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Die Untersuchung umfasst vier Kapitel und wird durch ein Resümee der Autoren und ein Geleitwort von Vorstandssprecher Pfarrer Professor Dr. Dierk Starnitzke ergänzt. In der Einleitung wird unter Rückgriff auf das Konzept der Dis/ability History ein kurzer historischer Abriss zur gesellschaftlichen Lage von Menschen mit Behinderung in Deutschland im 20. Jahrhundert gegeben und die Entwicklung des Wittekindshofes vom Ende des zweiten Weltkrieges bis in die 1970er Jahre skizziert. Das 1961 von dem Soziologen Erving Goffmann beschriebene Konzept der totalen Institution wird als Interpretationsmodell für die Diakoniegeschichte vorgestellt.
Im zweiten Kapitel werden auf der Basis von Personalakten neun Fälle von schwerer körperlicher Misshandlung oder von sexuellem Missbrauch im Zeitraum von 1929 bis 1955 rekonstruiert. Im dritten und vierten Kapitel werden eine Bewohnerin und ein Bewohner vorgestellt, mit denen Leitfadengestützte Interviews geführt und deren Bewohnerakten ausgewertet und durch weitere Informationen aus Interviews oder Archivmaterialien ergänzt wurden.
Durch die exemplarische Studie kann die Lebenssituation von Bewohnerinnen und Bewohnern, aber auch die Arbeitssituation von Mitarbeitenden in Häusern des Wittekindshofes in den Jahren 1929 bis in die 19070er Jahre hinein beschrieben werden.