ressortleiter Thünemann, begeleitet vom kräftigen Applaus der zahlreichen TUS N Lübbecke Fans, in Form eines Premiere-Gutscheins überreicht. Dadurch ist auch die Übertragung der großen nationalen und europäischen Fußballereignisse gesichert.
Die Einrichtung des KIZ Lübbecke bietet jedoch auch gute Voraussetzungen, damit es nicht nur beim gemeinsamen Sport-Gucken bleibt. Die Gauselmann Firmengruppe hat einen Kicker zur Verfügung gestellt. Die Aktion Mensch und weitere lokale Firmen haben die Einrichtung des KIZ Wittekindshofes mit Theke, gemütlicher Sitzecke, variablen Tischen und einer Küche ermöglicht. Den Rahmen hatten die Lübbecker BKS-Architekten durch den Umbau geschaffen, den viele Gäste als äußert gelungen lobten.
Lübbecke/ Bad Oeynhausen, 1. Juni 1009