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Im Wittekindshofer Schülerdorf wurden 193 rote Hände als Protest gegen den Einsatz von Kindersoldaten gesammelt.
Bad Oeynhausen (AM). Minister Guido Westerwelle und Menschen aus dem Wittekindshofer Schülerdorf und dem Berufsbildungswerk verbindet in der Regel wenig. Beim Protest gegen den Einsatz von Kindern im Krieg, hat der Bundesaußenminister ebenso wie insgesamt 299 Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Mitarbeitende eine rote Hand erhoben. Es ist das internationale Protestzeichen gegen Kindersoldaten. In den beiden Einrichtungen der Diakonischen Stiftung in Bad Oeynhausen hatten sich Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit der Lage der weltweit 250.000 Minderjährigen beschäftigt, die in bewaffneten Konflikten eingesetzt werden. Im Schülerdorf war maßgeblich das Haus Berlin beteiligt, in dem ältere Jugendliche und junge Erwachsene leben. Sie haben ein Protestplakat gesprüht, eine überdimensionale rote Hand gebastelt und zahlreiche Luftballons mit einer roten Hand bemalt. Hinzu kamen, wie in den 12 anderen Wohngruppen des Schülerdorfes, insgesamt 193 rote Handabdrucke auf Papier, die an die Hilfsorganisation terre des hommes in Osnabrück weitergeleitet wurden. Viele Hände waren um kurze Gedanken ergänzt, die teilweise auch Mitarbeiter für Bewohner aufgeschrieben hatten, die selbst nicht schreiben können. Dazu gehörten unter anderem: „Spielen statt schießen", „Kinder sollen spielen dürfen" oder „Kinder sollen fröhlich sein und spielen, statt zu töten".
In der Malerei des Berufsbildungswerkes wurde eine 3,5 mal 2 Meter große Aktionswand mit einer großen roten Hand und vielen Handabdrucken gestaltet, die im Eingangsbereich aufgehängt wurde. Sie erinnert ganzjährig an den Red Hand Day, der weltweit seit 2002 jeweils am 12. Februar stattfindet. Die sechs Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die in diesem Jahr die inhaltliche Vorbereitung übernommen hatten, informierten an einem Informationstisch ihre Kollegen und Mitarbeitende und konnten insgesamt 106 rote Hände im Berufsbildungswerk sammeln.
Weltweit sind mittlerweile mehr als 320.000 rote Handabdrucke zusammengekommen. Sie wurden beispielsweise an den UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in New York, an Bundespräsident Horst Köhler in Berlin und NRW-Landtagspräsidentin Regina van Dinther in Düsseldorf überreicht. Die Aktion wird fortgesetzt, um den Druck auf Regierungen und andere bewaffnete Gruppen zu erhöhen, die Kindersoldaten einsetzen.