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Das Musicalteam ist bunt gemischt - vom Grundschulkind bis zum jungen Erwachsenen mit und ohne Behinderung unterstützt von Mitarbeitenden aus dem Wittekindshof.
Bünde (AM). Im September haben sich die 26 Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen gemeinsam auf den Weg gemacht. Am kommenden Sonntag, 4. Advent, werden sie im Familiengottesdienst mit Pfarrer Volker Kükenshöner um 11 Uhr in der Kreuzkirche in Bünde-Ennigloh das Weihnachtsmusical „Unterwegs nach Bethlehem" aufführen.
„Die Vorfreude und Aufregung steigt von Woche zu Woche bei den Proben. Alle sind gespannt auf den Gottesdienst. Aber wir haben einen mindestens ebenso spannenden Weg bereits hinter uns", erklärt Diakonin Dorothea Elges, die für die Wittekindshofer Außenwohngruppe in Bünde verantwortlich ist. Sie hatte auch im letzten Jahr mit den Kindern und Jugendlichen aus dem Wittekindshofer Wohnhaus am Dustholz in Bünde-Ennigloh ein Weihnachtsmusical für den Familiengottesdienst eingeübt.
In diesem Jahr haben Dorothea Elges und ihre Kollegin Julia Steinmeier das Musical als Kooperationsprojekt der Evangelisch-Lutherischen Philippus-Kirchengemeinde und der Diakonischen Stiftung Wittekindshof durchgeführt und bewusst geöffnet: „Uns ist es wichtig, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Behinderung nicht unter sich bleiben. Wir haben deswegen Kinder aus Ennigloh und Umgebung zum Mitmachen eingeladen und sind sehr glücklich, dass sich viele angesprochen gefühlt haben. Unser Traum von einem integrativen Musicalteam ist Wirklichkeit geworden", freut sich Julia Steinmeier.
Die Frage, ob einer mit oder ohne Behinderung lebt, war während der Proben kein Thema. Viel wichtiger war es, eigene Ideen und Fähigkeiten einzubringen. Maria und Josef waren heiß begehrte Rollen. Tahar ist stolz, der große und mächtige König Herodes zu sein, der im Musical viel charmanter auftritt ist als man es sonst kennt. Seinen Rollstuhl braucht Tahar als König Herodes nicht, aber das Musical wurde so arrangiert, dass Hilfsmittel und persönliche Unterstützung möglich sind.
„Teilweise können sich die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen gegenseitig unterstützen. Wenn einer den Weg oder das entscheidende Stichwort kennt, können sich alle anderen orientieren. Außerdem haben sich unter die jungen Darsteller auch einige Mitarbeitende gemischt, damit auch umfangreiche Unterstützung und Begleitung möglich sind ohne besonders aufzufallen", erklärt Dorothea Elges.
Angefangen hat im Herbst alles mit Kennlernspielen und sieben Liedern von Daniel Kallauch. Der aus ZDF, Super RTL und KiKa bekannte Kinderkünstler schreibt ansteckende und schwungvolle Lieder mit viel Tiefgang. „Zusammen mit den jungen Musicaldarstellern und der Tanzpädagogin Laura Ax haben wir die Tänze, aber auch die Spielszenen entwickelt", berichtet Julia Steinmeier. Der neunjährige Luca freut sich, dass er als Detektiv sein Schauspieltalent einbringen kann, denn Bühnenerfahrung hat er schon in der Schule gesammelt.
Damit sich die Lieder besser einprägen, haben alle Mitwirkenden eine CD bekommen: „Ich übe die Lieder und Tänze in meinem Zimmer und meine Freundin Ann-Christin beim Abtrocknen in der Küche", erklärt Antje Stein, die in der Wittekindshofer Außenwohngruppe lebt. Um bei den Strophen nicht durcheinander zu kommen, wurden für die Soloeinlagen auch spezielle Liedzettel vorbereitet: „Wir haben kleine Bilder zu den Texten gemalt, denn nicht alle können Buchstaben lesen", so Julia Steinmeier.
Der Wittekindshofer Teamleiter Diakon Jan Meyer, ist begeistert vom Engagement, das ein solches Projekt erst ermöglicht: „Die Wittekindshofer Mitarbeitenden tragen längst nicht alle Stunden in den Dienstplan ein, die sie in das Musical stecken. Die Musiker und Techniker engagieren sich ehrenamtlich. Dass sie bei vielen Proben dabei waren und sich darüber hinaus auch mit der Band getroffen haben, um die Arrangements zu entwickeln, ist alles andere als selbstverständlich."