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Neben dem Auftrag, Menschen mit Behinderung die Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen, fördern die Wittekindshofer Werkstätten die persönliche Entwicklung der Beschäftigten. Es wird großer Wert darauf gelegt, dass alle Beschäftigten ihren eigenen Anteil am Gesamtprodukt nachvollziehen und die tägliche Arbeitsleistung möglichst gut erkennen können. So stärkt Arbeit das Selbstvertrauen und das Selbstwertgefühl der Menschen mit Behinderungen und trägt zur Selbstverwirklichung bei.
Die Beschäftigung in den Wittekindshofer Werkstätten ermöglicht Frauen und Männern mit Behinderungen Sozialkontakte, die über ihr Wohnumfeld hinausgehen. Der begleitende Dienst unterstützt die pädagogische, soziale und medizinische Betreuung der Beschäftigten und steht zur persönlichen Beratung und Begleitung in Krisensituationen zur Verfügung.
Die regelmäßige Arbeit strukturiert den Tages- und Wochenablauf sowie durch Feste und Urlaub auch das gesamte Jahr. In diesem Sinn trägt die Arbeit in den Wittekindshofer Werkstätten dazu bei, ein sinnerfülltes Leben in Gemeinschaft und im Austausch mit anderen Menschen zu führen.
Die Beschäftigten der Wittekindshofer Werkstätten können an verschiedenen Angeboten der Erwachsenbildung teilnehmen, die der persönlichen Entwicklung, aber vor allem auch der berufsspezifischen Aus-, Fort- und Weiterbildung dienen. Die Bildungsangebote weisen eine große Bandbreite auf. Sie umfassen sowohl elementare Kenntnisse beispielsweise im Bereich der Arbeitssicherheit oder beim Umgang mit Zahlen und Größen, aber vermitteln auch berufspraktische Fähigkeiten, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nachgefragt werden. Dadurch unterstützen die Bildungsangebote neben Praktika und Außenarbeitsplätzen den Übergang von der Werkstatt auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.
Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger absolvieren eine an ihren Möglichkeiten und Fähigkeiten orientierte Berufsbildungsmaßnahme. Alle übrigen Beschäftigten können an berufsbegleitenden Qualifizierungsmaßnahmen teilnehmen. Der Fort- und Weiterbildungskatalog umfasst z.B. Kurse zum Umgang mit Geld, Erste Hilfe, Verkehrssicherheitstraining, Entspannungsübungen, kreative und musische Angebote, Fortbildungen für Mitglieder der Werkstatträte oder auch berufliche Qualifizierungen (z.B. Hubwagenführerschein, Schweißkurs).
Nach § 4 WVO (Werkstättenverordnung) haben Menschen mit Behinderung einen Rechtsanspruch auf berufliche Qualifizierungsmaßnahmen. In Abstimmung mit den Rehabilitationsträgern führen die Wittekindshofer Werkstätten Maßnahmen zur Verbesserung der Teilhabe am Arbeitsleben (im Sinne des §136 SGB IX) durch.
Um erste Erfahrungen im Arbeitsleben zu sammeln und um fließende Übergänge von der Schule ins Arbeitsleben zu schaffen, bieten die Wittekindshofer Werkstätten bereits für Schülerinnen und Schüler in den Abschlussklassen der Förderschulen (Berufspraxisstufe) Praktikumsmöglichkeiten an. Das Angebot, einen Arbeitsbereich über mehrere Wochen kennen zulernen, wird während der meist 2-jährigen Teilnahme am Berufsbildungsbereich fortgesetzt. Hinzu kommen berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen durch die auch so genannte Schlüsselqualifikationen (Pünktlichkeit, Ordentlichkeit, Ausdauer, soziale Kompetenzen etc.) und spezifische Fähigkeiten für einzelne Arbeitsfelder (z.B. Umgang mit Größen und Mengenangaben, Lesen und Verstehen von (Warn-)symbolen eingeübt werden.
Im Berufsbildungsbereich sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eigene berufliche Fähigkeiten, Fertigkeiten und Vorlieben entdecken, ihre Persönlichkeit weiter entwickeln und sich mit entsprechender Anleitung und Förderung für spezielle Arbeitsplätze qualifizieren und wenn möglich auch langfristige Berufsperspektiven entwickeln, die über die Werkstatt hinaus auf den ersten Arbeitsmarkt reichen. In Zukunft werden dabei noch stärker als bisher ausgelagerte Arbeitsplätze und Praktika bei externen Firmen in den Blick genommen.