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Trainer Michael Lilienkamp (v.l.), Ulrich Gohlke, Maria Braun, Kathrin Achtmann, Klaus Lelewel, Andreas Luchtmeier, Michael Schröder und Trainerin Gundula Höppner haben die Kinaesthetics-Peer Tutorenausbildung erfolgreich abgeschlossen.
Bad Oeynhausen/ Löhne/ Minden/ Hille/ Kirchlengern (AM). Ein Zertifikat für die erfolgreiche Teilnahme am zweiten Kinaesthetics Peer-Tutorium in der Diakonischen Stiftung Wittekindshof haben fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Wittekindshofer Wohnbereich Bethanien erhalten. In einer Feierstunde präsentierten sie Ergebnisse aus ihrer teilweise mehrjährigen Erfahrung beim Einsatz von Kinaesthetics im Arbeitsalltag. Dabei beeindruckte Klaus Lelewel. Aufgrund seiner starken körperlichen Behinderung ist er auf den Rollstuhl angewiesen. Zusammen mit Ulrich Gohlke hat er nach den Grundsätzen von Kinaesthetics Bewegungsmöglichkeiten entdeckt und Wege gefunden, wie er eigene Bewegungsmöglichkeiten beim Transfer vom Rollstuhl ins Bett oder vom Bett auf einen Stuhl einbringen kann.
„Kinaesthetisch zu arbeiten schont die Gesundheit von Mitarbeitern, aber ist vor allem eine Form, um auch Menschen mit schwerer Behinderung Möglichkeiten zu eröffnen, dass sie selbst etwas bewirken können. Gerade für Menschen, die in allen Lebensbereichen auf umfassende Assistenz angewiesen sind, ist es sehr wertvoll, wenn sie spüren, hier kann ich selbst aktiv werden", erklärt Diakon Michael Lilienkamp, der als Kinaesthetics-Trainer im Wittekindshof arbeitet. Um diese Erfahrung auch Klaus Lelewel zu ermöglichen, waren Fachwissen und Erfahrung nötig, aber auch Phantasie gefragt. So hat Ulrich Gohlke einen gewöhnlichen Stuhl so umbauen lassen, dass eine Armlehne abnehmbar ist. Außerdem wurde der Stuhl fest auf einem Podest montiert. So kann Klaus Lelewel auch außerhalb seines Rollstuhls und damit erstmals auf Augenhöhe mit anderen Frauen und Männer sitzen. Dass der Rollstuhlfahrer diese neue Position genießt, konnten die Gäste der Feierstunde eindrücklich beobachten. Gleichzeitig sahen sie, dass Klaus Lelewel beim Sitzen eine Herausforderung meistert, weil er sein Gleichgewicht selbst finden und halten muss, was ihm im Rollstuhl durch eine Sitzschale und Stützen abgenommen wird.
Neben der Erarbeitung solcher individueller Bewegungsmöglichkeiten, war Praxisanleitung und -begleitung zentraler Inhalt der Fortbildung: „Alle Peer-Tutoren haben bereits einen Kinaesthetics-Grund- und Aufbaukurs absolviert. Im Peer-Tutorium geht es darum, wie sie eigenes Wissen und Erfahrung an Kolleginnen und Kollegen oder Angehörige weiter geben können, damit sie auch kinaesthetisch arbeiten und die nötige Assistenz bei Bewegungsabläufen leisten können, die Menschen mit Behinderung benötigen", erklärt Diakon Michael Lilienkamp und freut sich, dass durch die fünf neuen Peer-Tutoren, die kinaesthetische Arbeit in ihren Wohngruppen weiter intensiviert und professionalisiert werden kann.
Mittlerweile bieten Michael Lilienkamp und Gundula Höppner als externe Kinaesthetics-Trainerin bereits das dritte Peer-Tutorium im Wittekindshof an und haben auch den ersten Kurs im Kinder- und Jugendbereich fest geplant. „Nachdem der Erwachsenen-Wohnbereich Bethanien bereits vor einigen Jahren verbindlich für alle Mitarbeitenden die Teilnahme an einem Kinaesthetics-Grund- und Aufbaukurs festgelegt hat, bilden auch das Haus Kinderheimat und das Wohnhaus für Kinder und Jugendliche in Bünde ihre Mitarbeitenden mittlerweile systematisch in Kinaesthetics aus. Im Wittekindshof entdecken immer mehr Menschen, dass Kineasthetics gute Möglichkeiten bietet, um Menschen mit schwerer Behinderung Selbstbestimmung und Teilhabe zu ermöglichen, was bei ihnen sonst oft sehr schnell an enge Grenzen stößt", freut sich Michael Lilienkamp.
Die Peer-Tutorenausbildung erfolgreich abgeschlossen haben: Kathrin Achtmann (Minden), Maria Braun (Hille), Ulrich Gohlke (Bad Oeynhausen), Diakon Andreas Luchtmeier (Löhne) und Diakon Michael Schröder (Kirchlengern).