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Vorstandssprecher Pfarrer Dr. Dierk Starnitzke, Wohnbereichsleiter Klaus Jurczewski, Simon Michelmann, einer der zukünftigen Bewohner, und Bürgermeisterin Erika Wagner haben zusammen die Kupferrolle mit Zeitung, Münzen und einer Urkunde gefüllt.
Herne (AM). In Anwesenheit von rund 100 Nachbarn und geladenen Gästen aus Politik, Gesellschaft, Kirche und Soziales wurde der Grundstein für das neue Wohnhaus der Diakonischen Stiftung Wittekindshof in der Herner Eichenforstsiedlung gelegt. In gut einjähriger Bauzeit werden in dem zweigeschossigen Haus 24 Einzelzimmer für Frauen und Männer mit geistigen und Mehrfachbehinderungen in zwei 12er-Wohngruppen entstehen. Sie können jeweils in einen 4er- und 8er-Wohnbereiche unterteilt werden, so dass Menschen mit höheren Hilfebedarf und relativ selbständige Personen ein ihren individuellen Entwicklungsmöglichkeiten angemessenes Wohnumfeld angeboten werden kann.
Die Vorfreude auf das neue Wohnhaus war einigen der zukünftigen Bewohner der im Obergeschoss geplanten Wohngruppe für Menschen mit Prader-Willi-Syndrom, einer genetisch bedingten geistigen Behinderung, die mit Esssucht und herausfordernden Verhalten verbunden ist, deutlich anzusehen. Der Wittekindshofer Vorstandssprecher Pfarrer Dr. Dierk Starnitzke erklärte, dass die Stiftung das Grundstück ausgewählt habe, um Menschen mit Behinderungen aus dem Ruhrgebiet heimatnahe Wohnmöglichkeiten genau dort anbieten zu können, wo Menschen ohne Behinderungen leben. In der Grundsteinurkunde wurde um Gottes Segen gebeten, damit die neuen Nachbarn mit offenen Herzen aufeinander zugehen und ein gutes Maß an Nähe und Distanz finden mögen. Dass das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen eine Bereicherung sei, betonte die Sodinger Bezirksvorsteherin Johanna Marquardt in einem Grußwort. Wie unkompliziert diese Miteinander gelingen kann, bewies Bürgermeisterin Erika Wagner, die zusammen mit zukünftigen Bewohner zur Mauerkelle und Backsteinen griff, um beim Verschließen des Grundsteins zu helfen.
Vorstandssprecher Pfarrer Dr. Dierk Starnitzke erklärte, dass die 1,9 Millionen Euro Baukosten nur mit Unterstützung der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW, der Aktion Mensch, Landesmitteln und einem Zinszuschuss der Stiftung Deutsche Behindertenhilfe möglich sei. Mit dem Herner Neubau setzt der Wittekindshof, der in Westfalen insgesamt rund 2.800 Menschen mit Behinderungen betreut, den in den letzten Jahren eingeschlagenen Weg der Regionalisierung fort, bei dem Wohnheimplätze aus Ostwestfalen unter anderem ins Ruhrgebiet verlagert werden, um heimatnah Wohnmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen zu schaffen.