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Niklas hat zusammen mit (v.l.) Bezirksvorsteherin Sylvia Jörrihsen, Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann, Superintendent Rüdiger chuch und der Wittekindshofer Ressortleiterin Irene Stenzig die Kupferrolle im Grundstein versenkt.
Hamm-Heessen (AM). „Wir freuen uns, dass der Wittekindshof ein Wohnhaus für 24 junge Menschen mit Behinderungen in Heessen baut. Es kann nicht sein, dass Eltern an die Nordsee fahren müssen, um ihr Kind zu sehen, nur weil in Hamm entsprechende Wohnangebote fehlen", erklärte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann anlässlich der Grundsteinlegung für das Wohnhaus der Diakonischen Stiftung Wittekindshof an der Sulkshege in Hamm-Heessen. Auch Superintendent Rüdiger Schuch bestätigte den Bedarf und wies auf das Bedürfnis vieler Familien hin, die ihre Kinder und Heranwachsenden in erreichbarer Nähe wissen möchten, so dass bei bestmöglicher Betreuung auch die Gemeinschaft in Familie, Freundes- und Verwandtenkreis möglich sei. Der Superintendent ist überzeug, dass durch das neue Wohnhaus der Blick für diakonische Arbeit geweitet, das Leben in der Gemeinde durch neue Gemeindemitglieder bereichert und der Wittekindshof seinem ausgezeichneten Ruf auch in Hamm gerecht werden wird: „Wir freuen uns, den Wittekindshof in den Reihen der diakonischen Träger zu wissen, die sich im Bereich des Evangelischen Kirchenkreises Hamm engagieren. Wir wünschen Ihnen für Ihre Arbeit an diesem Ort alles Gute und Gottes Segen und bieten Ihnen gerne unsere Zusammenarbeit an", so Superintendent Rüdiger Schuch.
Vorstandssprecher Pfarrer Dr. Dierk Starnitzke erklärte, dass das Haus in Hamm, ebenso wie andere Neubauten, ein weiterer Schritt des Wittekindshofes zu den Menschen in ganz Westfalen sei. Ausgehend von der biblischen Botschaft, dass Jesus benachteiligte Menschen mit Worten und Taten aufgenommen und angenommen habe, verfolge der Wittekindshof grundsätzlich das Ziel der Teilhabe: „Es geht darum, dass wir soviel wie möglich Barrieren beiseite räumen und den Kindern und Jugendlichen eine Lebensgestaltung ermöglichen, wie sie es sich selbst wünschen", erklärte der Vorstandssprecher. Es gehe darum, jungen Menschen in dem neuen Haus eine Lebensphase zu ermöglichen, die durch Zuwendung und Akzeptanz geprägt sei und damit einen soliden Grund für weitere Entwicklungen böte.
Die Wittekindshofer Ressortleiterin Irene Stenzig erklärte, dass in das Haus 24 junge Menschen mit ganz unterschiedlichen auch sehr schweren Behinderungen einziehen werden. „Unsere Aufgabe wird es sein, als regionaler wohnortnaher Versorger diese jungen Menschen in ihrer Entwicklung zu unterstützen, sie so zu begleiten, dass sie lernen, ein an ihren Ressourcen orientiertes selbstbestimmtes Leben zu führen und sich als Teil unserer Gesellschaft zu begreifen." Die Aufgabe der Mitarbeitenden müsse es sein, für ein Gleichgewicht von begleitender Assistenz und erzieherischem Wirken zu sorgen. Die Ressortleiterin betonte, dass ambulante Unerstützungsformen vielfach hilfreich seien. Angesichts der Ausprägung der Behinderung ihres Kinder seinen jedoch einige, manchmal auch verzweifelte, Eltern auf eine umfassendere stationäre Hilfeform angewiesen, die Kindern, Jugendlichen und der gesamten Familien neue Perspektiven eröffnet.
Um auch besonders hohen Unterstützungsbedarf einzelner Kinder und Jugendlicher gerecht werden zu können, ist im Neubau ein Heilpädagogischer Intensivbedarf geplant. Die besonderen räumlichen und personellen Rahmenbedingungen bieten intensive und individuelle Begleitung sowie zahlreiche Rückzugsmöglichkeiten vor allem für junge Menschen, denen das Zusammenleben mit anderen Menschen sehr schwer fällt und die deswegen mit herausforderndem Verhalten reagierten. Darüber hinaus wies die Ressortleiterin darauf hin, dass das Haus so geplant sei, dass mit relativ wenig Aufwand ein Teil der Einzelzimmer in Appartements umgewandelt werden könne, um flexibel auf unterschiedliche oder sich verändernde Bedarfe und Bedürfnisse eingehen zu können.
Bezirksvorsteher Sylvia Jörrihsen erinnerte daran, dass die Bezirksvertretung die Pläne des Wittekindshofes von Anfang an begrüßt habe und weiterhin unterstütze. Sie lobte die Wittekindshofer Informationspolitik. Sie habe Raum geboten, um Bedenken im Zusammenhang mit dem Wohnhaus offen auszusprechen und bei der gleichzeitig deutlich wurde, dass betroffene Familien größte Hoffnungen mit dem Bau verbinden.