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Bad Oeynhausen (AM). Vor wenigen Wochen am 1. September 2009 hat sich zum 70. Mal der Beginn des Zweiten Weltkrieges gejährt. Weniger bekannt ist, dass Adolf Hitler auf das gleiche Datum ein Schreiben datiert hat, in dessen Folge tausende kranke und behinderte Menschen getötet wurden. Dazu gehören auch über 400 Menschen, die im Wittekindshof gelebt haben und zwischen dem 28. Oktober und dem 8. November 1941 abtransportiert wurden. Bereits seit mehreren Jahren findet regelmäßig Ende Oktober ein Gottesdienst zur Erinnerung an die Opfer der NS-Euthanasie statt. Den diesjährigen Gedenkgottesdienst am kommenden Sonntag, 25. Oktober, um 10 Uhr, gestaltet Vorstandssprecher Pfarrer Professor Dr. Dierk Starnitzke in der Erlöserkirche auf dem Wittekindshofer Gründungsgelände in Bad Oeynhausen-Volmerdingsen. Im Anschluss an den Gottesdienst findet eine Kranzniederlegung statt am Mahnmal für Menschen mit Behinderung, die Opfer des Nationalsozialismus geworden sind. Das Mahnmal, des Darmstädter Künstlers Helmut Lander wurde 1995 vor der Kapelle aufgestellt und trägt den Schriftzug: „Das Geheimnis der Versöhnung heißt Erinnerung".
In der auf den Tag des Kriegsbeginn, 1. September 1939, rückdatierten Ermächtigung, hatte Adolf Hitler erklärt, dass die Befugnisse „namentlich zu bestimmender Ärzte" so erweitert werden sollten, dass sie „nach menschlichen Ermessen unheilbar Kranke" den „Gnadentod" gewähren könnten. „Gnadentod war ein ebenso beschönigender Begriff wie Euthanasie, der aus dem Griechischen stammt und wörtlich übersetzt heißt: guter Tod" erklärt Vorstandssprecher Pfarrer Professor Dr. Dierk Starnitzke und betont: „Die Realität sah für die Menschen aus dem Wittekindshof und vielen anderen Einrichtungen ganz anders aus. Sie wurden mit unbekannten Ziel oft mehrfach verlegt, mussten die vertraute Umgebung und vertraute Menschen zurücklassen, mussten oft eine wahre Odyssee über sich ergehen lassen, bis kaum einer ihrer Angehörigen oder Betreuer mehr ihren Aufenthaltsort kannte und mussten dann schließlich sterben, nicht selten einfach dadurch, dass ihnen das zum Leben Allernötigste wie z.B. Essen und Trinken einfach nicht mehr gegeben wurde."
Gäste sind zum Gedenkgottesdienst und zur Kranzniederlegung herzlich eingeladen.