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EHLIA heißt eine Qualifizierungsmaßnahme, die im Februar an der Johannesschule Gronau erstmalig starten wird. Die Johannesschule ist eine Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung in Trägerschaft der Diakonischen Stiftung Wittekindshof. Der Projektname Ehlia steht für „Erfolgreich helfen lernen in Institutionen der Altenhilfe" und richtet sich an 10 Schüler der Berufspraxisstufe, die ein Interesse haben, nach der Schulzeit im Bereich der Altenhilfe tätig zu werden.
Die teilnehmenden Schüler stehen zwei Jahre vor ihrer Schulentlassung und wollen diese Zeit nutzen, während der Qualifizierung praktische Erfahrungen in für sie geeigneten Arbeitsbereichen im Altenheim zu sammeln. Für die kommenden 1 ½ Schuljahre werden sie an jeweils drei Schultagen in der Woche Langzeitpraktika in wohnortnahen Altenheimen absolvieren und dort in Arbeitsbereichen der Hauswirtschaft, des technischen Dienstes und der sozialen Begleitung eingesetzt.
Um möglichst vielen Teilnehmern ein erfolgreiches Praktikum zu sichern, werden die Praktikanten intensiv durch die Schule begleitet. „Eine enge Betreuung ist wichtig, um auftretenden Schwierigkeiten frühzeitig durch geeignete Maßnahmen entgegenwirken zu können und als Ansprechpartner für beide Seiten zu dienen" erklärt Monika Beckert, Schulsozialarbeiterin der Johannesschule. Sie hat die maßgebliche Aufgabe, den Übergang Schule-Beruf zu organisieren mit dem Ziel, Jugendliche mit Behinderung in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu bringen. „Es geht darum, für Schüler mit Behinderung Arbeitsperspektiven zu entwickeln und neben den Tätigkeiten in einer Werkstatt für behinderte Menschen weitere Nischenarbeitsplätze für Menschen mit Behinderung zu finden. Die Institutionen der Altenhilfe erscheinen uns deshalb als geeignet, da hier Aufgabenfelder vorhanden sind, die bisher von Zivildienstleistenden abgedeckt wurden und ausgenommen der pflegerischen Tätigkeiten auch von unseren Teilnehmern zu leisten sind", so Monika Beckert.
„Zudem muss der Gedanke der Inklusion nicht nur in der Schule umgesetzt, sondern in letzter Konsequenz auch in außerschulischen Bereichen weiter getragen werden. Und hinsichtlich der Entwicklung neuer Arbeitsperspektiven von Menschen mit Behinderung haben wir gerade mit Institutionen der Altenhilfe äußerst positive Erfahrungen gemacht", ergänzt Jutta Thier-Mechelhoff, Schulleiterin der Johannesschule.
Nach dem Leitsatz „Erst platzieren, dann qualifizieren" werden den Schülern neben praktischen Erfahrungen, theoretische Grundkenntnisse über die Arbeit im Altenheim vermittelt. An den beiden verbleibenden Schultagen stehen für die Teilnehmer neben üblichen Fächern wie Deutsch und Mathematik, fachspezifische Unterrichtsthemen auf dem Stundenplan. In verschiedenen Modulen werden Themen wie Alter, Umgang mit Klienten, die Aufgabenbereiche Hauswirtschaft und technischer Dienst und Aufbau und Organisation von Institutionen ausführlich besprochen. Um hier fachlich fundierte Inhalte zu vermitteln, werden diese Module externe Referenten durchführen, die über langjährige Berufserfahrung in der Arbeit der Altenhilfe verfügen und zudem großes Interesse an schulischer Bildungsarbeit mitbringen. Ein dafür gestalteter Schulungsraum konnte im WZG (Wirtschaftszentrum Gronau) angemietet werden.
Finanziert wird das gesamte Projekt über die Freie Förderung aus dem Sonderprogramm „aktion 5" des Integrationsamts Westfalen, das sich in Trägerschaft des LWL befindet. Diese finanzielle Unterstützung wurde möglich durch eine enge Zusammenarbeit des Kollegiums mit dem Integrationsfachdienst Borken- Coesfeld (IFD), stellvertretend Susanne Schulze-Ameling, die gemeinsam mit den Kollegen der Berufspraxisstufe maßgeblich an der Umsetzung des Projekts beteiligt ist. Auch der IFD hat das Ziel, Menschen mit Behinderung im ersten Arbeitsmarkt dauerhaft zu integrieren. „Dies geht nach unseren Erfahrungen nur über erfolgreiche Praktika, über eine gute Begleitung und nicht zuletzt über finanzielle Unterstützung durch Kostenträger wie das Integrationsamt oder die Bundesagentur für Arbeit im Falle einer langfristigen Einstellung. Darüber hinaus fördert der LWL geeignete Berufseinstiegskonzepte für Menschen mit Behinderung, die der Werkstattvermeidung dienen wie beispielsweise EHLIA" erläutert Susanne Schulze-Ameling.
Nicht nur die Teilnehmer sollen von einer solchen Maßnahme profitieren, auch die Arbeitgeber, die Institutionen der Altenhilfe, erhoffen sich entlastende Effekte. „Gelingt während dieses Projekts eine Einbindung hat der Arbeitgeber die große Chance, ausbildungsunabhängige Aufgabenbereiche der Altenpflege an den Teilnehmer zu übertragen. Das entlastet die Fachkräfte für originäre Aufgaben", so Christoph Klapper, Einrichtungsleiter der Stiftung zu den Heiligen Fabian und Sebastian in Rosendahl.
Um das angeschobene Projekt erfolgreich zu gestalten, sind sowohl die Initiatoren als auch die Teilnehmer auf Unterstützung weiterer Institutionen der Altenhilfe angewiesen. Sie erhoffen sich positive Rückmeldungen auf noch ausstehende Bewerbungen und eine anschließende konstruktive Zusammenarbeit.