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Den Gottesdienst haben Menschen mit und ohne Behinderung so wie Marcel Zenke, Pfarrer Martin Wedek und Tom Weber (v.l.) gestaltet.
Bad Oeynhausen (AM). "In allen Lebensphasen wollen wir darauf hinwirken, ein Band zwischen Menschen mit und ohne Behinderung zu knüpfen", erklärte Vorstandssprecher Pfarrer Professor Dr. Dierk Starnitzke im Gottesdienst zum 123. Jahresfest der Diakonischen Stiftung Wittekindshof in Bad Oeynhausen. „Bildung und Arbeit sind ganz wesentliche Bestandteile dieses Bandes. Wenn man nicht zusammen lernen und arbeiten kann, dann findet man auch in anderen Bereichen des Lebens nur mühsam zusammen", so Starnitzke, der über einen Abschnitt aus dem Epheserbrief gepredigt hat, in dem die Gemeinde als Leib mit vielen Gliedern beschrieben wird. Im Festgottesdienst haben Lehrende und Lernende aus der Frühförderung, der Förderschule, aus dem Berufskolleg, dem Berufsbildungswerk und dem Berufsbildungsbereich der Wittekindshofer Werkstätten zusammen ein großes symbolisches Band geknüpft. Die Fäden waren zunächst aufgespannt wie ein großes Zelt, die die Bildungsangebote für jedes Lebensalter miteinander verknüpft haben. Beteiligt waren vom vierjährigen Lovis, über Schüler und Auszubildende alle Altersgruppen, bis zur Rentnerin, die auf Wanderungen die Pflanzen und Tiere in Moor und Wald kennen lernt und so vom lebenslangen Lernen profitiert. „Wir müssen dem Unfrieden entgegenwirken, der die Menschen voneinander trennt. Wir müssen Bänder knüpfen, die die Menschen miteinander verbinden. Müssen darauf hinwirken, dass die Menschen in jedem Alter miteinander und voneinander lernen und sich dadurch verbinden - als Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Alte", betonte Vorstandssprecher Professor Dr. Dierk Starnitzke.
Im Gottesdienst entstand nicht nur sichtbar aus breiten bunten Fäden ein gemeinsames Band, sondern auch ein Band der Gemeinschaft, weil Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Rentner mit und ohne Behinderung ihre Gaben in den Gottesdienst eingebracht haben - vom Kerzen Anzünden bis zum Lesen der Gebete oder der musikalischen Gestaltung durch einen vereinigten Posaunenchor mit Bläsern aus der ganzen Region, dem Kirchenchor Volmerdingsen-Wittekindshof und dem Kinder und Jugendchor Wi(e)dukids.
Schon zum Gottesdienst im Festzelt hatten sich mehr als 600 Gäste versammelt. Viele weitere folgten im Verlauf des Tages zu einem breiten Informations- und Unterhaltungsprogramm. Mehr als hundert Motorrad-, Gespann und Trikefahrer boten Fahrten rund um das Wittekindshofer Gründungsgelände an. Auch kräftige Regenschauer wurden immer wieder vom Dröhnen der Motoren und aufheulen der Hupen überstimmt. In diesem Jahr funkelte nicht nur glänzendes Chrom, sondern auch Regentropfen in der Sonne. Der Stimmung hat das aber nicht geschadet. Wenn sich die Sonne mal wieder hinter dicken Regenwolken versteckt hatte, waren es strahlende Gesichter, die nach einer Rundfahrt auf einem der heißen Öfen Bände gesprochen haben. Nur die große Ausfahrt nach Bad Oeynhausen musste wegen des drohenden starken Regens aus Sicherheitsgründen abgesagt werden.