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In Deutschland gilt die Schulpflicht für alle Kinder und Jugendlichen, auch wenn sie mit schwersten und mehrfachen Behinderungen leben. Die knapp 170 Schülerinnen und Schüler der Förderschule Wittekindshof in Bad Oeynhausen sind junge Menschen mit ganz unterschiedlichen Vorlieben, Interessen und Fähigkeiten, aber auch mit einem besonderen Unterstützungsbedarf. Durch die Schule Wittekindshof soll unabhängig vom Schweregrad der Behinderung Teilhabe an Bildung für alle ermöglicht werden. Zentrales Anliegen ist die Förderung der Selbständigkeit und die soziale Integration, die je nach Möglichkeiten und Fähigkeiten der einelnen Schülerinnen und Schüler ganz unterschiedliche Formen annehmen. Für jeden einzelnen werden individuelle Förderpläne entwickelt, bei dem vorhandene Stärken eingebracht und davon ausgehend neue Ziele angestrebt werden. Die Förderpläne werden regelmäßig überprüft und fortgeschrieben. Dabei sind nicht nur große Fortschritte wichtig, sondern auch kleinste Entwicklungen, die manchmal nur über Monate oder Jahre wahrnehmbar sind.
Alle Schülerinnen und Schüler leben mit einer unterschiedlich stark ausgeprägten geistigen Behinderung und nicht selten mit zusätzlichen körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen und Behinderungen. Einige Schüler sind seh- oder hörbehindert bzw. vereinzelt auch blind oder taub. Deutlich zugenommen hat in den letzten Jahren die Anzahl der Schülerinnen und Schüler mit autistischen Behinderungen und mit großem Unterstützungsbedarf im sozialen und emotionalen Bereich.
Die kurzen Wege zwischen dem Kinder- und Jugendwohnbereich und der Schule auf dem Wittekindshofer Gründungsgelände ermöglicht auch Kindern und Jugendlichen mit sehr schweren und mehrfachen Behinderungen den regelmäßigen Schulbesuch. Insbesondere in den Heilpädagogischen Intensivbereich im Schülerdorf ziehen immer wieder auch Kinder und Jugendliche ein, bei denen aufgrund ihres herausfordernden und aggressiven Verhaltens in der Vergangenheit die Schulpflicht geruht hat. Die Lehrkräfte der Wittekindshofer Förderschule versuchen, auch durch Hausunterricht und individualisierte Beschulungsformen, eine Beziehung zu diesen jungen Menschen aufzubauen, sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen und sie langfristig zumindest punktuell in den gemeinsamen Unterricht mit anderen Schülerinnen und Schüler zu integrieren.
Der Anteil an schwerstbehinderten Schülerinnen und Schülern ist mit rund 65 Prozent fast doppelt so hoch wie in vergleichbaren Förderschulen.