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Das Zusammenleben mit einem behinderten Kind oder Jugendlichen, die Erziehung, Pflege und Betreuung, sind eine Herausforderung. Eltern und Pflegeeltern kommen manchmal trotz Unterstützung durch ambulante und teilstationäre Angebote (z.B. Frühförderung, Kindertagesstätten, Förderschule, Kurzzeitwohnen) durch die Art und die Schwere der Behinderung an ihre Grenzen. Das gilt umso mehr wenn Geschwisterkindern durch die Betreuung und Pflege einer behinderten Schwester oder eines behinderten Bruders nicht die nötige Aufmerksamkeit erhalten, die sie für eine gute Entwicklung benötigen. Der Umzug in ein Wohnhaus oder eien Wohngruppe für Kinder und Jugendliche kann eine sinnvolle Alternative sein. Auch wenn der Abschied nicht leicht fällt, kann sich die Familiensituation durch den Umzug entspannen. Nicht selten wird die Zeit, die man bei gegenseitigen Besuchen miteinander verlebt, dann erheblich harmonischer erlebt und führt bei allen Beteiligten zu mehr Zufriedenheit.
Die Diakonische Stiftung Wittekindshof bietet in Gronau, Hamm, Bünde und in Bad Oeynhausen-Volmerdingsen Wohngruppen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis zum Ende ihrer Schulzeit an, die bei jungen Menschen mit geistigen Behinderungen bis zum 25. Lebensjahr verlängert werden kann. Um fließende Übergänge zu schaffen, kann der Umzug in einen Wohnbereich für Erwachsene, aber auch schon vor der Schulentlassung oder später erfolgen. Die Betreuung erfolgt ganzjährig auch während der Schulferien und an den Wochenenden. Auf die gute Zusammenarbeit mit (Pflege-)Eltern, Erziehungsberechtigten und Familienangehörigen wird großer Wert gelegt. Die einzelnen Wohngruppen veranstalten Elterntage, zu dem alle Eltern, Angehörigen und Geschwister eingeladen sind. Aber auch zwischendurch sind Besuche, Briefkontakte und Telefonate ausdrücklich erwünscht.
Alle Wohnangebote dienen der regionalen Versorgung für Kinder und Jugendliche aus der näheren Umgebung. Insbesondere in der Kinderheimat und im Schülerdorf auf dem Gründungsgelände in Bad Oeynhausen-Volmerdingsen leben aber auch viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus weiter entfernt liegenden Städten und Gemeinden, wo keine passenden Wohnmöglichkeiten zur Verfügung stehen.
In der Kinderheimat handelt es sich dabei in der Regel um sehr kleine Kinder und Säuglinge oder junge Menschen mit sehr schweren und mehrfachen Behinderungen und hohem medizinisch-pflegerischen Betreuungsaufwand. Im Schülerdorf haben die Mitarbeiterinenn und Mitarbeiter viel Erfahrung im Umgang mit Kindern und Jugendliche mit geistigen Behinderungen und herausforderndem Verhalten. Bei besonders hohem Betreuungsbedarf steht ein Heilpädagogischer Intensivbereich zur Verfügung.